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GreedFall 2 im Follow-up – Hat sich meine Meinung geändert?

4.0 Stern
Josephine Prater

Von Josephine PraterAutorin

GreedFall 2 im Follow-up – Hat sich meine Meinung geändert?

Mit GreedFall 2: The Dying World habe ich inzwischen genug Zeit verbracht, um über den ersten Eindruck hinauszugehen. Mein ursprüngliches Fazit lag bei 4,1 von 5 Sternen: ein gutes RPG mit kleineren Schwächen.

Nach rund 20 bis 25 Stunden fühlt sich das Spiel aber anders an. Nicht komplett schlechter,  aber deutlich unausgewogener, als ich es am Anfang wahrgenommen habe. Der wichtigste Punkt: GreedFall 2 gewinnt nicht durch Spielzeit, es verliert eher an Wirkung.

Die Welt trägt, aber nicht dauerhaft

Was sich bestätigt hat: Die Welt ist weiterhin eine der größten Stärken. Die politischen Spannungen, die Fraktionen und die Perspektive auf Kolonialisierung bleiben interessant und heben das Spiel von vielen anderen RPGs ab.

Nach mehreren Stunden habe ich deutlich mehr Zusammenhänge verstanden. Figuren, die am Anfang austauschbar wirkten, bekommen mehr Gewicht, und Entscheidungen fühlen sich zumindest kurzfristig relevant an.

Aber genau hier zeigt sich auch das Problem: Diese Tiefe wird nicht konstant gehalten. Einige Questlinien sind stark geschrieben, andere wirken plötzlich deutlich einfacher oder weniger durchdacht.

Ich hatte immer wieder das Gefühl, dass das Spiel seine eigenen Ideen nicht durchgehend tragen kann. Es baut Spannung auf und verliert sie dann wieder.

Entscheidungen wirken, aber nicht nachhaltig

Am Anfang hatte ich den Eindruck, dass Entscheidungen ein großer Teil des Spiels sind. Und ja: Es gibt Konsequenzen.

Nach längerer Spielzeit merkt man aber, dass viele davon eher kurzfristig wirken. Beziehungen verändern sich, Dialoge passen sich an, aber die Welt selbst reagiert oft weniger stark, als ich erwartet hätte.

Das sorgt für einen leichten Bruch im Rollenspielgefühl. Ich treffe Entscheidungen, sehe direkte Effekte, aber selten langfristige Veränderungen, die wirklich Gewicht haben.

Gerade im Vergleich zu dem, was moderne RPGs heute leisten, wirkt das System etwas begrenzt.

Das größte Problem: Gameplay nutzt sich ab

Hier liegt der Hauptgrund, warum meine Bewertung gesunken ist.

Die Kämpfe und das grundlegende Gameplay wirken nach einigen Stunden deutlich repetitiver als zu Beginn. Was am Anfang noch interessant ist, verliert mit der Zeit an Dynamik. Das Kampfsystem wirkt träge und wenig befriedigend. Ich arbeite die Kämpfe eher ab als wirklich aktiv zu gestalten.

Dazu kommt: Das Spiel entwickelt sich spielerisch kaum weiter. Neue Fähigkeiten oder Optionen verändern den Ablauf nicht grundlegend.

Das führt dazu, dass sich die zweite Hälfte sehr ähnlich anfühlt wie die erste – nur mit mehr Inhalt, nicht mit mehr Tiefe.

Technik fällt stärker ins Gewicht als gedacht

Was ich im ersten Review noch als „kleinere Schwächen“ eingeordnet habe, ist im Langzeitspiel deutlich präsenter.

Bugs, kleinere Glitches und technische Unsauberkeiten treten nicht nur vereinzelt auf. Sie summieren sich über die Spielzeit und beeinflussen das Gesamtgefühl stärker, als ich erwartet hätte.

Gerade in einem Spiel, das stark von Immersion lebt, sind solche Unterbrechungen spürbar. Es sind keine Gamebreaker, aber sie sorgen dafür, dass ich nie komplett in der Welt aufgehe.

Das typische „Spiders-Problem“

Nach 20+ Stunden fühlt sich GreedFall 2 genau wie das an, was man von diesem Studio kennt: Ein Spiel mit starken Ideen, guter Atmosphäre und interessanten Ansätzen, das es aber nicht schafft, alles konsequent zu Ende zu denken.

Viele Systeme wirken „gut genug“, aber selten wirklich ausgearbeitet. Genau das wird mit der Zeit immer deutlicher.

Das ist kein plötzlicher Einbruch, sondern ein schleichender Effekt: Je länger ich spiele, desto mehr fallen mir diese Grenzen auf.

Mein Fazit: Warum meine Bewertung gesunken ist

Meine Meinung hat sich nicht komplett gedreht, aber sie hat sich verschoben.

GreedFall 2 bleibt ein gutes RPG, vor allem wegen seiner Welt, seiner Themen und seiner Atmosphäre. Aber die Schwächen im Gameplay, in der technischen Umsetzung und in der fehlenden Weiterentwicklung fallen nach längerer Spielzeit deutlich stärker ins Gewicht.

⭐ Meine aktualisierte Bewertung: 3,9 von 5 Sternen

Josephine Prater
Verfasst von Josephine Prater

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.