{"id":69034,"date":"2025-11-21T10:53:00","date_gmt":"2025-11-21T10:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/?p=69034"},"modified":"2025-11-21T10:53:16","modified_gmt":"2025-11-21T10:53:16","slug":"schleswig-holstein-spielbanken-privatisieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/news\/article\/schleswig-holstein-spielbanken-privatisieren\/","title":{"rendered":"Schleswig-Holstein will Spielbanken absto\u00dfen \u2013 Privatisierungsprojekt mit gro\u00dfen Fragezeichen"},"content":{"rendered":"\n

Die schleswig-holsteinische Landesregierung plant, die vier staatlichen Spielbanken des Landes bis Oktober 2026<\/strong> zu verkaufen. Das ehrgeizige Privatisierungsprojekt st\u00f6\u00dft allerdings auf massiven Widerstand von Gewerkschaften, Experten und der Opposition im Landtag. Als Hauptargumente gegen den Verkauf werden wirtschaftliche Vorteile f\u00fcr den Staat und m\u00f6gliche Probleme beim Spielerschutz genannt.<\/p>\n\n\n\n

Spielbank SH GmbH soll bis Oktober 2026 privatisiert werden<\/h2>\n\n\n\n

Das Finanzministerium in Kiel hat sich ein \u00e4u\u00dferst ambitioniertes Ziel gesetzt. Die Betreiber-Firma der landeseigenen Spielbanken, die Spielbank SH GmbH, soll verkauft werden. Die vier staatlichen Spielbanken sollen in Zukunft von privaten Betreibern unterhalten werden. Zudem soll auch eine bereits genehmigte f\u00fcnfte Lizenz<\/strong> f\u00fcr den Standort Bargteheide<\/strong> zum Privatisierungspaket geh\u00f6ren. \u00dcberraschend kommt das Vorhaben der Landesregierung nicht, denn im Koalitionsvertrag ist die Privatisierung der Spielbanken festgeschrieben.<\/p>\n\n\n\n

Allerdings ist der Zeitplan \u00e4u\u00dferst ehrgeizig. Das Finanzministerium hat bereits einige externe Berater engagiert, um bis Herbst 2026 Erfolg vermelden zu k\u00f6nnen. Die renommierte Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells, die in Nordrhein-Westfalen bereits Erfahrung bei der Privatisierung von Spielbanken gesammelt hat, liefert eine strategische Transaktionsberatung<\/strong>. Derzeit sucht die Landesregierung eine weitere Kanzlei f\u00fcr eine rechtliche Transaktionsberatung. Die Ver\u00e4u\u00dferungsabsicht wurde ordnungsgem\u00e4\u00df im EU-Amtsblatt ver\u00f6ffentlicht, sodass auch potenzielle internationale Bieter rechtzeitig informiert worden sind.<\/p>\n\n\n\n

Spielbanken in Schleswig-Holstein: spannende Geschichte seit \u00fcber drei Jahrzehnten<\/h2>\n\n\n\n

Die Spielbanken in Schleswig-Holstein existieren teilweise schon seit \u00fcber drei Jahrzehnten und haben sich als profitable Einrichtungen erwiesen. Nicht zuletzt sind die Spielbanken auch Touristenmagneten<\/strong>. Als gro\u00dfen Verlust empfanden viele Gl\u00fccksspiel-Fans die Schlie\u00dfung der historischen Spielbank in Sylt Ende 2021. Da allerdings der Pachtvertrag auslief und nicht verl\u00e4ngert wurde, gab es keine Alternative.<\/p>\n\n\n\n

Das geplante Casino in Bargteheide wurde auch aufgrund der Schlie\u00dfung des Casinos in Sylt genehmigt<\/strong>. Der Standort bei Hamburg-Norden ist strategisch g\u00fcnstig, da nicht nur ein erheblicher Teil der Nachfrage aus der Hansestadt aufgefangen werden kann, sondern auch aus der n\u00e4heren Umgebung. Das ausdr\u00fcckliche Ziel ist es, in ganz Schleswig-Holstein eine solide Spielbanken-Infrastruktur zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n

Spielbanken in Schleswig-Holstein: erfolgreich und umstritten<\/h2>\n\n\n\n

Wenn es um Gl\u00fccksspiel geht, kommt es schnell zur Polarisierung der \u00f6ffentlichen Meinungen. Zun\u00e4chst muss allerdings festgehalten werden, dass die Spielbanken in Schleswig-Holstein wirtschaftlich erfolgreich <\/strong>arbeiten. Der Staat profitiert durch Steuereinnahmen und hat die komplette Kontrolle \u00fcber das angebotene Gl\u00fccksspiel. Staatliche Spielbanken-Betreiber k\u00f6nnen, so zumindest die Theorie, mehr auf Spielerschutz achten als gewinnorientierte private Gl\u00fccksspielanbieter.<\/p>\n\n\n\n

Deswegen stellt sich durchaus die Frage, warum das Land Schleswig-Holstein die Spielbanken verkaufen will<\/a>. Dabei gibt es verschiedene Beweggr\u00fcnde, die eine Rolle spielen. Zun\u00e4chst erhofft sich die Landesregierung erhebliche Einnahmen<\/strong>, die f\u00fcr wichtige Projekte eingesetzt werden k\u00f6nnen. Allerdings handelt es sich dabei um einen einmaligen Effekt.<\/p>\n\n\n\n

Dar\u00fcber hinaus gibt es aber bei vielen Politikern, insbesondere bei den liberal orientierten Ordnungspolitikern, die Einstellung, dass der Staat nicht zum Marktteilnehmer werden sollte<\/strong>. Bei den Spielbanken war das in Deutschland fl\u00e4chendeckend \u00fcber Jahrzehnte anders. Die zus\u00e4tzliche Kontrolle, die der Staat als Betreiber der Spielbanken leisten kann und soll, war dabei immer das schlagende Argument.<\/p>\n\n\n\n

Allerdings haben sich die Zeiten ge\u00e4ndert. In Schleswig-Holstein gibt es nicht nur vier Spielbanken, sondern auch zahlreiche privat betriebene Spielhallen. Dazu kommen Online-Casinos, Online-Buchmacher und Online-Pokeranbieter<\/strong>. Die Spielbanken f\u00fcllen eine wichtige Nische, aber die Idee, dass mit einem staatlichen Spielbanken-Betreiber der Spielerschutz insgesamt auf ein h\u00f6heres Niveau heben w\u00fcrde, scheint einigerma\u00dfen naiv zu sein.<\/p>\n\n\n\n

Heftige Kritik von Gewerkschaften und Experten<\/h2>\n\n\n\n

Die Privatisierungspl\u00e4ne werden nicht \u00fcberall positiv aufgenommen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) warnt in \u00f6ffentlichen Stellungnahmen ausdr\u00fccklich vor den Konsequenzen einer Privatisierung. Auch der Spielbanken-Experte Tobias Marx hat sich zu Wort gemeldet und kritisiert, dass die Landesregierung eine schnelle L\u00f6sung suche<\/strong>, um m\u00f6glichst schnell Geld in die klammen Kassen zu bekommen.<\/p>\n\n\n\n

Das ist ein wichtiges Argument, denn kurzfristig bringt der Verkauf der Spielbanken Schleswig-Holstein zwar einen ordentlichen Betrag in die Kasse. Aber wirtschaftlich betrachtet w\u00e4re es eventuell sinnvoller, die Spielbanken zu behalten<\/strong> und regelm\u00e4\u00dfig von den Einnahmen zu profitieren.<\/p>\n\n\n\n

Die Kombination aus hochwertigem Spielerschutz und regelm\u00e4\u00dfigen Einnahmen f\u00fcr den Staat ist insgesamt durchaus ein starkes Argument gegen die Privatisierung. Allerdings muss der Fairness halber erw\u00e4hnt werden, dass es in der Vergangenheit auch schon vorgekommen ist, dass Spielbanken \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum keine gro\u00dfen Einnahmen<\/strong> gebracht haben. Zudem hat das Jahr 2020 gezeigt, dass es externe Risiken gibt, die zu erheblichen finanziellen Verlusten f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n

Schleswig-Holstein orientiert sich an NRW<\/h2>\n\n\n\n

In Nordrhein-Westfalen wurden die Spielbanken bereits vor einigen Jahren verkauft. Die Privatisierung des staatlichen Spielbanken-Betreibers WestSpiel wurde durch ein neues Spielbankengesetz <\/strong>erm\u00f6glicht. Eine wichtige Erkenntnis aus NRW ist, dass eine Konzessionsvergabe zeitlich begrenzt sein sollte. Viele Experten sehen einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren als optimal an.<\/p>\n\n\n\n

Zudem sollte die Spielbankenabgabe so gestaltet sein, dass die privaten Spielbanken-Betreiber nicht dazu gezwungen sind, ihren Gewinn mit allen Mitteln zu optimieren. Spielerschutz<\/strong> muss auch bei privaten Gl\u00fccksspielanbietern immer an erster Stelle stehen. Deswegen \u00fcberlegt man in Schleswig-Holstein, einen ordnungspolitischen Beirat zu schaffen, der sich um das Thema Spielerschutz k\u00fcmmert.<\/p>\n\n\n\n

Kritik an mangelhafter parlamentarischer Beteiligung<\/h2>\n\n\n\n

Die schleswig-holsteinische Landesregierung vertritt die Auffassung, dass sie auf Basis der Landeshaushaltsordnung allein f\u00fcr den Verkauf zust\u00e4ndig sei und das Parlament nicht konsultieren m\u00fcsse. Allerdings fordert die oppositionelle SPD mehr Transparenz<\/strong> beim gesamten Verfahren. Das ist auch durchaus nachvollziehbar, denn immerhin sind alle B\u00fcrger des Landes von der Privatisierung betroffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":851973,"featured_media":69035,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[773],"tags":[],"news-type":[],"keyword":[],"class_list":["post-69034","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-casino-news"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69034","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/851973"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=69034"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69034\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":69036,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/69034\/revisions\/69036"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/69035"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=69034"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=69034"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=69034"},{"taxonomy":"news-type","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/news-type?post=69034"},{"taxonomy":"keyword","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gameshub.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/keyword?post=69034"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}