Mit Solasta II habe ich genau die Art von Rollenspiel gefunden, die heutzutage fast schon selten geworden ist: kein überinszeniertes Story-Spektakel, sondern ein Spiel, das sich voll auf taktische Kämpfe, Charakterentwicklung und echte Entscheidungen konzentriert.
Schon nach kurzer Zeit wurde mir klar: Das hier ist kein Spiel, das dich durchzieht. Du musst selbst denken, planen und auch mal scheitern.
Deine Gruppe ist alles
Wie schon im Vorgänger steuerst du eine komplette Gruppe, nicht nur einen Helden. Vier Charaktere, die du selbst erstellst und entwickelst. Und genau hier verbringe ich erstmal ordentlich Zeit. Klassen, Hintergründe, Fähigkeiten: Alles greift ineinander. Auch wenn die Auswahl aktuell noch etwas begrenzt ist, fühlt sich jede Entscheidung wichtig an.

Was mir besonders gefallen hat: Die Gruppe wirkt nicht wie austauschbare Figuren. Dialoge und Situationen reagieren darauf, wer spricht und welche Werte deine Charaktere haben.
Das sorgt dafür, dass sich das Ganze mehr wie eine echte Rollenspielrunde anfühlt und weniger wie ein klassisches Videospiel.
Kämpfe, die wirklich fordern
Das Herzstück von Solasta 2 sind die Kämpfe und die haben es in sich. Rundenbasiert, klar strukturiert, aber alles andere als simpel. Positionierung, Sichtlinien, Zauberreichweiten – hier zählt jede Entscheidung. Selbst frühe Kämpfe können überraschend hart sein und zwingen dich dazu, deine Gruppe sinnvoll einzusetzen.

Ich habe schnell gemerkt: Einfach drauflos spielen funktioniert hier nicht. Wenn ich unüberlegt handle, werde ich bestraft. Und genau das sorgt für diese besonderen Momente, wenn ein Kampf am Ende doch noch aufgeht, obwohl alles verloren schien.
D&D-System spürbar umgesetzt
Solasta 2 orientiert sich stark an den Regeln von Dungeons & Dragons, und das merkt man überall. Würfelwürfe entscheiden über Erfolg oder Misserfolg, Fähigkeiten greifen ineinander, und viele Mechaniken fühlen sich direkt aus einer Pen-&-Paper-Runde übernommen an.
Gerade Fans klassischer Rollenspiele werden hier sofort verstehen, wie das System funktioniert und sich wahrscheinlich direkt zuhause fühlen.
Erkundung mit Struktur
Die Welt wirkt nicht wie eine riesige offene Sandbox, sondern eher wie eine strukturierte Abenteuerkarte.
Du bewegst dich über verschiedene Gebiete, entdeckst neue Orte und entscheidest, welchen Weg du gehst. Dabei gibt es immer wieder kleine Events, Kämpfe oder Entscheidungen, die deinen Fortschritt beeinflussen.

Ich mochte diesen Ansatz, weil er das Spiel fokussierter wirken lässt. Es gibt weniger Leerlauf, dafür mehr gezielte Inhalte.
Präsentation deutlich verbessert
Im Vergleich zum ersten Teil hat sich einiges getan. Die Charaktere wirken lebendiger, Dialoge sind besser inszeniert und insgesamt fühlt sich das Spiel deutlich moderner an. Auch die Grafik ist sichtbar aufgewertet worden.
Natürlich ist das kein AAA-Blockbuster, aber das muss es auch nicht sein. Für mich zählt hier eher, dass alles stimmig zusammenpasst.
Early Access merkt man noch
So gut der Eindruck ist, merkt man dem Spiel seinen Early-Access-Status an. Inhalte fehlen noch, einige Systeme sind noch nicht komplett ausgebaut und auch Features wie Koop sollen erst später kommen.

Auch bei der Charaktervielfalt und beim Umfang ist noch Luft nach oben. Das Fundament steht, aber es ist noch nicht alles fertig.
Mein Fazit
Solasta 2 ist genau ein solches Rollenspiel, das ich mir gewünscht habe. Aber auch eines, das nicht für jeden gemacht ist.
Es fordert dich, es verlangt Geduld und es belohnt dich nicht sofort. Dafür bekommst du ein Spiel, das sich unglaublich befriedigend anfühlt, wenn du dich darauf einlässt.
Die Kämpfe gehören schon jetzt zu den stärksten, die ich in einem taktischen RPG gespielt habe, und das System dahinter motiviert mich immer wieder, neue Strategien auszuprobieren.
Klar, es ist noch nicht fertig. Aber das, was schon da ist, funktioniert. Wenn du klassische Rollenspiele liebst und keine Angst vor komplexen Systemen hast, solltest du Solasta 2 definitiv im Auge behalten.
⭐ Meine Bewertung: 4,3 von 5 Sternen
| Pro | Con |
| Tiefes, taktisches Kampfsystem | Einstieg anspruchsvoll |
| Starke Umsetzung der D&D-Regeln | Noch im Early Access (fehlende Inhalte) |
| Charaktererstellung mit echten Auswirkungen | Auswahl bei Klassen/Rassen aktuell begrenzt |
| Deutlich bessere Präsentation als im Vorgänger | Nicht für Gelegenheitsspieler gedacht |
| Hohe strategische Tiefe |
Erscheinungsdatum: 12.3.2026 (Early Access)
Plattformen: PC (Microsoft Windows)
