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EU-Debatte um Glücksspielabgabe: Branche warnt vor riskantem Kurs

Josephine Prater

Von Josephine PraterAutorin

EU-Debatte um Glücksspielabgabe: Branche warnt vor riskantem Kurs

Die Diskussion um neue Einnahmequellen für den EU-Haushalt nimmt Fahrt auf – doch nicht alle begrüßen die Ideen aus Brüssel. Besonders kritisch äußert sich die European Gaming and Betting Association (EGBA), die vor einer möglichen EU-weiten Abgabe auf Online-Glücksspiel warnt. Aus Sicht der Branche könnte ein solcher Schritt mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

Neue Einnahmeideen im EU-Haushalt sorgen für Streit

Ausgangspunkt der Debatte ist der kommende mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Union, bekannt als European Parliament-Budgetplanung für die Jahre 2028 bis 2034. In diesem Zusammenhang hat der Haushaltsausschuss vorgeschlagen, zusätzliche direkte Einnahmequellen zu prüfen – darunter auch eine europaweite Glücksspielabgabe.

Die Idee geht unter anderem auf den EU-Abgeordneten Victor Negrescu zurück. Laut seinen Schätzungen könnte eine solche Abgabe jährlich zwischen zwei und vier Milliarden Euro einbringen – über die gesamte Laufzeit des Haushalts hinweg sogar bis zu 28 Milliarden Euro. Unterstützung erhält der Vorschlag bereits von mehr als 20 weiteren Abgeordneten.

Noch handelt es sich allerdings lediglich um eine politische Signalsetzung: Der Ausschuss hat die Prüfung der Maßnahme empfohlen, aber keine konkrete Umsetzung beschlossen.

EGBA sieht strukturelle Probleme und rechtliche Hürden

Die EGBA hält wenig von dem Vorstoß – und argumentiert dabei sowohl wirtschaftlich als auch rechtlich. Generalsekretär Maarten Haijer betont, dass eine zusätzliche EU-Abgabe „grundsätzlich nicht umsetzbar“ sei.

Der zentrale Punkt: Glücksspiel ist innerhalb der EU nicht einheitlich reguliert. Stattdessen bestimmen die Mitgliedstaaten selbst über ihre jeweiligen Gesetze und Steuersysteme. Ohne ein harmonisiertes Regelwerk fehle laut EGBA die Grundlage, um eine EU-weite Abgabe überhaupt sinnvoll zu definieren, zu verwalten oder einzuziehen.

Für euch als Beobachter des Marktes bedeutet das: Selbst wenn politischer Wille vorhanden ist, könnte die praktische Umsetzung an den unterschiedlichen nationalen Strukturen scheitern.

Gefahr für regulierte Anbieter – und Vorteile für den Schwarzmarkt

Neben den rechtlichen Fragen sieht die Branche vor allem wirtschaftliche Risiken. In vielen EU-Ländern zahlen lizenzierte Anbieter bereits sehr hohe Abgaben – teilweise über 50 % des Bruttospielertrags. Eine zusätzliche Belastung könnte das Gleichgewicht weiter verschieben.

Die EGBA argumentiert, dass illegale Anbieter davon profitieren würden. Diese operieren ohne Lizenz, zahlen keine Steuern und können deshalb attraktivere Quoten oder Boni anbieten. Eine neue EU-Abgabe würde diesen Wettbewerbsvorteil aus Sicht der Branche weiter verstärken.

Für euch als Spieler hätte das potenziell spürbare Folgen: Wenn regulierte Anbieter unter Druck geraten, könnten sich mehr Nutzer unbewusst oder bewusst in unregulierte Märkte bewegen – mit deutlich geringeren Schutzmechanismen.

Politischer Prozess steht noch am Anfang

Trotz der kontroversen Reaktionen ist der Vorschlag noch weit von einer Umsetzung entfernt. Die Empfehlung des Haushaltsausschusses muss zunächst vom gesamten Parlament bestätigt werden. Anschließend würden Verhandlungen über den langfristigen Haushalt beginnen.

Entscheidend ist jedoch ein weiterer Schritt: Für die Einführung neuer EU-Einnahmequellen ist die Zustimmung aller 27 Mitgliedstaaten im Rat erforderlich. Das macht das Vorhaben politisch komplex und unsicher.

Eine endgültige Entscheidung über den Finanzrahmen wird derzeit bis Ende 2026 erwartet.

Ein Balanceakt zwischen Einnahmen und Marktstabilität

Die Debatte zeigt deutlich, wie schwierig es ist, neue Einnahmequellen für die EU zu erschließen, ohne bestehende Märkte zu destabilisieren. Während die Politik nach zusätzlichen Milliarden sucht, warnt die Branche vor unbeabsichtigten Nebenwirkungen.

Für euch bedeutet das vor allem eines: Die Zukunft des Online-Glücksspielmarktes in Europa bleibt offen – und stark davon abhängig, ob es gelingt, Regulierung, Steuern und Verbraucherschutz in ein funktionierendes Gleichgewicht zu bringen.

Josephine Prater
Verfasst von Josephine Prater

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.