Avowed Review – Magie, Moral und mächtige Momente

Ich habe lange auf dieses Spiel gewartet. Nicht nur, weil es von Obsidian kommt, sondern weil ich wissen wollte: Schaffen sie es, ihr erzählerisches Talent in ein großes First-Person-Fantasy-RPG zu übertragen? Nach vielen Stunden in Eora kann ich dir sagen: Ja,  mit kleinen Abstrichen, aber mit viel Herz und verdammt guten Ideen. Avowed ist kein zweites Skyrim. Und genau das ist seine größte Stärke. Willkommen bei der Avowed Review von GamesHub.

Die Welt: Eora lebt – und atmet anders

Wenn du bereits mit Pillars of Eternity vertraut bist, erkennst du viele Begriffe, Götter und politische Spannungen wieder. Aber keine Sorge: Du musst die Vorgänger nicht kennen, um hier reinzufinden.

Ich habe die Welt als unglaublich dicht erlebt. Städte fühlen sich bewohnt an, Gespräche sind nicht bloße Quest-Abhakdialoge, sondern echte Diskussionen über Macht, Glauben und Verantwortung. Besonders gefallen hat mir, wie moralische Entscheidungen nicht schwarz-weiß daherkommen. Oft sitzt du da und denkst: „Verdammt, beide Seiten haben recht.“ Und genau diese Grauzonen machen Avowed erzählerisch stark.

Gameplay: Magie trifft Wucht

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Kommen wir zum Herzstück: dem Kampfsystem. Und hier war ich ehrlich positiv überrascht. Du kannst frei kombinieren:

  • Zauber in der linken Hand
  • Schwert oder Pistole in der rechten
  • Oder beidhändig Magie wirken
  • Oder als Nahkampf-Bruiser alles kurz und klein schlagen

Das fühlt sich dynamisch an. Schnell. Direkt. Zauber haben Wucht, Trefferfeedback sitzt, und der Wechsel zwischen Fern- und Nahkampf läuft flüssig.

Was mir besonders gefallen hat: Es gibt kein starres Klassenkorsett. Du entwickelst dich organisch in die Richtung, die dir Spaß macht. Ich bin irgendwann zu einem magischen Frontkämpfer mutiert – halb Zauberer, halb Berserker – und das Spiel hat mich dafür nicht bestraft.

Natürlich: Es ist kein Hardcore-Soulslike. Wer ultratiefes Combat-Timing sucht, wird hier nicht maximal gefordert. Aber für ein Story-RPG ist das Kampfsystem angenehm fordernd und vor allem unterhaltsam.

Dialoge & Entscheidungen: Obsidian bleibt Obsidian

Hier spielt das Studio seine größte Stärke aus. Die Dialoge sind klug geschrieben, oft mit trockenem Humor und subtiler Ironie. Du kannst diplomatisch sein, aggressiv, manipulativ oder schlicht neugierig. Und das Beste: Deine Entscheidungen haben spürbare Konsequenzen.

Nicht jede Wahl verändert die komplette Welt, aber viele beeinflussen Charaktere, Fraktionen oder spätere Gesprächsverläufe merklich. Ich hatte mehrere Momente, in denen ich dachte: „Okay, das kommt jetzt zurück.“ Und das tut es auch.

Begleiter sind keine Statisten

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Deine Gefährten sind mehr als nur Kampfunterstützung. Sie kommentieren Situationen, reagieren auf deine Entscheidungen und bringen eigene Ansichten mit.

Ich mochte besonders, dass sie nicht ständig zustimmen. Manche hinterfragen dich, andere unterstützen dich blind. Diese Dynamik macht das Reisen durch die Welt lebendiger. Gameplay-technisch greifen sie aktiv ein, ohne dir die Show zu stehlen. Eine gute Balance.

Präsentation: Kein Grafik-Monster, aber stilvoll

Visuell ist Avowed kein technisches Referenzwerk. Aber es hat Stil. Die Farbpalette ist kräftig, fast schon malerisch. Wälder leuchten, magische Effekte knallen, Städte wirken warm und lebendig. Es ist weniger düster-realistisch als viele andere Fantasy-RPGs – und das gefällt mir.

Technisch lief es bei mir stabil. Keine massiven Bugs, keine frustrierenden Glitches. Hier merkt man, dass sauber gearbeitet wurde.

Umfang & Struktur

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Das Spiel setzt nicht auf eine riesige, leere Open World. Stattdessen bekommst du mehrere größere, dichte Gebiete. Und das finde ich ehrlich gesagt besser.

Weniger Laufwege, mehr Inhalt pro Quadratmeter. Nebenquests wirken nicht wie Füllmaterial, sondern wie kleine Nebengeschichten mit Bedeutung. Klar, nicht jede Mission ist ein Highlight, aber die Trefferquote ist hoch. Ich hatte nie das Gefühl, Zeit totzuschlagen.

Kritikpunkte

So begeistert ich bin, ein paar Dinge hätte ich mir noch stärker gewünscht:

  • Die Gegnervielfalt ist solide, aber nicht überragend.
  • Manche Systeme (Crafting, Loot) bleiben funktional statt revolutionär.
  • Wer eine gigantische Sandbox erwartet, bekommt hier eher ein fokussiertes Abenteuer.

Aber das sind für mich keine gravierenden Schwächen, eher verpasste Chancen zur Perfektion.

Mein Fazit

Wenn du Story-RPGs mit starken Dialogen liebst, flexible Charakterentwicklung schätzt, Moral-Grauzonen spannender findest als Held-oder-Bösewicht-Klischees und ein kompaktes, dichtes Fantasy-Erlebnis willst, dann wirst du hier viel Freude haben.

Wenn du dagegen nur eine riesige Sandbox zum endlosen Erkunden suchst, ist das vielleicht nicht ganz dein Spiel.

Avowed ist kein revolutionärer Genre-Umsturz, aber ein verdammt gutes Fantasy-RPG mit Herz, Haltung und spielerischer Freiheit. Für mich ein starkes Abenteuer, das genau weiß, was es sein will. Und manchmal ist genau das mehr wert als Größe um jeden Preis.

Meine Bewertung: 4,3 / 5 Sternen

ProCon
Stark geschriebene Dialoge und EntscheidungenKeine riesige Sandbox
Flexibles, spaßiges KampfsystemGegnerdesign könnte vielfältiger sein
Dichte, lebendige SpielweltEinige Systeme bleiben eher klassisch
Gute Begleiter mit Persönlichkeit
Fokus statt Open-World-Überladung
Technisch stabil

Erscheinungsdatum: 18.2.2026

Plattformen: PS5, Xbox Series X/S, PC (via Steam, Windows Store und Battle.net)

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.