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Italiens neue Glücksspiel-Reform steht offenbar kurz bevor

Josephine Prater

Von Josephine PraterAutorin

Italiens neue Glücksspiel-Reform steht offenbar kurz bevor

Nach jahrelangen Verzögerungen, politischen Diskussionen und schwierigen Verhandlungen zwischen Regionen, Kommunen und Zentralregierung könnte Italien nun endlich seine umfassende Reform des stationären Glücksspielmarktes verabschieden.

Maurizio Leo, Italiens stellvertretender Wirtschafts- und Finanzminister, erklärte in dieser Woche, dass das lange erwartete Dekret für landbasiertes Glücksspiel „innerhalb der nächsten zehn Tage“ dem Ministerrat vorgelegt werden soll.

Damit rückt eine der größten regulatorischen Veränderungen des italienischen Glücksspielmarktes seit Jahren in greifbare Nähe.

Einheitliches Regelwerk statt regionalem Flickenteppich

Die geplante Reform soll vor allem ein Problem lösen, das die Branche seit Jahren beschäftigt: Italiens extrem uneinheitliche Glücksspielregulierung.

Bisher konnten Regionen und Kommunen viele Regeln selbst festlegen. Das führte zu einem komplizierten System aus unterschiedlichen Öffnungszeiten, lokalen Einschränkungen und variierenden Abstandsregeln für Spielhallen und Wettshops.

Genau dieser „Flickenteppich“ soll nun durch ein nationales Rahmenwerk ersetzt werden.

Die neue Reform sieht deutlich strengere und gleichzeitig landesweit einheitliche Vorgaben vor. Dazu gehören unter anderem:

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  • strengere Regeln für Öffnungszeiten
  • neue Mindestabstände zu sensiblen Einrichtungen wie Schulen
  • verschärfte Kontrollen gegen Geldwäsche
  • ein nationales Zertifizierungssystem für Betreiber
  • stärkere Überwachung problematischen Spielverhaltens

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Neue Konzessionen werden extrem teuer

Besonders wichtig ist die neue Struktur der Glücksspielkonzessionen.

Nach aktuellem Stand sollen Betreiber von Spielautomaten künftig mindestens 25 Millionen Euro bieten müssen, wenn sie ein Paket mit 4.000 AWP-Geräten und 900 VLT-Terminals erwerben wollen.

Auch Wettbüros werden deutlich teurer reguliert:

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  • Bündel aus 25 Wettlizenzen sollen jeweils 60.000 Euro pro Lizenz kosten
  • Das Mindestgebot für ein solches Paket liegt bei 1,5 Millionen Euro
  • Bingo-Lizenzen sollen ab 350.000 Euro pro Standort vergeben werden

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Damit dürfte Italien die finanziellen Einstiegshürden im europäischen Glücksspielmarkt nochmals deutlich erhöhen.

Kampf gegen Geldwäsche und problematisches Spielverhalten

Die Regierung betont dabei immer stärker, dass es bei der Reform nicht nur um Steuereinnahmen geht.

Laut Maurizio Leo soll das neue Gesetz gleichzeitig als Maßnahme gegen organisierte Kriminalität, Geldwäsche und problematisches Glücksspiel dienen.

Die italienische Glücksspielaufsicht ADM soll künftig deutlich mehr Befugnisse erhalten, insbesondere bei Finanzkontrollen und Compliance-Prüfungen.

Zusätzlich ist ein permanenter Ausschuss geplant, der sich ausschließlich mit der Beobachtung und Bekämpfung problematischen Spielverhaltens beschäftigen soll.

Warum sich die Reform jahrelang verzögerte

Eigentlich hätte das Dekret bereits deutlich früher verabschiedet werden sollen. Immer wieder scheiterte der Prozess jedoch an Konflikten zwischen der Zentralregierung und den Regionen.

Vor allem die Verteilung der Glücksspielsteuern sorgte für massive Diskussionen.

Erst nachdem eine Einigung über ein Revenue-Sharing-Modell erzielt wurde, kam wieder Bewegung in die Reform. Laut der neuen Vereinbarung sollen Italiens Regionen zunächst 80 Millionen Euro aus den Glücksspielerlösen erhalten.

Die langwierigen Verhandlungen hatten zuletzt sogar dazu geführt, dass bestehende Glücksspielkonzessionen mehrfach provisorisch verlängert werden mussten.

Jetzt hofft die Regierung, die endgültige Reform bis spätestens 29. August abzuschließen.

Italienischer Glücksspielmarkt steht zusätzlich unter Druck

Die Reform kommt zudem in einer wirtschaftlich und politisch sensiblen Phase.

Aktuelle Zahlen des italienischen Finanzministeriums zeigen, dass die Glücksspielsteuereinnahmen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 zurückgegangen sind. Hauptgrund dafür waren sinkende Einnahmen aus Spielautomaten im Januar.

Parallel dazu wächst in Italien erneut die Diskussion über das strikte Werbeverbot für Glücksspielanbieter.

Nach dem überraschenden Ausscheiden der italienischen Nationalmannschaft aus der Qualifikation zur 2026 FIFA World Cup werden Stimmen lauter, die eine Lockerung der Werbe- und Sponsoringverbote fordern. Kritiker argumentieren, dass italienische Sportvereine im internationalen Wettbewerb wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten.

Italien vor entscheidender Phase

Sollte das Dekret tatsächlich in den kommenden Tagen vorgestellt werden, beginnt für Italiens Glücksspielbranche eine völlig neue Phase.

Vor allem internationale Betreiber beobachten den Markt derzeit genau. Denn Italien gehört trotz strenger Regulierung weiterhin zu den größten Glücksspielmärkten Europas.

Die kommenden Wochen könnten deshalb entscheidend dafür werden, wie stark sich der italienische Markt künftig konsolidiert – und welche Unternehmen sich die neuen, deutlich teureren Konzessionen überhaupt noch leisten können.

Josephine Prater
Verfasst von Josephine Prater

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.