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Frankreich erhöht den Druck auf Glücksspielanbieter deutlich. Nach der jährlichen Überprüfung der Maßnahmen gegen Betrug und Geldwäsche durch die französische Glücksspielbehörde ANJ wird klar: Der regulatorische Rahmen bleibt zwar grundsätzlich unverändert, die Anforderungen an Compliance, Überwachung und Risikokontrolle steigen jedoch massiv an.
Die Botschaft der Regulierungsbehörde unter Vorsitz von Isabelle Falque-Pierrotin ist eindeutig: Glücksspielanbieter sollen 2026 wesentlich strengeren Kontrollen unterliegen – sowohl online als auch im stationären Bereich.
ANJ verschärft die Aufsicht über den Markt
Im Rahmen der Überprüfung vom 26. März 2026 veröffentlichte die Autorité Nationale des Jeux (ANJ) insgesamt 19 regulatorische Entscheidungen. 18 davon wurden vollständig genehmigt, während der französische Wettanbieter PMU lediglich eine bedingte Zustimmung erhielt und seine Systeme weiter verbessern muss.
Im Fokus der Prüfung standen zentrale Bereiche der Geldwäscheprävention und Betrugsbekämpfung. Dazu gehörten unter anderem:
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- KYC- und Identitätsprüfungen
- Überwachung verdächtiger Transaktionen
- Risiko- und Anomalieerkennung
- Meldungen an die französische Finanzaufsicht TRACFIN
- interne Kontrollmechanismen
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Die Behörde lobte zwar Fortschritte bei Warnsystemen und Verdachtsmeldungen im Jahr 2025, machte gleichzeitig aber deutlich, dass dies künftig nicht mehr ausreichen werde.
Höhere Anforderungen an Risikoerkennung und Spielerschutz
Für 2026 verlangt die ANJ deutlich tiefere und präzisere Kontrollsysteme. Glücksspielanbieter sollen ihre Modelle zur Risikobewertung erweitern und insbesondere gefährdete oder auffällige Spielerprofile schneller identifizieren.
Dabei geht es nicht nur um klassische Geldwäsche-Risiken. Die Behörde fordert ausdrücklich bessere Mechanismen zur Erkennung sogenannter „korruptionsgefährdeter Personen“ sowie engmaschigere Überwachung großer Vertriebsnetzwerke im stationären Glücksspiel.
Vor allem Betreiber mit starker physischer Präsenz geraten stärker in den Fokus. Die ANJ erwartet dort eine deutlich bessere Abstimmung zwischen internen Kontrollsystemen und den Meldepflichten gegenüber TRACFIN.
Frankreich hält an seinem strengen Glücksspielmodell fest
Trotz der verschärften Aufsicht bleibt der rechtliche Rahmen in Frankreich unverändert. Das Land setzt weiterhin auf ein stark kontrolliertes und restriktives Glücksspielmodell.
Online erlaubt sind nach wie vor lediglich:
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- Sportwetten
- Pferdewetten
- Poker
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Online-Casinospiele bleiben weiterhin verboten. Die gesetzlichen Grundlagen basieren weiterhin auf dem Gesetz 2010-476 sowie der Verordnung 2019-1015.
Im stationären Bereich behalten FDJ United und PMU ihre exklusiven Marktpositionen – allerdings unter direkter Aufsicht der ANJ.
Der französische Glücksspielmarkt wächst weiter
Die strengeren Kontrollen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der französische Glücksspielmarkt weiter wächst.
2024 erreichte der gesamte Bruttospielertrag (GGR) rund 14 Milliarden Euro – ein Anstieg von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark entwickelte sich der Online-Bereich mit 2,591 Milliarden Euro und einem Wachstum von fast zwölf Prozent.
Sportwetten bleiben dabei der wichtigste Wachstumstreiber. Sie generierten 1,759 Milliarden Euro und legten um 19,1 Prozent zu. Poker dagegen verzeichnete einen leichten Rückgang auf 493 Millionen Euro.
Insgesamt zählt Frankreich inzwischen:
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- 3,9 Millionen aktive Spieler
- 5,7 Millionen Online-Konten
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Auch der stationäre Markt bleibt enorm relevant. FDJ überschritt die Marke von sieben Milliarden Euro Umsatz, PMU erreichte 1,7 Milliarden Euro und landbasierte Casinos kamen auf rund 2,7 Milliarden Euro.
Kampf gegen Finanzkriminalität steht im Mittelpunkt
Die aktuellen Maßnahmen zeigen deutlich, wohin sich Frankreich bewegt: nicht in Richtung Liberalisierung, sondern hin zu noch stärkerer Kontrolle.
Die Regierung und die ANJ betrachten den Glücksspielsektor zunehmend als Teil eines größeren Kampfes gegen:
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- Geldwäsche
- organisierte Kriminalität
- illegale Finanzströme
- Betrugsnetzwerke
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Damit wird Glücksspiel regulatorisch immer stärker mit klassischen Finanz- und Hochrisikobranchen gleichgesetzt.
Für Betreiber bedeutet das vor allem höhere Kosten, mehr Dokumentationspflichten und strengere Überwachung. Besonders internationale Anbieter dürften die neuen Anforderungen genau analysieren müssen, wenn sie langfristig im französischen Markt aktiv bleiben wollen.
Frankreich setzt auf Kontrolle statt Öffnung
Während andere europäische Länder weiterhin über Marktöffnungen oder Liberalisierungen diskutieren, verfolgt Frankreich klar einen anderen Kurs. Die Behörden wollen den Markt nicht erweitern, sondern stärker absichern und kontrollieren.
Die kommenden Monate dürften deshalb zeigen, wie weit die ANJ tatsächlich bereit ist zu gehen – und wie belastbar die Compliance-Strukturen der Betreiber wirklich sind.