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Niederlande planen komplettes Werbeverbot für Online-Glücksspiel

Josephine Prater

Von Josephine PraterAutorin

Niederlande planen komplettes Werbeverbot für Online-Glücksspiel

Die niederländische Regierung verschärft ihren Kurs gegenüber dem Online-Glücksspielmarkt erneut. Nach mehreren Einschränkungen seit der Einführung des Glücksspielgesetzes KOA (Remote Gaming Act) im Jahr 2021 plant Den Haag nun den bislang weitreichendsten Eingriff: ein vollständiges Verbot jeglicher Werbung für Online-Glücksspiel.

Die Vorschläge stammen von Staatssekretärin für Rechtsschutz Claudia van Bruggen, die eine neue Gesetzesinitiative vorantreibt. Neben dem Werbeverbot umfasst das Maßnahmenpaket strengere Einzahlungslimits, ein erweitertes Selbstausschlusssystem sowie zusätzliche Instrumente zur Bekämpfung des Schwarzmarkts.

Die Regierung begründet die Pläne vor allem mit dem Schutz junger Erwachsener und gefährdeter Spielergruppen.

Regierung sieht steigende Risiken für junge Spieler

Nach Ansicht von Claudia van Bruggen hat sich das Online-Glücksspiel seit der Marktöffnung 2021 deutlich schneller entwickelt als erwartet. Besonders die steigende Zahl junger Spieler bereitet der Regierung Sorgen.

„Es ist äußerst besorgniserregend, dass immer mehr Menschen und insbesondere junge Erwachsene online spielen und dadurch in finanzielle Schwierigkeiten geraten“, erklärte die Staatssekretärin bei der Vorstellung ihrer Pläne.

Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung von Glücksspielsucht. Parallel arbeitet die Regierung an einer mehrjährigen Agenda für Spielerschutz, die neben regulatorischen Eingriffen auch Aufklärungsmaßnahmen, Früherkennung von problematischem Spielverhalten und einen verbesserten Zugang zu Hilfsangeboten umfassen soll.

Das Ende der Glücksspielwerbung rückt näher

Sollte das niederländische Parlament den Vorschlägen zustimmen, würde künftig jegliche Werbung für Online-Glücksspiel untersagt.

Der Schritt stellt den vorläufigen Höhepunkt einer Entwicklung dar, die bereits kurz nach der Marktöffnung begann. Zunächst wurden prominente Werbegesichter wie Sportler, Influencer und Prominente aus Glücksspielkampagnen verbannt. Es folgte das Verbot ungezielter Werbung im Fernsehen, Radio, auf Social Media und im öffentlichen Raum. Seit Juli 2025 dürfen Glücksspielanbieter zudem keine Sportsponsoring-Verträge mehr abschließen.

Mit dem geplanten Komplettverbot würde die Regierung nun sämtliche verbliebenen Werbemöglichkeiten schließen.

Ähnliche Diskussionen finden derzeit auch in anderen europäischen Märkten statt. So untersucht Italien aktuell die Grenzen zwischen erlaubter Information und verbotener Werbung, wie wir bereits in Italien beginnt Überprüfung der Glücksspiel-Kommunikationsregeln berichtet haben.

Neue Einzahlungslimits sollen Spielerverluste weiter reduzieren

Neben dem Werbeverbot plant die Regierung zusätzliche Einschränkungen bei Einzahlungen.

Künftig soll ein zentrales Einzahlungslimit für alle Online-Glücksspielangebote gelten. Spieler, die höhere Grenzen beantragen möchten, müssten ihre finanzielle Situation nachweisen und verschiedene Prüfverfahren durchlaufen.

Dabei sollen unter anderem bestehende Zahlungsausfälle, Vormundschaften oder finanzielle Aufsichtsmaßnahmen berücksichtigt werden. Zwar spricht die Regierung nicht ausdrücklich von Bonitätsprüfungen, die geplanten Kontrollen gehen jedoch deutlich über bisherige Verfahren hinaus.

Die Niederlande verfügen bereits über eines der strengsten Limitierungssysteme Europas. Seit 2024 gelten monatliche Verlustgrenzen von 150 Euro für Spieler zwischen 18 und 23 Jahren sowie 350 Euro für ältere Nutzer.

Laut Angaben der Kansspelautoriteit (KSA) haben diese Maßnahmen bereits Wirkung gezeigt. Die Zahl der Spieler, die höhere Limits beantragen, sei deutlich zurückgegangen, während die durchschnittlichen monatlichen Verluste spürbar gesunken seien.

CRUKS soll weiter ausgebaut werden

Ein weiterer Schwerpunkt der Reform betrifft das nationale Selbstausschlusssystem CRUKS.

Die Plattform wurde bereits Anfang dieses Jahres erweitert, um die Anmeldung gefährdeter Spieler durch Angehörige oder Dritte zu vereinfachen. Nun soll das System nochmals deutlich ausgebaut werden.

Unter anderem prüft die Regierung die Einführung einer unbegrenzten Sperrdauer. Spieler könnten sich dadurch dauerhaft selbst vom Glücksspiel ausschließen, ohne automatische Wiedereingliederung in das System.

Darüber hinaus sollen Hilfsorganisationen, Behörden und Familienangehörige künftig enger mit CRUKS zusammenarbeiten können, um problematisches Spielverhalten früher zu erkennen.

Kampf gegen den Schwarzmarkt wird zur zentralen Herausforderung

Während die Regierung ihre Spielerschutzmaßnahmen weiter verschärft, wächst gleichzeitig die Sorge um den illegalen Markt.

Nach Angaben der KSA ist der Anteil legaler Anbieter am niederländischen Glücksspielmarkt zuletzt deutlich zurückgegangen. Branchenvertreter warnen seit Jahren davor, dass immer strengere Regulierungen Spieler auf unlizenzierte Plattformen treiben könnten.

Genau deshalb will die Regierung nun auch verstärkt gegen illegale Anbieter vorgehen. Geplant sind Sperren nicht lizenzierter Webseiten sowie neue Haftungsregeln für Zahlungsdienstleister, Hosting-Unternehmen und andere technische Dienstleister, die illegale Angebote unterstützen.

Die Entwicklung erinnert an aktuelle Maßnahmen anderer europäischer Regulierungsbehörden. Erst kürzlich berichteten wir darüber, wie Spanien Polymarket und Kalshi blockiert und Lizenzermittlungen einleitet, um gegen nicht regulierte Prognosemärkte vorzugehen.

Zwischen Spielerschutz und Wettbewerbsfähigkeit

Die niederländische Regierung verfolgt mit ihren Reformen klar das Ziel, problematisches Glücksspiel einzudämmen. Doch die geplanten Maßnahmen sorgen bereits für kontroverse Diskussionen innerhalb der Branche.

Während Verbraucherschützer das Werbeverbot und strengere Einzahlungslimits begrüßen, warnen Betreiber vor einer weiteren Schwächung des regulierten Marktes. Gerade in Kombination mit hohen Steuerbelastungen könnten die neuen Regeln die Wettbewerbsfähigkeit lizenzierter Anbieter weiter reduzieren.

Die kommenden parlamentarischen Beratungen werden daher entscheidend dafür sein, ob die Niederlande tatsächlich eines der strengsten Glücksspielregime Europas schaffen oder ob einzelne Maßnahmen noch angepasst werden.

Fazit

Mit dem geplanten Totalverbot von Glücksspielwerbung und neuen finanziellen Kontrollmechanismen schlagen die Niederlande einen deutlich restriktiveren Kurs ein. Die Regierung sieht darin einen notwendigen Schritt zum Schutz gefährdeter Spieler und zur Bekämpfung von Spielsucht.

Gleichzeitig steht sie jedoch vor der Herausforderung, den legalen Markt attraktiv genug zu halten, um Spieler nicht verstärkt in unregulierte Angebote abzudrängen. Die kommenden Monate dürften zeigen, ob sich beide Ziele miteinander vereinbaren lassen.

Josephine Prater
Verfasst von Josephine Prater

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.