{"id":73458,"date":"2026-01-26T13:12:20","date_gmt":"2026-01-26T13:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/?p=73458"},"modified":"2026-01-26T13:12:51","modified_gmt":"2026-01-26T13:12:51","slug":"cassette-boy","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/news\/reviews\/cassette-boy\/","title":{"rendered":"Cassette Boy Rezension: Das clevere Puzzle Abenteuer, das eure Perspektive auf die Welt verdreht"},"content":{"rendered":"\n

Manchmal stecken die gr\u00f6\u00dften \u00dcberraschungen in den kleinsten Spielen. Gerade deshalb habe ich in letzter Zeit viel Freude daran gefunden, Solo Indie Projekte zu spielen, und vielleicht geht es euch \u00e4hnlich. Diese kleineren Titel wirken oft fokussierter und klarer in dem, was sie erreichen wollen. Vor allem im Vergleich zu gro\u00dfen Releases, die versuchen, alles gleichzeitig zu sein. Wenn ihr euch Spiele wie Animal Well<\/em>, Creature Keeper<\/em> oder BALL x PIT<\/em> anschaut, f\u00e4llt auf, dass sie lieber ein paar Ideen konsequent umsetzen, statt sich an schierer Gr\u00f6\u00dfe zu \u00fcbernehmen. Genau darin liegt ihre St\u00e4rke, und zwar bewusste Zur\u00fcckhaltung.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich garantiert diese Herangehensweise keinen automatischen Erfolg. Auch kleine Spiele k\u00f6nnen an mangelndem Feinschliff oder zu wenig Playtesting scheitern. Doch wenn alles zusammenpasst, entsteht etwas Besonderes. Cassette Boy<\/em> ist genau so ein Fall. Es ist ein kompaktes, eigenwilliges Puzzle Abenteuer, das nicht versucht, euch an die Hand zu nehmen, sondern euch einl\u00e4dt, neugierig zu sein, zu experimentieren und auch mal bewusst im Ungewissen zu bleiben.<\/p>\n\n\n\n

Wenn Perspektive zur Realit\u00e4t wird<\/h2>\n\n\n\n

Auf den ersten Blick wirkt Cassette Boy<\/em> fast schon harmlos. Ein Junge, eine kleine Stadt und eine verschwundene Mondkugel. Das klingt nach klassischem Abenteuer Baukasten. Doch schon nach kurzer Zeit wird klar, dass hier etwas anders l\u00e4uft. Cassette Boy<\/em> baut sein gesamtes Spielkonzept um eine einfache, aber \u00fcberraschend tiefgehende Frage herum: Existiert etwas \u00fcberhaupt noch, wenn ihr es nicht sehen k\u00f6nnt?<\/p>\n\n\n\n

\"Cassette<\/figure>\n\n\n\n

Genau diese Idee zieht sich durch jedes Puzzle, jeden Dungeon und sogar durch die Art, wie ihr euch durch die Welt bewegt. Die Kamera ist nicht nur ein Hilfsmittel, sondern ein aktiver Bestandteil des Gameplays. Dreht ihr die Perspektive, ver\u00e4ndert sich die Realit\u00e4t selbst. W\u00e4nde verschwinden, Wege \u00f6ffnen sich, Schalter bleiben gedr\u00fcckt, obwohl niemand mehr auf ihnen steht. Was zuerst wie ein netter visueller Trick wirkt, entwickelt sich schnell zu einem der cleversten Puzzle Konzepte des Jahrzehnts.<\/p>\n\n\n\n

Dabei verlangt das Spiel euch viel Vertrauen ab. Es erkl\u00e4rt wenig, testet eure Beobachtungsgabe und zwingt euch dazu, Regeln nicht nur zu lernen, sondern auch bewusst zu brechen. Oft f\u00fchlt es sich so an, als w\u00fcrdet ihr das Spiel austricksen. Nur um dann festzustellen, dass genau das die L\u00f6sung war. Cassette Boy<\/em> lebt von diesem Aha Moment, wenn sich pl\u00f6tzlich alles f\u00fcgt. Und je l\u00e4nger ihr spielt, desto mehr merkt ihr: Hier geht es nicht darum, den richtigen Knopf zu finden, sondern darum, die Welt anders zu sehen.<\/p>\n\n\n\n

Fortschritt als Denkaufgabe<\/h2>\n\n\n\n

Ein sehr besonderes Feature von Cassette Boy<\/em> ist seine bewusste Weigerung, euch klare Ziele oder Komfortfunktionen an die Hand zu geben. Es gibt keine Questmarker, kein Tagebuch und keine expliziten Hinweise darauf, was ihr als N\u00e4chstes tun solltet. Stattdessen seid ihr eingeladen, die Welt auf eigene Faust zu erkunden, Gespr\u00e4che mit NPCs ernst zu nehmen und auf subtile Ver\u00e4nderungen zu achten. Oft reicht es schon, nach einem Bosskampf erneut durch die Stadt zu laufen oder alte Orte noch einmal aufzusuchen, um neue Dialoge oder M\u00f6glichkeiten freizuschalten.<\/p>\n\n\n\n

Dies kann anfangs verunsichern, f\u00fchlt sich aber schnell \u00fcberraschend organisch an. Ihr m\u00fcsst also keine Aufgaben einfach abhaken, sondern Fortschritt kommt durch Aufmerksamkeit und Geduld. Zeit spielt dabei ebenfalls eine Rolle: An einem schlichten Lagerfeuer das Spiel zu speichern oder erneute Gebiete zu erkunden, kann Ereignisse im Hintergrund vorantreiben, ohne dass euch das Spiel explizit darauf hinweist. Das sorgt f\u00fcr Momente, in denen ihr euch fragt, ob etwas \u201ezuf\u00e4llig\u201c passiert ist, oder ob ihr gerade unbewusst den richtigen Schritt gemacht habt.<\/p>\n\n\n\n

Nat\u00fcrlich ist diese kryptische Struktur nicht f\u00fcr alle gleicherma\u00dfen angenehm. Es gibt Situationen, in denen ihr euch verloren f\u00fchlt oder mehrere Minuten ohne sichtbaren Fortschritt verbringt. Doch sich zu verlaufen bedeutet fast immer, etwas Neues zu entdecken. Es kann ein versteckter Raum, eine optionale Herausforderung oder ein Detail sein, das sp\u00e4ter wichtig wird. Das Spiel belohnt Neugier konsequent und bestraft Ungeduld. Deshalb f\u00fchlen sich gefundene L\u00f6sungswege ehrlich an.<\/p>\n\n\n\n

Dungeons, K\u00e4mpfe und kreative Zweckentfremdung<\/h2>\n\n\n\n
\"\"<\/figure>\n\n\n\n

So r\u00e4tselhaft Cassette Boy<\/em> im Aufbau ist, so klassisch wirkt es zun\u00e4chst im Kern. Die Struktur orientiert sich klar an alten Zelda Titeln. Ihr erkundet Dungeons, sammelt neue Tools und stellt euch Bossgegnern, um die verstreuten Mondfragmente zur\u00fcckzuholen. Doch auch hier bleibt Cassette Boy<\/em> seiner Philosophie treu, Erwartungen gezielt zu unterlaufen. <\/p>\n\n\n\n

Jeder Dungeon bringt eigene Ideen, Abk\u00fcrzungen und kleine \u00dcberraschungen mit sich, bleibt dabei aber angenehm kompakt. Nichts f\u00fchlt sich aufgebl\u00e4ht an, und trotzdem verbringt ihr oft mehr Zeit darin, als ihr zun\u00e4chst erwartet.<\/p>\n\n\n\n

Die K\u00e4mpfe sind funktional, aber nie der eigentliche Star. Schwert und Bogen erf\u00fcllen ihren Zweck, f\u00fchlen sich aber teilweise etwas sperrig an. Besonders der Bogen verlangt Geduld, da das vollst\u00e4ndige Aufladen lange dauert, w\u00e4hrend die Dreierkombo des Schwerts euch kurzzeitig an Ort und Stelle festnagelt. Wirklich spannend wird es immer dann, wenn K\u00e4mpfe und R\u00e4tsel ineinandergreifen. Einige Bossgegner lassen sich nicht einfach durch Schaden besiegen, sondern verlangen, dass ihr die Umgebung oder eure Perspektive clever nutzt.<\/p>\n\n\n\n

Am st\u00e4rksten gl\u00e4nzt Cassette Boy<\/em>, wenn es euch dazu bringt, eure Ausr\u00fcstung zweckzuentfremden. Bomben dienen nicht nur dazu, W\u00e4nde zu sprengen, sondern auch als improvisierte Trittstufen. Pfeile k\u00f6nnen Schalter aus der Distanz aktivieren. Jedes Item hat mehr als eine Funktion, auch wenn das Spiel euch das selten offen sagt. Genau dieses spielerische Um-die-Ecke Denken macht alles so befriedigend und l\u00e4sst selbst bekannte Tools immer wieder neu wirken.<\/p>\n\n\n\n

Technik, Performance und Look<\/h2>\n\n\n\n
\"Cassette<\/figure>\n\n\n\n

Auf technischer Ebene pr\u00e4sentiert sich Cassette Boy<\/em> insgesamt erfreulich stabil, was gerade bei einem Spiel mit st\u00e4ndigem Perspektivwechsel keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist. W\u00e4hrend meines Durchgangs lief das Abenteuer gr\u00f6\u00dftenteils fl\u00fcssig, mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde und ohne gravierende Abst\u00fcrze oder Spielblocker. Das sorgt daf\u00fcr, dass ihr euch auf das R\u00e4tseln und Erkunden konzentrieren k\u00f6nnt, statt gegen die Technik zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n

Gelegentlich bleiben Gegner nur kurz an Geometrie h\u00e4ngen oder Animationen wirken minimal unrund. Das sind keine gro\u00dfen Probleme, erinnern aber daran, dass es sich um ein vergleichsweise kleines Projekt handelt. Auff\u00e4lliger ist stellenweise die Lesbarkeit der Spielwelt: Durch den flachen Pixel 3D Stil und h\u00e4ufige Kameradrehungen kann es passieren, dass Tiefenwirkung oder Abst\u00e4nde schwer einzusch\u00e4tzen sind. Besonders in engen R\u00e4umen m\u00fcsst ihr die Perspektive mehrfach justieren, um sicherzugehen, dass ein Sprung oder ein Weg wirklich funktioniert.<\/p>\n\n\n\n

Auch das Interface bleibt sehr zur\u00fcckhaltend. Trefferfeedback, Schadensanzeigen oder klare Hinweise auf Interaktionsm\u00f6glichkeiten sind bewusst minimal gehalten. Das passt zur Designphilosophie, verlangt aber Aufmerksamkeit und Geduld. Technisch wirkt Cassette Boy<\/em> damit nie unfertig, aber auch nicht komplett poliert. <\/p>\n\n\n\n

Kleine Reibungspunkte im sonst so runden Design<\/h2>\n\n\n\n

So \u00fcberzeugend Cassette Boy<\/em> in seinen Ideen ist, ganz frei von Stolpersteinen ist das Erlebnis ehrlich gesagt nicht. Einige dieser Punkte haben mich w\u00e4hrend des Spielens immer wieder kurz aus dem Flow gerissen. Allen voran die Pr\u00e4sentation: Der bewusst flache, gr\u00fcnstichige Look ist stilvoll, kann aber gerade in komplexeren R\u00e4umen un\u00fcbersichtlich werden. <\/p>\n\n\n\n

Wichtige Objekte oder interaktive Elemente gehen manchmal im Hintergrund verloren, besonders wenn ihr die Kamera h\u00e4ufig drehen m\u00fcsst, um R\u00e4tsel zu l\u00f6sen. In l\u00e4ngeren Sessions kann das sogar leicht erm\u00fcdend oder unangenehm werden.<\/p>\n\n\n\n

Auch spielmechanisch gibt es Entscheidungen, die zumindest diskutabel sind. Das Levelsystem f\u00fchlt sich etwas \u00fcberfl\u00fcssig an, da ihr keinen Einfluss darauf habt, welche Werte steigen. Wenn ihr ein Gebiet unterlevelt angeht, wird es schlicht z\u00e4her, nicht taktischer. Eleganter w\u00e4re es gewesen, Fortschritt ausschlie\u00dflich \u00fcber optionale Herausforderungen und Upgrades zu steuern.<\/p>\n\n\n\n

Das Speichersystem hat mich aber am meisten frustriert. Gespeichert wird nur an Lagerfeuern, und ein Tod setzt euch sp\u00fcrbar zur\u00fcck. Gerade wenn ihr viel Beute gesammelt oder mehrere Levelaufstiege erreicht habt, kann ein ungl\u00fccklicher Treffer enorm demotivierend sein. Zwar helfen Abk\u00fcrzungen, doch ganz vermeiden l\u00e4sst sich dieser Frust nicht. Es sind keine gro\u00dfen Designfehler, aber genau die Art von Kanten, die man in einem ansonsten sehr durchdachten Spiel deutlich sp\u00fcrt.<\/p>\n\n\n\n

Atmosph\u00e4re, Musik und das Vertrauen in den Spieler<\/h2>\n\n\n\n
\"Cassette<\/figure>\n\n\n\n

Was Cassette Boy<\/em> trotz aller kleinen Schw\u00e4chen konstant richtig macht, ist sein Umgang mit Atmosph\u00e4re und Tonalit\u00e4t. Das Spiel schreit euch nie an, es dr\u00e4ngt sich nicht in den Vordergrund und verzichtet bewusst auf gro\u00dfe emotionale Ausbr\u00fcche. Stattdessen begleitet euch ein zur\u00fcckhaltender, lo-fi-inspirierter Soundtrack, der fast immer im Hintergrund bleibt und genau dadurch wirkt. <\/p>\n\n\n\n

Selbst in Momenten, in denen ihr nicht weiterwisst oder euch im Kreis dreht, sorgt die Musik daf\u00fcr, dass Frust selten \u00fcberhandnimmt. Sie vermittelt Ruhe, Nachdenklichkeit und dieses spezielle Gef\u00fchl, unterwegs zu sein, ohne genau zu wissen, wohin.<\/p>\n\n\n\n

Auch erz\u00e4hlerisch vertraut Cassette Boy<\/em> stark auf euch als Spieler. Die Geschichte entfaltet sich leise, fast beil\u00e4ufig, meist nach Bossk\u00e4mpfen oder durch kurze Gespr\u00e4che. Nichts wird erkl\u00e4rt, nichts ausformuliert. Das verlangt Aufmerksamkeit, l\u00e4sst aber auch Platz f\u00fcr eigene Interpretationen. Besonders gegen Ende zahlen sich diese zur\u00fcckhaltenden Entscheidungen aus, weil emotionale Momente nicht erzwungen wirken, sondern sich verdient anf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n

Dieses Vertrauen zieht sich durch das gesamte Spieldesign. Cassette Boy<\/em> geht davon aus, dass ihr experimentieren wollt, dass ihr scheitert, um daraus zu lernen, und dass ihr Freude daran habt, Zusammenh\u00e4nge selbst zu erkennen. Es ist ein Spiel, das euch ernst nimmt. Nicht, indem es besonders schwer ist, sondern indem es euch zutraut, neugierig zu sein. Genau diese Haltung verleiht dem Abenteuer eine stille Selbstsicherheit.<\/p>\n\n\n\n

Zug\u00e4nglichkeit, Klarheit und wer hier wirklich angesprochen wird<\/h2>\n\n\n\n

Cassette Boy<\/em> grenzt sein eigenes Publikum ein. Denn das Spiel richtet sich nicht an euch, wenn ihr klare Ziele, konstantes Feedback oder eine saubere Lernkurve erwartet. Viele Systeme erkl\u00e4ren sich erst r\u00fcckblickend, manche \u00fcberhaupt nicht. Das kann spannend sein, wobei es aber stellenweise unn\u00f6tig hermetisch wirkt. Gerade neue Mechaniken oder Item Features werden oft nur vage angedeutet, was dazu f\u00fchrt, dass ihr eher zuf\u00e4llig als gezielt Fortschritt macht.<\/p>\n\n\n\n

Besonders auff\u00e4llig ist das in den ersten Stunden, wenn mehrere Spielregeln gleichzeitig eingef\u00fchrt werden. Perspektivwechsel, Zeitfortschritt, Item Nutzung und Kampf laufen parallel, ohne klar priorisiert zu werden. Wer hier einen Moment die falsche Annahme trifft, kann sich schnell festgefahren f\u00fchlen. Nicht, weil ein R\u00e4tsel schwer ist, sondern weil eine Information fehlt. Das Spiel verl\u00e4sst sich stark darauf, dass ihr experimentiert, doch nicht jeder Fehlschlag f\u00fchlt sich lehrreich an.<\/p>\n\n\n\n

Auch die Benutzerf\u00fchrung bleibt minimalistisch bis spr\u00f6de. Hinweise, ob ein Bereich optional oder sp\u00e4ter relevant ist, fehlen fast vollst\u00e4ndig. Das f\u00f6rdert Entdeckerdrang, kann aber auch unn\u00f6tige Unsicherheit erzeugen. <\/p>\n\n\n\n

Cassette Boy<\/em> will euch so fordern, ohne euch zu f\u00fchren. Doch an manchen Stellen kippt dieses Konzept von selbstbewusstem Vertrauen in vermeidbare Unklarheit. F\u00fcr die richtige Zielgruppe ist das Teil des Charmes. F\u00fcr andere d\u00fcrfte es genau der Punkt sein, an dem Geduld in Frust umschl\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n

Wiederspielwert, Nachhall und was am Ende bleibt<\/h2>\n\n\n\n

Nach mehreren Stunden mit Cassette Boy<\/em> stellt sich weniger die Frage, wie viel es noch zu tun gibt, sondern was von diesem Abenteuer h\u00e4ngen bleibt. Rein strukturell ist der Wiederspielwert \u00fcberschaubar. Zwar gibt es optionale Herausforderungsareale, versteckte Upgrades und Geheimnisse, die ihr beim ersten Durchlauf \u00fcbersehen k\u00f6nnt, doch das Spiel ist klar als in sich geschlossene Erfahrung konzipiert. Ein zweiter Durchgang w\u00fcrde nicht als eine Optimierung dienen, sondern nur, um das Spiel vielleicht etwas besser zu verstehen. <\/p>\n\n\n\n

\"Cassette<\/figure>\n\n\n\n

Gerade weil viele Regeln und Zusammenh\u00e4nge erst sp\u00e4t wirklich klick machen, kann ein erneutes Spielen interessant sein. Wirklich nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Neugier. Ihr erkennt Abk\u00fcrzungen, seht fr\u00fchere R\u00e4tsel mit anderen Augen und merkt, wie konsequent das Design eigentlich aufgebaut ist. Gleichzeitig fehlt es an gr\u00f6\u00dferen Variationen oder alternativen L\u00f6sungswegen, die ein erneutes Durchspielen fundamental ver\u00e4ndern w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n

Ehrlich gesagt will Cassette Boy<\/em> nicht dauerhaft binden, sondern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Statt Checklisten oder Endgame Schleifen bietet es euch ein Erlebnis, das nachwirkt, weil ihr euch aktiv hineingedacht habt. Wenn ihr den Abspann erreicht, f\u00fchlt es sich nicht gerade wie ein Abschluss an. Es ist mehr wie das Ende eines Gedankens, den ihr noch eine Weile mit euch herumtragt.<\/p>\n\n\n\n

Fazit<\/h2>\n\n\n\n

Cassette Boy<\/em> ist ein Spiel, das bewusst leise bleibt und genau daraus seine St\u00e4rke zieht. Es setzt nicht auf gro\u00dfe Effekte oder permanente Belohnungsschleifen, sondern auf Vertrauen in eure Neugier und euren Willen, selbst zu denken. Die Perspektiv Mechanik ist nicht nur ein Gimmick, sondern das Fundament eines cleveren, konsequent durchdachten Puzzle Designs, das euch immer wieder dazu bringt, bekannte Regeln infrage zu stellen.<\/p>\n\n\n\n

Nicht jede Entscheidung geht dabei voll auf. Die kryptische Struktur, das strenge Speichersystem und kleinere Unklarheiten k\u00f6nnen Geduld kosten. Vor allem, wenn ihr klare F\u00fchrung gewohnt seid. Doch diese Punkte wirken selten unbeabsichtigt. Sie geh\u00f6ren zu einer Designphilosophie, die lieber fordert als erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n

Cassette Boy<\/em> ist kein Spiel f\u00fcr jeden. Nur wenn ihr Freude daran habt, euch zu verirren, zu experimentieren und L\u00f6sungen selbst zu erarbeiten, findet ihr hier ein ungew\u00f6hnlich durchdachtes Abenteuer. Es ist kompakt, eigenwillig und mutig genug, sich auf eine starke Idee zu verlassen \u2013 und diese konsequent auszuspielen.<\/p>\n\n\n\n

[su_table responsive=“yes“]<\/p>\n\n\n\n

Vorteile<\/strong><\/td>Nachteile<\/strong><\/td><\/tr>
Innovative Perspektiv Mechanik:<\/strong> Das Drehen der Kamera ver\u00e4ndert die Realit\u00e4t selbst und sorgt f\u00fcr kreative, oft \u00fcberraschende Puzzlel\u00f6sungen.<\/td>Kryptischer Fortschritt:<\/strong> Ohne Questmarker oder klare Hinweise kann es passieren, dass ihr euch zeitweise verloren f\u00fchlt.<\/td><\/tr>
Starkes Puzzle Design:<\/strong> R\u00e4tsel bauen logisch aufeinander auf und belohnen Experimentierfreude statt Auswendiglernen.<\/td>Strenges Speichersystem:<\/strong> Manuelles Speichern an Lagerfeuern und Fortschrittsverlust nach dem Tod k\u00f6nnen frustrieren.<\/td><\/tr>
Zur\u00fcckhaltende, stimmige Atmosph\u00e4re:<\/strong> Lo-fi Soundtrack und minimalistisches Storytelling unterst\u00fctzen das ruhige, nachdenkliche Spielgef\u00fchl.<\/td>Un\u00fcbersichtliche Optik stellenweise:<\/strong> Der flache Pixel 3D Stil kann bei h\u00e4ufigen Perspektivwechseln die Lesbarkeit erschweren.<\/td><\/tr>
Hoher Entdeckerreiz:<\/strong> Geheimnisse, optionale Herausforderungen und Mehrfachnutzung von Items laden zum Erkunden ein.<\/td><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/div><\/figure>\n\n\n\n

[\/su_table]<\/p>\n\n\n\n

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