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ANJ fordert Glücksspielanbieter zu Werbezurückhaltung bei der WM 2026 auf

Josephine Prater

Von Josephine PraterAutorin

ANJ fordert Glücksspielanbieter zu Werbezurückhaltung bei der WM 2026 auf

Die französische Glücksspielbehörde ANJ schlägt vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 Alarm. Angesichts massiv steigender Werbebudgets im Sportwettenmarkt fordert die Regulierungsbehörde Glücksspielanbieter nun offiziell dazu auf, ihre Werbeaktivitäten rund um das Turnier deutlich kontrollierter zu gestalten.

Im Mittelpunkt der Sorge steht dabei nicht nur die enorme Reichweite der Weltmeisterschaft selbst, sondern vor allem die Gefahr einer zunehmenden Werbeüberflutung für junge und gefährdete Spielergruppen.

Werbebudgets steigen wegen der Weltmeisterschaft massiv an

Im Rahmen ihrer Prüfung der Marketing- und Promotionsstrategien für das Jahr 2026 stellte die Autorité Nationale des Jeux (ANJ) fest, dass zahlreiche Glücksspielanbieter ihre Werbeausgaben deutlich erhöhen wollen.

Laut Behörde liegen die geplanten Budgets teilweise mehr als 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hauptgrund dafür sei die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die als eines der größten globalen Sportereignisse enorme Aufmerksamkeit garantiert.

Die ANJ warnt jedoch davor, dass genau diese Entwicklung zu einem Problem werden könnte. Aus Sicht der Behörde droht eine gefährliche Intensivierung der Werbepräsenz im Sportwettenbereich – insbesondere bei jungen Erwachsenen und problematischen Spielern.

Zusätzliche Werbezeit sorgt für neue Sorgen

Verstärkt wurden diese Bedenken zuletzt durch eine Entscheidung der FIFA selbst.

Der Weltverband hatte angekündigt, während der WM-Partien verpflichtende Trinkpausen einzuführen. Dadurch entstehen pro Spiel zusätzliche Werbeflächen von rund zwei Minuten.

Aus Sicht der ANJ könnte genau diese neue Werbezeit dazu führen, dass Glücksspielunternehmen ihre Präsenz während der Übertragungen noch weiter ausbauen.

Die Behörde verwies dabei auf aktuelle Daten zur Spielsuchtproblematik in Frankreich. Besonders Sportwetten gelten weiterhin als einer der riskantesten Bereiche des Glücksspielmarktes.

Laut ANJ:

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  • weisen Sportwetten eine Problemspielrate von 15,3 Prozent auf
  • haben 18 Prozent der 18- bis 24-Jährigen im Jahr 2024 Glücksspielangebote genutzt
  • steigt die Anfälligkeit junger Zielgruppen bei intensiver Werbung deutlich an

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Die Regulierungsbehörde befürchtet deshalb, dass die zusätzliche Werbezeit besonders gefährdete Personen stärker unter Druck setzen könnte.

Fernsehsender wollen Glücksspielwerbung begrenzen

Immerhin gab es im Zuge der Gespräche zwischen Behörde und Medienvertretern bereits erste Zugeständnisse.

Der französische Branchenverband ADMTV, der die Werbevermarktung von TV-Sendern und Streamingdiensten vertritt, erklärte gegenüber der ANJ, dass die neuen Werbeslots während der Trinkpausen nicht an Glücksspielunternehmen verkauft werden sollen.

Zusätzlich verpflichtete sich der Verband dazu, bestehende Verhaltensregeln und Empfehlungen wichtiger Institutionen – darunter auch der ANJ – einzuhalten.

Für die französische Regulierungsbehörde ist das jedoch nur ein erster Schritt.

ANJ fordert „Zurückhaltung“ von allen Beteiligten

In ihrer offiziellen Mitteilung fordert die ANJ nun sämtliche Marktteilnehmer dazu auf, mit den neuen Werbemöglichkeiten äußerst vorsichtig umzugehen.

Das betrifft nicht nur Wettanbieter selbst, sondern auch:

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  • Fernsehsender
  • Streamingplattformen
  • Sponsoringpartner
  • Medienagenturen
  • Sportorganisationen

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Besonders kritisch sieht die Behörde die Aktivierung bestehender Sponsoringpartnerschaften rund um die Weltmeisterschaft.

Die ANJ fordert daher ausdrücklich „Zurückhaltung“ bei sämtlichen Promotionsmaßnahmen während des Turniers.

Frankreich diskutiert strengere Werberegeln

Parallel dazu bringt die Behörde erneut strengere gesetzliche Maßnahmen ins Gespräch.

Unter anderem fordert die ANJ weiterhin ein sogenanntes „Whistle-to-Whistle“-Verbot. Dabei würde Glücksspielwerbung rund um Live-Sportübertragungen deutlich stärker eingeschränkt oder komplett untersagt werden.

Zusätzlich spricht sich die Regulierungsbehörde für schärfere Regeln beim Sponsoring großer Sportevents aus.

Außerdem erinnerte die ANJ Fernsehsender daran, dass Werbung für illegale Glücksspielangebote – insbesondere für Online-Casinos ohne französische Lizenz – weiterhin verboten bleibt.

Frankreich verschärft den Fokus auf Spielerschutz

Die aktuelle Warnung passt zur allgemein strengeren Haltung Frankreichs gegenüber Glücksspielwerbung und Spielerschutz.

In den vergangenen Monaten hatte die ANJ bereits mehrfach betont, dass junge Erwachsene zunehmend im Fokus problematischer Glücksspielentwicklungen stehen. Besonders Sportwetten rund um Großereignisse wie Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften gelten als Risikofaktor.

Mit Blick auf die WM 2026 versucht die Behörde nun offenbar frühzeitig gegenzusteuern, bevor die Marketingoffensive der Branche ihren Höhepunkt erreicht.

Denn aus Sicht der ANJ steht nicht nur die Sichtbarkeit der Werbung im Mittelpunkt, sondern vor allem die Frage, wie stark Glücksspiel inzwischen mit dem modernen Sporterlebnis verschmilzt.

Josephine Prater
Verfasst von Josephine Prater

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.