Der Fall Squirrel Mort: Gamer verliert durch Hack umfangreiche Xbox-Spielesammlung

Stell Dir vor, Du startest Deine Xbox und plötzlich ist alles weg. Keine Spiele, keine Erfolge, keine Historie aus Jahren. Genau so erging es einem Gamer, der im Netz unter dem Namen Squirrel Mort bekannt ist. Nach einem Hack verlor er den Zugriff auf seine komplette Xbox-Spielesammlung der letzten 15 Jahre. Was zunächst wie ein Einzelfall klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als wiederkehrendes Muster. In Foren und sozialen Netzwerken häufen sich Berichte über ähnliche Vorfälle, bei denen selbst der Support von Microsoft oft nicht weiterhelfen kann.

Wenn ein Microsoft-Account plötzlich weg ist

Die Story ist schnell erzählt und gerade deshalb so beunruhigend. Squirrel Mort berichtete auf X, wie Unbekannte Zugriff auf seinen Microsoft Account erlangten und innerhalb kurzer Zeit die zentralen Sicherheitsdaten änderten. Die hinterlegte E-Mail-Adresse wurde einfach ersetzt, die Passwörter zurückgesetzt und Schutzmechanismen angepasst. Der rechtmäßige Besitzer war von einem Moment auf den anderen ausgesperrt. Ein Login war für ihn ab diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.

In den folgenden Tagen wandte sich Squirrel Mort mehrfach an den Support von Microsoft. Trotz detaillierter Angaben, früherer Zahlungsdaten und Hinweise auf ungewöhnliche Login-Aktivitäten auf seinem Account erhielt er fast nur automatisierte Antworten. Seine Support-Tickets wurden einfach wieder geschlossen, ohne dass der Account wieder freigeschaltet wurde. Der Vorfall blieb also vom Support formal unbehandelt.

Besonders schmerzhaft ist der Umfang des Verlusts. Squirrel Morts Bibliothek umfasste digitale Spiele aus rund 15 Jahren, darunter zahlreiche Xbox 360 Titel, Erweiterungen, Erfolge und Spielstände. Tausende Euro an Käufen sind damit nicht mehr zugänglich. Doch der eigentliche Schaden geht darüber hinaus, denn mit dem Account verschwinden natürlich auch Erinnerungen an durchgespielte Abende, freigeschaltete Erfolge und persönliche Meilensteine.

Für viele Spieler ist eine solche Sammlung mehr als eine Liste digitaler Lizenzen. Sie erzählt die eigene Spielgeschichte. Dass all das auf einen Schlag verloren sein kann, trifft viele Gamer emotional mindestens ebenso hart wie finanziell.

Squirrel Mort ist längst kein Einzelfall

Ok, der Schaden ist jetzt vielleicht nicht so groß wie beim 4-Millionen-Euro-Rechenfehler in der El-Gordo-Lotterie. Dennoch: Squirrel Mort ist alles andere als ein Einzelfall. In Foren, auf Reddit und in sozialen Netzwerken berichten seit Monaten immer mehr Spieler von nahezu identischen Erlebnissen. Übernommene Xbox-Accounts, geänderte E-Mail-Adressen, verlorene Bibliotheken und ein Support, der am Ende nicht weiterhilft.

Auch Fachjournalisten beschäftigen sich inzwischen intensiver mit dem Thema. Der renommierte Editor Jez Corden vom internationalen Online-Magazin Windows Central weist darauf hin, dass erfolgreiche Wiederherstellungen sehr selten sind, selbst wenn die Betroffenen Zahlungsnachweise oder frühere Login-Daten vorlegen können. Auffällig ist dabei, wie ähnlich sich viele Fälle sind. Die Accounts werden schnell übernommen, die Sicherheitsdaten unmittelbar geändert und der rechtmäßige Zugriff dauerhaft blockiert.

Den Opfern bleibt der Frust und das Gefühl, gegen ein System zu laufen, das für solche Situationen keinen klaren Weg zurück vorsieht. Dazu kommt, dass es dem Support in solchen Fällen häufig an Empathie und Fingerspitzengefühl mangelt. Das ist kein Microsoft-spezifisches Problem, sondern ein Muster, das sich bei vielen großen Plattformen und Konzernen beobachten lässt.

Die Kehrseite digitaler Sammlungen

Das Problem: Digitale Spiele sind kein Eigentum im klassischen Sinn. Die Käufer erhalten lediglich Nutzungsrechte, die fest an einen Account gebunden sind. Geht dieser Account verloren, sei es durch einen Hack oder einen Bann, verschwinden damit auch die Games und Speicherstände. Der Zugriff ist dauerhaft weg.

Ähnliche Probleme sind auch von anderen Plattformen bekannt. Auch bei PlayStation oder PC-Diensten berichten User immer wieder von verlorenen Bibliotheken und gesperrten Profilen. Je größer die Sammlung wird, desto höher ist das Risiko. Alles hängt an der zentralen virtuellen Identität.

Damit ähnelt der Verlust eines Spiele-Accounts in vielen Punkten einem Identitätsdiebstahl außerhalb der Gaming-Szene. Mit dem Unterschied, dass hier nicht Geld im Fokus steht, sondern Kontrolle. Der Schaden ist hier mehr als nur finanziell. Es geht hier vor allem um Vertrauen. Das zeigt: Die digitale Bequemlichkeit hat ihren Preis.

Welchen Schutz gibt es vor dem Kontrollverlust?

Aus den zahlreichen Berichten ergibt sich ein klares Muster. Die Hacker zielen bevorzugt auf Accounts mit langen Spielhistorien und umfangreichen digitalen Bibliotheken. Solche Profile lassen sich weiterverkaufen oder für Betrug missbrauchen. Häufig kommen dabei automatisierte Methoden zum Einsatz, bei denen bekannte E-Mail- und Passwortkombinationen aus früheren Datenlecks ausprobiert werden. Auch gezielte Täuschungen über gefälschte Links oder Support-Nachrichten sind eine beliebte Methode.

Wirklichen Schutz bieten nur wenige Maßnahmen, die konsequent umgesetzt werden müssen. Dazu zählt vor allem die Zwei-Faktor-Authentifizierung über Authenticator Apps sowie starke und vor allem einzigartige Passwörter. Das klingt banal und fast schon ein wenig belehrend. Wir wollen hier nicht wirken wie die Oma, die ihren Enkeln jedes Mal den Schal richtet. Aber genau diese Basics machen den Unterschied. Eine regelmäßige Kontrolle der Login-Aktivitäten hilft außerdem, verdächtige Zugriffsversuche früh zu erkennen.

Wer erst reagiert, wenn der Account bereits übernommen wurde, hat oft schlechte Karten. Die Erfahrungen vieler Betroffener zeigen jedenfalls sehr deutlich, dass Vorsorge wirksamer ist als jeder Versuch, den Schaden im Nachhinein zu begrenzen. Squirrel Mort hat seine Xbox-Spielesammlung der letzten 15 Jahre jedenfalls bis heute nicht zurückerhalten.

Roman hat schon recht früh angefangen, Videospiele zu spielen. Wie früh? Nun, sagen wir mal, als die Nintendo 64 herauskam, und kurz darauf wurden GoldenEye 007 und Perfect Dark jahrelang zu einem Fixpunkt seines Alltags. Im Laufe der Jahre hat sich Romans Leidenschaft für Spiele auf anderen Konsolen und auch auf das Internet ausgeweitet, wo er die faszinierende Welt der Online Slots, Live Casinos, Poker und Wetten entdeckt hat. Seit über 6 Jahren arbeitet er nun schon mit den besten Plattformen und Software Anbietern zusammen und trägt dazu bei, dass die Branche auf verantwortungsvolle und respektvolle Weise weiterwächst. So ist er schlussendlich bei Gameshub gelandet.