{"id":73454,"date":"2026-01-26T13:02:12","date_gmt":"2026-01-26T13:02:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/?p=73454"},"modified":"2026-01-26T13:02:13","modified_gmt":"2026-01-26T13:02:13","slug":"casino-influencer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/news\/article\/casino-influencer\/","title":{"rendered":"Casino-Influencer vor Comeback? Gerichte heben Totalverbot auf"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den vergangenen Jahren waren <strong>Casino-Influencer in Deutschland<\/strong> kein Thema. Die Gemeinsame Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde der L\u00e4nder (GGL) hatte in ihren Musternebenbestimmungen zum Gl\u00fccksspielstaatsvertrag 2021 ein Influencer-Verbot stehen. Doch dieses Totalverbot kippt schrittweise. Hintergrund ist, dass der Gl\u00fccksspielstaatsvertrag 2021 grunds\u00e4tzlich freie Werbung erlaubt. Deswegen k\u00f6nnte es zu einem Comeback der Casino-Influencer kommen, allerdings unter strengen Auflagen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gerichte kassieren Influencer-Verbot Schritt f\u00fcr Schritt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als das Verwaltungsgericht Hamburg im Jahr 2022 das Influencer-Verbot in einem bemerkenswerten Urteil als unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig bezeichnete (Az. 14 E 3058\/22), war dies ein erster Hinweis darauf, dass das Totalverbot vielleicht nicht dauerhaft bestehen w\u00fcrde. Das VG Hamburg wies allerdings darauf hin, dass nur der Lizenzinhaber derartige Werbung nutzen d\u00fcrfe. Zudem <strong>m\u00fcsse die Werbung gescriptet sein<\/strong>. Ferner m\u00fcsse gew\u00e4hrleistet sein, dass keine Verst\u00f6\u00dfe gegen den Gl\u00fccksspielstaatsvertrag stattfinden. Das Urteil bezog sich allerdings vornehmlich auf Soziallotterien, nicht auf Online-Casinos und Online-Buchmacher.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wendepunkt beim OVG Sachsen-Anhalt: Zeitfenster und Kan\u00e4le im Fokus<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalt, das zust\u00e4ndig ist f\u00fcr die GGL, hielt im Juni 2023 (Az. 3 M 14\/23) das Verbot zun\u00e4chst aufrecht. Das Argument war dabei, dass Influencer-Werbung sich <strong>nicht mit dem Werbeverbot f\u00fcr Slots\/Poker zwischen 6 und 21 Uhr vereinbaren lie\u00dfe<\/strong>. Allerdings korrigierte sich das Gericht im Dezember 2023 (Az. 3 M 88\/23) und wies darauf hin, dass ein Zeitlimit durchaus umsetzbar sei, jedenfalls auf den eigenen Kan\u00e4len des Werbenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Juli 2025 erkannte das OVG, dass die vorherige Einschr\u00e4nkung auf eigene Kan\u00e4le zu weit gegangen sei (Az. 3 M 56\/25). Solange der Lizenznehmer sicherstellen k\u00f6nne, dass auf externen Kan\u00e4len Influencer-Werbung gescriptet und innerhalb der vorgeschriebenen Werbezeiten platziert werde, sei dies ebenfalls <strong>zul\u00e4ssig<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das OVG fordert in diesem Urteil die GGL dazu auf, klare Scripting-Richtlinien aufzustellen, damit die Lizenznehmer wissen, wie rechtskonforme Influencer-Werbung aussieht. Das <strong>Pauschalverbot ist damit endg\u00fcltig gefallen<\/strong>. Spannend wird allerdings sein, wie die GGL der Aufforderung des Gerichts nachkommt. Eine erste Reaktion gibt es bereits.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">GGL-Reaktion: Influencer-Verbot in der Praxis nur teilweise gekippt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die GGL verzichtet vorerst auf die Durchsetzung des Verbots beim OVG Sachsen-Anhalt. Allerdings gibt es einen interessanten Umstand, der dazu f\u00fchrt, dass eine <strong>Ungleichbehandlung<\/strong> entsteht. Alle Online-Casinos mit GGL-Lizenz profitieren von der neuen Rechtsprechung. Aber es gibt zahlreiche Online-Buchmacher, die in der \u00dcbergangsphase zum Gl\u00fccksspielstaatsvertrag 2021 ihre Lizenz in Hessen bekommen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Buchmacher m\u00fcssen, wenn sie gegen das Verbot vorgehen wollen, in Hessen klagen. Obwohl es <strong>keine Unterschiede in den Lizenzklauseln<\/strong> gibt, wird somit eine Ungleichheit vor Gericht provoziert, die zu weiteren Klagen f\u00fchren k\u00f6nnte. Fraglich ist allerdings, wie viele Anbieter tats\u00e4chlich die neuen M\u00f6glichkeiten der Influencer-Werbung f\u00fcr Casinos und Buchmacher nutzen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kein gro\u00dfes Comeback der Influencer-Werbung zu erwarten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gro\u00dfen Zeiten der Casino-Influencer sind in Deutschland vorbei und werden auch nicht zur\u00fcckkehren. Die Zeiten, als <strong>MontanaBlack und Knossi mit Casino-Werbung Millionen abr\u00e4umten<\/strong>, werden auch mit den neuen M\u00f6glichkeiten nicht zur\u00fcckkehren. Die klassische Influencer-Werbung lebt davon, dass der Influencer sich frei und ungezwungen verhalten kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn das Totalverbot gekippt ist, gibt es durch die Scripting-Pflicht eine strenge Vorgabe. Die <strong>Influencer m\u00fcssen Manuskripte vorlesen<\/strong> und alle Inhalte m\u00fcssen exakt zu den GGL-Richtlinien und zum Gl\u00fccksspielstaatsvertrag passen. Auch die zeitliche Begrenzung auf 21 bis 6 Uhr macht das Thema in der Praxis unattraktiv f\u00fcr echte Influencer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht zuletzt bleiben die Risiken hoch. <strong>Strafen von bis zu 500.000 \u20ac<\/strong> sind m\u00f6glich. Den gro\u00dfen Reibach k\u00f6nnten Casino-Influencer ohnehin nur mit Gl\u00fccksspielanbietern ohne deutsche Lizenz machen. Es kann durchaus sein, dass der eine oder andere Youtuber demn\u00e4chst als so etwas wie ein Testimonial in den sozialen Medien f\u00fcr Casinos Werbung macht. Aber das hat mit echter Influencer-Werbung wenig zu tun.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Influencer-Verbot bleibt erfolgreicher Bestandteil deutscher Gl\u00fccksspielregulierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn das Verbot der Influencer-Werbung gekippt ist, wird sich in der Praxis nicht viel \u00e4ndern. Die <strong>Auflagen sind zu hoch<\/strong>, um das Thema Online-Casinos wieder f\u00fcr Influencer-Marketing interessant zu machen. Das ist vielleicht auch gut so, denn bei aller Kritik am Gl\u00fccksspielstaatsvertrag l\u00e4sst sich doch feststellen, dass die Werbung \u00fcber Casino-Influencer weitgehend zusammengebrochen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutsche Youtuber, die sich eine goldene Nase daran verdienen, f\u00fcr illegale Online-Casinos Werbung zu machen, gibt es praktisch nicht mehr. Alle gro\u00dfen Namen sind aus dem Gesch\u00e4ft ausgestiegen. F\u00fcr legale Online-Casinos zu werben, kann auch eine gute Einnahmequelle sein. Aber die Betr\u00e4ge, die die legalen Gl\u00fccksspielanbieter zahlen k\u00f6nnen und wollen, <strong>werden erfolgreiche Influencer wahrscheinlich nicht reizen<\/strong>. Da das Verbot der Influencer-Werbung im Casino-Bereich vor allem dem Jugendschutz dienen soll, ist das letztlich eine gute Nachricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es w\u00e4re gut, wenn die Gemeinsame Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde der L\u00e4nder schnell klare Regeln f\u00fcr alle lizenzierten Anbieter schaffen w\u00fcrde. Die derzeitige Situation ist unbefriedigend, da zahlreiche Online-Buchmacher anders behandelt werden als die Gl\u00fccksspielanbieter, die ihre aktuelle Lizenz von der GGL erhalten haben. Das ist leider wieder einmal ein Beispiel daf\u00fcr, dass <strong>in Deutschland b\u00fcrokratische Kr\u00e4fte st\u00e4rker sind als Vernunft<\/strong>. Es bleibt zu hoffen, dass die GGL reagiert, bevor erneut unn\u00f6tige Gerichtskosten f\u00fcr den Steuerzahler verursacht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":851973,"featured_media":73455,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[773],"tags":[],"news-type":[],"keyword":[],"class_list":["post-73454","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-casino-news"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73454","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/851973"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73454"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73454\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73457,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73454\/revisions\/73457"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73454"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73454"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73454"},{"taxonomy":"news-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news-type?post=73454"},{"taxonomy":"keyword","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/keyword?post=73454"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}