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Italien startet Medienprüfung zur Neudefinition von Glücksspiel-Kommunikation

Roman Vogdt

Von Roman VogdtAutor

Italien startet Medienprüfung zur Neudefinition von Glücksspiel-Kommunikation

In Italien nimmt die Debatte um Glücksspielwerbung und Kundenkommunikation erneut Fahrt auf. Die italienische Medienaufsicht AGCOM hat offiziell eine neue Konsultation zu „verantwortungsvoller Glücksspiel-Kommunikation“ gestartet und damit einen weiteren Schritt in Richtung möglicher Reformen des aktuellen Werberegimes eingeleitet.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie lizenzierte Glücksspielanbieter künftig mit ihren Kunden kommunizieren dürfen, ohne gegen die strengen Werbebeschränkungen des Landes zu verstoßen. Besonders problematisch bleibt dabei die Trennung zwischen rein informativen Mitteilungen und tatsächlicher Werbung.

Italien sucht Klarheit bei Glücksspiel-Kommunikation

Die aktuelle Überprüfung folgt auf eine öffentliche Konsultationsphase, bei der mehr als 20 Stellungnahmen von Branchenvertretern eingereicht wurden. Viele Unternehmen forderten dabei mehr Rechtssicherheit im Umgang mit Kundenkommunikation, Bonusangeboten und digitalen Marketingmaßnahmen.

Seit Einführung des sogenannten „Dignity Decree“ im Jahr 2019 gehört Italien zu den strengsten Glücksspielmärkten Europas. Das damalige Gesetz verbietet nahezu sämtliche Formen der Glücksspielwerbung – darunter TV-Spots, Radiospots, Sponsoring im Sport, digitale Werbung, Influencer-Kampagnen und Affiliate-Marketing.

Das Problem: In der Praxis bleiben viele Bereiche unklar. Anbieter wissen häufig nicht genau, welche Inhalte noch als sachliche Information gelten und ab wann Behörden dies als verbotene Werbung einstufen könnten.

Boni, VIP-Programme und Social Media im Fokus

Besonders intensiv diskutiert werden derzeit Themen wie Bonusaktionen, Odds Boosts, VIP-Programme und sogenannte Retention-Maßnahmen, also Angebote zur Kundenbindung. Auch Social-Media-Kampagnen und Affiliate-Partnerschaften stehen erneut im Fokus der Behörden.

AGCOM versucht nun offenbar, klarere Richtlinien zu schaffen, ohne dabei das eigentliche Werbeverbot des Dignity Decree offiziell zu ändern. Dennoch könnte die neue Interpretation erhebliche Auswirkungen auf die gesamte Branche haben.

Die Medienaufsicht dürfte künftig deutlich strenger prüfen, welche Inhalte indirekt zum Glücksspiel animieren könnten. Selbst Kommunikationsformen, die bislang eher als Service oder Information betrachtet wurden, könnten dadurch problematisch werden.

Hoher Druck durch laufende Gerichtsverfahren

Der Zeitpunkt der Konsultation kommt nicht zufällig. AGCOM ist aktuell in mehrere hochkarätige Rechtsstreitigkeiten mit Plattformen wie Meta, Google und YouTube verwickelt. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Verantwortung digitale Plattformen bei Glücksspielwerbung tragen und wie italienisches Recht online durchgesetzt werden kann.

Italienische Gerichte drängen zunehmend auf klare Definitionen und verbindliche Regeln. Genau deshalb wächst der Druck auf AGCOM, eindeutige Standards für die Branche zu formulieren.

Die Unsicherheit betrifft dabei nicht nur Glücksspielanbieter selbst, sondern auch Medienhäuser, Influencer, Affiliate-Netzwerke und Social-Media-Plattformen.

Politischer Druck auf das Dignity Decree wächst

Parallel zur laufenden AGCOM-Prüfung nimmt auch die politische Diskussion rund um das Dignity Decree wieder Fahrt auf. Hintergrund sind die umfassenden Glücksspielreformen, die Italien derzeit vorbereitet.

Dazu gehören neue Online-Konzessionen sowie Gespräche über eine mögliche Rückkehr von Wett-Sponsoring im Fußball. Sportminister Andrea Abodi führt hierzu Verhandlungen mit italienischen Fußballverbänden und dem Olympischen Komitee.

Viele Branchenvertreter argumentieren inzwischen, dass das nahezu vollständige Werbeverbot lizenzierte Anbieter massiv benachteilige, während illegale Plattformen weiterhin aggressiv über Offshore-Kanäle werben könnten.

ADM verschärft gleichzeitig den Kampf gegen illegale Anbieter

Während AGCOM die Kommunikationsregeln überprüft, intensiviert die italienische Zoll- und Monopolbehörde ADM parallel den Kampf gegen illegale Glücksspielseiten.

Allein in dieser Woche wurden weitere 146 Domains auf die Sperrliste gesetzt. Damit wurden im Jahr 2026 bereits mehr als 500 nicht autorisierte Glücksspiel-Websites blockiert.

Seit 2019 haben italienische Behörden insgesamt über 12.000 illegale Glücksspielportale gesperrt. Die Regierung verfolgt damit eine Doppelstrategie: Einerseits sollen Verbraucher besser geschützt werden, andererseits will Italien den Schwarzmarkt stärker eindämmen.

Balance zwischen Regulierung und Wettbewerbsfähigkeit

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutlich, wie schwierig der Balanceakt für italienische Behörden geworden ist. Einerseits möchte der Staat problematisches Glücksspiel eindämmen und Verbraucher schützen. Andererseits wächst die Sorge, dass zu harte Werbebeschränkungen den legalen Markt schwächen und Spielern den Weg zu unregulierten Anbietern erleichtern könnten.

Besonders die Frage, wie moderne digitale Kommunikation geregelt werden soll, dürfte Italien noch lange beschäftigen. Social Media, Influencer-Marketing und personalisierte Kundenangebote lassen sich kaum noch mit klassischen Werberegeln vergleichen.

Fazit

Mit der neuen AGCOM-Konsultation beginnt in Italien eine wichtige Phase für die Zukunft der Glücksspiel-Kommunikation. Zwar bleibt das Dignity Decree vorerst bestehen, doch die Behörden arbeiten sichtbar daran, die Grenzen zwischen Information und Werbung neu zu definieren.

Gleichzeitig verschärft Italien den Druck auf illegale Anbieter und versucht, seine Glücksspielaufsicht umfassend zu modernisieren. Ob daraus langfristig auch größere Lockerungen bei Werbung und Sponsoring entstehen, bleibt allerdings offen.

Fest steht jedoch: Die Debatte um Glücksspiel-Kommunikation und Marktregulierung dürfte Italien noch weit über 2026 hinaus beschäftigen.

Roman Vogdt
Verfasst von Roman Vogdt

Roman hat schon recht früh angefangen, Videospiele zu spielen. Wie früh? Nun, sagen wir mal, als die Nintendo 64 herauskam, und kurz darauf wurden GoldenEye 007 und Perfect Dark jahrelang zu einem Fixpunkt seines Alltags. Im Laufe der Jahre hat sich Romans Leidenschaft für Spiele auf anderen Konsolen und auch auf das Internet ausgeweitet, wo er die faszinierende Welt der Online Slots, Live Casinos, Poker und Wetten entdeckt hat. Seit über 6 Jahren arbeitet er nun schon mit den besten Plattformen und Software Anbietern zusammen und trägt dazu bei, dass die Branche auf verantwortungsvolle und respektvolle Weise weiterwächst. So ist er schlussendlich bei Gameshub gelandet.