Skate Story ist ein wunderschöner Albtraum auf vier Rollen

Wenn ihr schon einmal ein Skateboard Spiel gespielt habt, kennt ihr das übliche Schema: Rampe anfahren, drehen bis euch schwindelig wird, einen absurden Combo landen… und wenn ihr stürzt, rappelt sich eure Skater einfach wieder auf. Skate Story, das im Dezember 2025 für die PlayStation 5 erschienen ist, nimmt diese vertraute Formel und zerlegt sie genüsslich in tausend Scherben. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Entwickelt von Sam Eng und veröffentlicht von Devolver Digital, fühlt sich Skate Story an wie eine Mischung aus Skate Video, Albtraum und Kunstinstallation. Es ist kein Spiel, das euch für Style Punkte oder Perfektion feiert. Es ist eines, das euch zwingt, jede Bewegung bewusst zu setzen. Hier geht es nicht darum, cool auszusehen, sondern ums Überleben.

Ihr spielt einen Dämon aus Glas, der durch eine bizarre Unterwelt rollt. Er ist fragil, verletzlich und ständig kurz davor, zu zerbrechen. Jeder Fehler hat Konsequenzen, jeder Aufprall schmerzt. Skate Story verlangt Geduld, Konzentration und die Bereitschaft, immer wieder zu scheitern. Gleichzeitig zieht euch das Spiel mit seiner hypnotischen Atmosphäre, seinem einzigartigen Soundtrack und seiner eigenwilligen Erzählweise in einen Flow, dem man sich nur schwer entziehen kann. Es ist wunderschön, fordernd und kompromisslos anders. Ein Skate Spiel für alle, die bereit sind, sich auf etwas völlig Neues einzulassen.

Skate Story: Der Teufel trägt Grip Tape

Die Prämisse von Skate Story packt euch sofort. Ihr seid kein gefeierter Profi auf der Jagd nach Sponsoren, sondern ein Dämon aus Glas, gefangen in der Unterwelt. Schlaf ist unmöglich, der Mond scheint unerträglich hell, weshalb ihr also kurzerhand beschließt, ihn zu essen. 

Der Teufel wittert einen Deal: Er gibt euch ein Skateboard, ihr rollt bis zum Mond, verschlingt ihn, und im Gegenzug winkt euch die Freiheit. Das ist gleichermaßen absurd, poetisch und überraschend ernsthaft erzählt. Skate Story weiß genau, wie es seine seltsame Idee emotional auflädt.

Dass euer Körper aus Glas besteht, ist dabei weit mehr als nur ein visuelles Gimmick. Ihr seid zerbrechlich, ständig bedroht und nie wirklich sicher. Während ein Sturz in Tony Hawk höchstens ein Schulterzucken auslöst, bedeutet er hier, dass euer Skater sofort zersplittert. So muss man immer am letzten Checkpoint wieder neu starten. Jeder Bordstein, jede schlecht getimte Landung kann euer Ende sein. Diese Fragilität verändert das gesamte Spielgefühl.

Ihr skatet also nicht, um stylische Combos für Punkte zu sammeln, sondern um zu überleben. Jeder Sprung ist ein Risiko, jede Kurve eine bewusste Entscheidung. Dadurch entsteht eine fast nervenaufreibende Spannung, die man in klassischen Sportspielen kaum kennt. 

Gleichzeitig passt dieses Gefühl perfekt zur Geschichte. Denn ihr seid ein verletzlicher Außenseiter, gefangen in den geometrischen Gesetzen der Hölle, der sich trotz Schmerz und Rückschlägen immer wieder neu zusammensetzt. Skate Story macht aus Skaten einen existenziellen Akt, und genau das macht diese Reise so eindrucksvoll.

Rhythmus statt Realismus

Wenn ihr aus Spielen wie Skate 3 oder Session kommt, müsst ihr euer Muskelgedächtnis erst einmal neu programmieren. Skate Story interessiert sich kaum für realistische Fußarbeit oder physikbasierte Stick Flicks. Stattdessen setzt das Spiel auf ein rhythmisches, buttonbasiertes System, das sich fast wie ein Musikspiel anfühlt. 

Ihr haltet eine Taste gedrückt, um in die Hocke zu gehen und Energie aufzubauen, lasst sie im richtigen Moment los, um abzuspringen, und formt eure Tricks anschließend mit gezielten Richtungsinputs in der Luft.

Das fühlt sich also nicht besonders nach einer Simulation, sondern deutlich mehr an Flow an. Der Trick liegt darin, einen inneren Takt zu finden und eure Eingaben mit visuellen Hinweisen und dem pulsierenden Soundtrack zu synchronisieren. Wenn alles zusammenpasst, entsteht ein fast tranceartiger Zustand: Ihr gleitet durch neongetränkte Levels, verbindet Sprünge und Grinds elegant miteinander und habt das Gefühl, wirklich eins mit dem Board zu sein.

Aber dieser Flow will erarbeitet werden. Skate Story verzeiht keine Hektik. Wer versucht, Tasten zu spammen oder ungeduldig zu spielen, zersplittert schneller, als man „Ollie“ sagen kann. Gerade am Anfang kann sich die Steuerung steif oder ungewohnt anfühlen, weil sie klare, bewusste Entscheidungen verlangt. Jeder Sprung braucht Vorbereitung, jede Landung Timing.

Genau darin liegt aber auch die Stärke des Systems. Es zwingt euch zur Konzentration und belohnt Präzision mit einem intensiven, fast meditativen Spielgefühl. Skate Story will nicht realistisch sein, sondern es will, dass ihr den Rhythmus spürt. Und sobald das Klick macht, entfaltet das Spiel eine ganz eigene Magie.

Eine Atmosphäre, die ihr spüren könnt

Die Präsentation ist ohne Frage die größte Stärke von Skate Story. Visuell ist das Spiel ein echtes Erlebnis mit der dunklen, brutalistischen Architektur, die auf grelle Neonlichter trifft, die sich auf eurem gläsernen Körper spiegeln und jede Bewegung in ein schimmerndes Schauspiel verwandeln. 

Auf einem 4K Fernseher kommt dieser Stil besonders gut zur Geltung, vor allem mit aktiviertem HDR, das Kontraste und Farben noch stärker hervorhebt. Jede Umgebung wirkt fremd, melancholisch und gleichzeitig seltsam einladend. Wie ein Traum, aus dem man nicht ganz aufwachen möchte.

Der Soundtrack von Blood Cultures trägt diese Stimmung perfekt mit. Die Mischung aus sphärischem Indie Pop, sanften Synths und psychedelischen Klängen zieht euch langsam in einen Flow Zustand hinein. Die Musik ist nicht nur Begleitung, sondern ein integraler Bestandteil des Spiels, der Tempo, Rhythmus und Emotionen lenkt und viele Momente fast meditativ wirken lässt.

Auf der PlayStation 5 verstärkt der DualSense Controller dieses Gefühl zusätzlich. Das haptische Feedback gehört zu den besten, die ich bisher erlebt habe. Denn ihr spürt förmlich den Unterschied, ob ihr über glatten Marmor gleitet oder über rauen Stein holpert. Die adaptiven Trigger setzen beim Pushen leichten Widerstand entgegen und geben dem Skaten ein angenehmes Gewicht, das die surrealen Bilder besser im Körper verankert.

Ganz frei von Problemen ist das Erlebnis aber nicht. Die Performance zeigt sich stellenweise wechselhaft. Während das Spiel auf der normalen PS5 meist stabil läuft, gibt es Berichte über Framerate Einbrüche, vor allem auf der PS5 Pro, wo die aufwendigen Transparenz- und Lichteffekte offenbar stärker ins Gewicht fallen. 

Für ein Spiel, das auf präzises Timing angewiesen ist, können solche Ruckler schnell frustrierend werden, und trüben eine ansonsten beeindruckende audiovisuelle Erfahrung.

Der Punkt, an dem es wehtut

Die größte Hürde für viele von euch wird ohne Zweifel der Schwierigkeitsgrad sein. Die zentrale „Zerbrechen”-Mechanik ist thematisch stark und passt perfekt zur Idee eines gläsernen Protagonisten. Spielerisch kann sie jedoch gnadenlos frustrieren. 

Ein kleiner Fehler, ein minimal zu enger Winkel oder ein ungünstig gesetzter Sprung reichen aus, um sofort zu zerschellen. Die Checkpoints liegen dabei nicht immer großzügig, sodass ihr mitunter längere Abschnitte erneut fahren müsst, nur weil ihr kurz vor dem Ziel an einer Kante hängen geblieben seid.

Skate Story ist kein Spiel zum Abschalten. Ihr könnt hier nicht nebenbei spielen oder gedankenverloren Tricks aneinanderreihen. Stattdessen verlangt es volle Konzentration, ein gutes Rhythmusgefühl und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen. 

Besonders die linearen „Dash“ Level treiben dieses Konzept auf die Spitze. Enge Tunnel, präzise gesetzte Hindernisse und hohes Tempo verwandeln diese Passagen schnell in Trial-and-Error Marathons, bei denen jeder Versuch ein klein wenig besser sitzen muss als der letzte.

Das kann unglaublich befriedigend sein, wenn ihr einen Abschnitt endlich meistert. Es fühlt sich aber genauso frustrierend an, wenn manchmal nichts klappt. Denn das Spiel will, dass ihr den Schmerz eures Protagonisten nachvollzieht, jedes Scheitern spürt und euch trotzdem wieder auf das Board stellt. 

Manchmal gelingt diese emotionale Verbindung perfekt, aber manchmal geht sie auch wirklich fast zu weit. Wer Durchhaltevermögen mitbringt, wird belohnt. Wer schnelle Erfolge sucht, könnte hier an seine Grenzen stoßen.

Zwischen Flow Zustand und innerem Widerstand

Was Skate Story besonders macht, ist das permanente Spannungsfeld zwischen absolutem Flow und kompletter Blockade. In den besten Momenten gleitet ihr scheinbar schwerelos durch die surrealen Areale der Unterwelt, reiht Tricks aneinander, trefft jeden Absprung im richtigen Takt und bewegt euch fast automatisch zur Musik. Diese Augenblicke fühlen sich wie ein meditativer Zustand an. Als würden Bild, Sound und Eingaben für ein paar Sekunden vollkommen miteinander verschmelzen.

Doch genauso schnell kann dieser Zustand kippen. Ein falsch getimter Tastendruck, ein minimaler Kontrollverlust oder ein zu ehrgeiziger Move, und ihr zerbrecht erneut in tausend Splitter. Skate Story zwingt euch dazu, eure eigenen Grenzen kennenzulernen: Wie viel Risiko geht ihr ein? Wann brecht ihr einen Lauf lieber ab, statt ihn auf Biegen und Brechen zu Ende zu fahren? Das Spiel belohnt Geduld und Zurückhaltung genauso wie Mut und Experimentierfreude.

Interessant ist dabei, wie sehr sich diese Mechanik auf euer eigenes Mindset auswirkt. Mit jedem erneuten Versuch werdet ihr ruhiger, fokussierter und lernt, eure Eingaben bewusster zu setzen. Das Scheitern fühlt sich nicht wie eine Strafe an, sondern wie ein notwendiger Teil des Lernprozesses. 

Genau hier entfaltet Skate Story seine größte Stärke: Es erzählt seine Geschichte nicht nur durch Bilder und Dialoge, sondern durch das, was ihr selbst erlebt.

Sinnsuche, Humor und stille Momente

Abseits von Tricks, Timing und Schwierigkeit erzählt Skate Story überraschend viel über Themen, die man in einem Skate Spiel kaum erwarten würde. Die Welt ist bevölkert von seltsamen, oft melancholischen NPCs, die euch mit trockenem Humor, absurden Beobachtungen oder kurzen Dialogfetzen begegnen. 

Diese Begegnungen wirken manchmal wie kleine Gedichte, manchmal wie Witze aus der Hölle, und genau das macht sie so einprägsam. Sie geben der Reise emotionale Haltepunkte, ohne jemals den Spielfluss zu stark zu unterbrechen.

Auch strukturell geht Skate Story eigene Wege. Fortschritt fühlt sich weniger wie klassisches „Leveln“ an, sondern eher wie ein innerer Prozess. Souls, die ihr durch sauberes Skaten sammelt, dienen nicht nur als Währung für neue Board-Teile oder Sticker, sondern verstärken das Gefühl, dass jeder gelungene Run Bedeutung hat. 

Dazu kommen überraschend viele Zugänglichkeitsoptionen. Ihr könnt Timings anpassen, Schadenswerte verändern oder sogar automatische Tricks aktivieren. Das senkt zwar nicht den Anspruch, macht das Spiel aber deutlich offener für unterschiedliche Spielstile und Fähigkeiten.

Besonders bemerkenswert ist, wie Skate Story mit Wiederholung umgeht. Scheitern fühlt sich nicht wie Stillstand an, sondern wie ein Teil der Erzählung. Jeder erneute Versuch fügt sich organisch in dieses seltsame, kreisförmige Universum ein. Kurz gesagt handelt es sich also um ein Spiel, das nicht nur von Bewegung handelt, sondern auch von Bedeutung, Ausdauer und dem Mut, es immer wieder zu versuchen.

Kurz vor dem letzten Kickflip

Je länger ihr euch durch Skate Story bewegt, desto klarer wird, dass dieses Spiel nicht besonders am klassischen Fortschritt interessiert ist, sondern an persönlicher Entwicklung. Es geht nicht darum, möglichst schnell „durchzukommen“. Es geht darum, euch selbst an das Tempo, den Rhythmus und die Eigenheiten dieser Welt anzupassen. Jeder Abschnitt fordert etwas anderes von euch: mal Präzision, mal Geduld, mal den Mut, einen riskanten Sprung trotzdem zu wagen.

Dabei entsteht eine ungewöhnlich intime Beziehung zwischen euch, dem Board und der Umgebung. Ihr lernt Strecken auswendig, spürt, wann ihr abbremsen müsst, und erkennt Muster dort, wo vorher nur Chaos war. Gleichzeitig bleibt stets eine gewisse Unruhe bestehen. Die Gewissheit, dass ein einziger Fehler alles beenden kann. 

Genau dieses fragile Gleichgewicht aus Kontrolle und Kontrollverlust prägt das gesamte Erlebnis. Skate Story ist also wirklich kein Spiel, das euch an die Hand nimmt. Es fordert euch heraus, euch selbst zu vertrauen. Deshalb bleibt es so lange im Kopf, auch wenn der Controller längst wieder zur Seite gelegt ist.

Fazit

Skate Story ist ein Kunstwerk, das zufällig auch ein Skateboard Spiel ist. Genau darin liegt seine größte Stärke. Es nimmt ein bekanntes Genre und reißt ihm bewusst die Sicherheitsnetze weg. Statt entspannter Highscores und endloser Tricks erwartet euch ein Spiel, das Spannung, Verletzlichkeit und Bedeutung in jede Bewegung legt. 

Jeder Run ist riskant, jeder Fehler schmerzhaft, und genau dadurch entsteht diese einzigartige Intensität, die man so kaum aus Sportspielen kennt. Das Zusammenspiel aus rhythmischer Steuerung, kompromissloser Schwierigkeit und der ständigen Angst vor dem Zersplittern sorgt für ein Erlebnis, das euch zwingt, präsent zu bleiben.

Gleichzeitig lebt Skate Story von seiner Atmosphäre. Die audiovisuelle Präsentation ist außergewöhnlich: Neonlichter spiegeln sich im Glaskörper des Skaters, der Soundtrack zieht euch in einen tranceartigen Flow, und das haptische Feedback des DualSense verankert diese surreale Welt spürbar in euren Händen. 

Hinzu kommen die leisen, oft absurden Begegnungen mit NPCs, die dem Spiel eine unerwartete emotionale Tiefe verleihen und Themen wie Sinnsuche, Wiederholung und Ausdauer subtil mitschwingen lassen.

Wer ein entspanntes Sandbox Spiel sucht, um ohne Druck Tricks zu üben, wird hier vermutlich scheitern. Skate Story verlangt Geduld, Konzentration und die Bereitschaft, immer wieder neu anzusetzen. Doch wenn ihr offen für ein forderndes, ungewöhnliches Erlebnis seid, das spielerische Mechanik mit Kunst, Humor und Melancholie verbindet, dann ist diese Reise absolut lohnenswert. Ihr werdet oft zerbrechen… aber genau darin liegt der Reiz.

VorteileNachteile
Unglaubliche Atmosphäre: Die Glasdämon Ästhetik und die Vaporwave Optik sind einzigartig und visuell beeindruckend.Bestrafender Schwierigkeitsgrad: Die „Zersplittern“ Mechanik sorgt dafür, dass ein einzelner Fehler sofort tödlich ist und schnell frustrieren kann.
Erstklassiger Soundtrack: Die Musik von Blood Cultures erzeugt eine perfekt hypnotische, fast tranceartige Stimmung.Steife Steuerung: Das rhythmische, buttonbasierte Skaten bietet weniger Freiheit und Flow als klassische Analogstick Simulationen.
DualSense Meisterstück: Starkes haptisches Feedback lässt euch Untergründe und Landungen deutlich spüren.Technische Hänger: Framerate Einbrüche, besonders auf der PS5 Pro, können die nötige Präzision beeinträchtigen.
Packende Erzählung: Die seltsame, poetische Geschichte rund ums „Mondessen“ gibt dem Skaten mehr Bedeutung als nur Highscores.Checkpoint Probleme: Einige Rücksetzpunkte liegen zu weit zurück und zwingen euch, einfache Passagen erneut zu spielen.
  • Plattformen: PC, PlayStation 5, Nintendo Switch 2
  • Entwickler: Sam Eng
  • Publisher: Devolver Digital
  • Release-Datum: 8. Dezember 2025

Roman hat schon recht früh angefangen, Videospiele zu spielen. Wie früh? Nun, sagen wir mal, als die Nintendo 64 herauskam, und kurz darauf wurden GoldenEye 007 und Perfect Dark jahrelang zu einem Fixpunkt seines Alltags. Im Laufe der Jahre hat sich Romans Leidenschaft für Spiele auf anderen Konsolen und auch auf das Internet ausgeweitet, wo er die faszinierende Welt der Online Slots, Live Casinos, Poker und Wetten entdeckt hat. Seit über 6 Jahren arbeitet er nun schon mit den besten Plattformen und Software Anbietern zusammen und trägt dazu bei, dass die Branche auf verantwortungsvolle und respektvolle Weise weiterwächst. So ist er schlussendlich bei Gameshub gelandet.