Terminator 2D: No Fate – Ein kompromissloser Retro Trip mit kurzer Halbwertszeit

Terminator 2D- No Fate Rezension ÔÇô Image 1

Terminator 2D: No Fate ist eine dieser Veröffentlichungen, die euch sofort klarmacht, worauf ihr euch einlasst, und dabei keinerlei Kompromisse eingeht. Wenn ihr mit 16-Bit Klassikern aufgewachsen seid oder euch nach der kompromisslosen Härte alter Amiga- und Mega Drive-Spiele sehnt, dann fühlt sich dieses Spiel wie eine Zeitkapsel an. Es ist laut, schnell, gnadenlos und bis ins kleinste Detail darauf ausgelegt, euch direkt zurück ins Jahr 1991 zu schleudern.

Gleichzeitig ist Terminator 2D aber auch ein Spiel, das ganz bewusst die Schattenseiten dieser Ära mitnimmt. Schwierigkeitsspitzen, ein extrem kurzer Umfang und ein starker Fokus auf Wiederholungen gehören hier genauso dazu wie pixelgenaue Animationen, ikonische Musik und ein ehrfürchtiger Umgang mit James Camerons Filmklassiker. Bitmap Bureau liefert kein modernes Komfortspiel ab, sondern eine Liebeserklärung an eine Zeit, in der Spiele euch nicht an die Hand genommen haben.

Ob euch das begeistert oder frustriert, hängt ganz davon ab, wie viel Nostalgie ihr mitbringt, und wie sehr ihr bereit seid, euch auf ein Spiel einzulassen, das genau weiß, was es sein will.

Terminator 2D ist ein Throwback im besten und schlechtesten Sinne

Spielerisch ist Terminator 2D: No Fate erst einmal richtig stark. Das Tempo ist hoch, aber selten unfair, und das Design zwingt euch permanent in Bewegung zu bleiben. Stillstand wird bestraft. Ganz so, wie man es von klassischen 16-Bit Sidescrollern kennt. Ihr springt dabei nicht nur durch Level, sondern auch durch Zeitlinien und Perspektiven, indem ihr unterschiedliche Figuren spielt: Sarah Connor, John Connor in der düsteren Zukunft und natürlich den T-800.

Sarahs Abschnitte sind vergleichsweise bodenständig. Hier geht es um Schusswechsel mit Wachen, Flucht Sequenzen und ein leichtes Stealth Gefühl, etwa im Krankenhaus. Johns Level dagegen fühlen sich wie eine moderne Verbeugung vor Spielen wie Turrican an: schnelle Run-and-Gun Action, viele Gegner und ein klarer Fokus auf Bewegung und Reaktionsvermögen.

Am spannendsten ist jedoch der T-800. Statt einer klassischen Lebensleiste arbeitet das Spiel hier mit einem Countdown. Jeder Treffer kostet euch wertvolle Sekunden, was perfekt zur Figur passt. Denn der Terminator wird nicht „getötet“, sondern aufgehalten. Das sorgt für zusätzlichen Druck und verstärkt das ohnehin hohe Tempo enorm.

Gleichzeitig zeigt sich hier auch die Kehrseite des Retro Ansatzes. Viele Bosskämpfe setzen stark auf Muster Lernen oder einen ganz bestimmten Lösungsweg. Manche davon wirken beim ersten Durchlauf spannend, verlieren aber bei Wiederholungen an Reiz. Einige Begegnungen kippen sogar ins Triviale, wenn ihr schlicht alle gesammelten Granaten auf einmal einsetzt.

Besonders die Deckungsmechanik in manchen John Passagen fühlt sich etwas aus dem Takt an. Sie wirkt weniger präzise als der Rest des Spiels und kann frustrieren, wenn Gegner scheinbar genau dann feuern, wenn ihr euch aus der Deckung wagt. Genau hier zeigt sich, dass Terminator 2D kompromisslos retro sein will, mit all den Stärken, aber eben auch mit den Schwächen dieser Design Philosophie.

Eine Liebeserklärung an Film, Musik und Pixelkunst

Was Terminator 2D: No Fate aber besonders auszeichnet, ist seine kompromisslose Hingabe an Atmosphäre und Präsentation. Dieses Spiel lebt nicht nur von seinem Gameplay, sondern von der Art, wie es Terminator 2 als kulturelles Artefakt versteht und übersetzt.

Bitmap Bureau hat ganz offensichtlich nicht versucht, ein modernes Spiel mit Retro Anstrich zu bauen, sondern ein Spiel, das sich anfühlt, als wäre es direkt aus den frühen 90ern herübergerettet worden, und zwar inklusive aller Eigenheiten, Stärken und Schwächen dieser Ära.

Das zeigt sich vor allem visuell. Denn die Pixelgrafik ist nicht einfach nur „schön retro“, sondern extrem detailverliebt animiert. Jede Bewegung wirkt bewusst gesetzt, jede Figur hat Gewicht, und ikonische Momente aus dem Film werden mit erstaunlich viel Gefühl nachgestellt, oft ganz ohne Worte.

Statt auf Sprachausgabe setzt das Spiel auf Textboxen und vor allem auf seine Musik, die einen Großteil der emotionalen Arbeit übernimmt. Die bekannten Themen aus Terminator 2 werden neu interpretiert und tragen enorm zur Spannung bei, besonders in ruhigeren oder bedrohlichen Abschnitten.

Gerade in Levels wie der Flucht aus der Anstalt oder den Ausflügen in die dunkle Zukunft von Skynet merkt ihr, wie sehr das Spiel auf Stimmung setzt. Hier wird nicht einfach nur Action abgefeuert, sondern gezielt mit Erwartung, Nervosität und Wiedererkennungswert gearbeitet. Das funktioniert vor allem beim ersten Durchlauf hervorragend.

Terminator 2D: No Fate ist damit nicht ein klassisches Action Spiel, sondern vielmehr eine spielbare Hommage. Ein digitales Denkmal für einen Film, das euch zwingt, Tempo, Präzision und Geduld miteinander zu vereinen. Wer sich darauf einlässt, bekommt etwas Seltenes: ein Spiel mit klarer Vision und echtem Respekt vor seinem Ursprung.

Die Spielzeit von Terminator 2D ist schlicht zu kurz

Gerade dann, wenn Terminator 2D: No Fate anfängt, richtig spannend und kreativ zu werden, ist es auch schon wieder vorbei. Es sind genau diese kleinen Abweichungen vom klassischen Sidescroller Schema, die Lust auf mehr machen. Sich als Sarah Connor im Krankenhaus verstecken, vorsichtig von Raum zu Raum schleichen oder kurzzeitig Deckung nutzen, statt dauerhaft nach rechts zu ballern.

Das Spiel wechselt erstaunlich selbstverständlich zwischen Genres, immer mit dem klaren Ziel, ikonische Szenen aus Terminator 2 so authentisch wie möglich nachzustellen.

Bitmap Bureau beweist dabei ein hervorragendes Gespür dafür, welche Momente sie übernehmen wollen, und wann sie uns sogar etwas mehr Zeit im düsteren Zukunftsszenario gönnen. Genau deshalb schmerzt es umso mehr, dass viele dieser Ideen nur angerissen werden.

Die legendäre Truck Verfolgungsjagd etwa. Die eigens dafür entwickelte Fahrmechanik kommt gerade einmal für ein paar Minuten zum Einsatz, bevor sie wieder verschwindet. Sie funktioniert gut, fühlt sich frisch an, und wird dann sofort wieder einkassiert.

Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass Terminator 2D seine kreativen Muskeln zeigt, nur um sie direkt danach wieder einzuziehen. Das kompromisslose Festhalten an Terminator 2 ist einerseits absolut lobenswert, schränkt das Spiel aber auch ein. Warum nicht ähnliche Mechaniken an anderer Stelle erneut nutzen? Oder warum nicht zumindest einen kurzen Abstecher zu Terminator 1 wagen? Es gäbe so viele ikonische Momente, die sich angeboten hätten.

Am Ende bleibt das Gefühl, ein großartiges, liebevoll gestaltetes Spiel erlebt zu haben. Nur eben eines, das viel zu früh den Stecker zieht.

Schwierigkeit, Wiederholung und der Reiz des Lernens

Ein Aspekt, den Terminator 2D: No Fate sehr bewusst aus der Vergangenheit übernimmt, ist sein Umgang mit Schwierigkeit und Wiederholung. Dieses Spiel hält euch nicht an der Hand. Fehler werden bestraft, Muster müssen gelernt werden, und Fortschritt entsteht vor allem durch Wiederholung und bessere Entscheidungen. Nicht durch permanente Checkpoints oder großzügige Rücksetzpunkte. Für manche von euch wird genau das der große Reiz sein, für andere vielleicht der größte Stolperstein.

Das Spiel erwartet, dass ihr euch Gegner Platzierungen merkt, Bossmechaniken versteht und euren Umgang mit Ressourcen wie Granaten oder Continues stetig verbessert. Gerade in späteren Abschnitten fühlt sich ein erfolgreicher Durchlauf deshalb weniger wie Glück an, sondern wie ein echter Lernprozess. Ihr merkt ganz konkret, dass ihr besser werdet, schneller reagiert, Gefahren früher erkennt und nicht mehr kopflos in jede Situation rennt.

Allerdings bedeutet das auch, dass Terminator 2D wenig Geduld für Unaufmerksamkeit hat. Wer nur kurz „mal reinschauen“ will, könnte sich an den Neustarts und dem begrenzten Continue System reiben. Das Spiel verlangt Fokus, selbst wenn es objektiv nicht besonders lang ist. Diese Designentscheidung wirkt heute ungewohnt, ist aber konsequent im Kontext seiner Inspirationen gedacht.

Interessant ist dabei, dass die kurze Spielzeit diesen Ansatz gleichzeitig abfedert. Ein kompletter Neustart wirkt weniger abschreckend, wenn ihr wisst, dass ihr euch innerhalb überschaubarer Zeit wieder an die kritischen Stellen heranspielen könnt. Terminator 2D: No Fate setzt damit voll auf den klassischen Arcade Gedanken: Scheitern gehört dazu, Lernen ist Teil des Vergnügens, und der eigentliche Fortschritt passiert im Kopf der Spielenden.

Nostalgie als Designphilosophie… und ihre Grenzen

Es lohnt sich auch einen Blick darauf, wie kompromisslos Terminator 2D: No Fate seine Nostalgie auslebt. Dieses Spiel versucht nicht, alte Ideen zu modernisieren oder abzufedern. Stattdessen nimmt es die Designprinzipien der frühen 90er fast eins zu eins und präsentiert sie ohne Sicherheitsnetz. Das betrifft nicht nur die Optik oder den Sound, sondern auch Struktur, Spiellänge und Erwartungshaltung an euch als Spielende.

Dieses Selbstverständnis ist mutig. Terminator 2D fühlt sich nicht wie ein Retro Spiel an, das alte Elemente zitiert, sondern wie ein Spiel, das tatsächlich damals hätte erscheinen können, inklusive all der Ecken und Kanten. Das sorgt für eine enorme Authentizität, bringt aber auch Probleme mit sich. Dinge, die früher als selbstverständlich galten, wirken heute schnell gnadenlos oder schlicht veraltet, etwa das starre Leben- und Continue-System oder das völlige Fehlen von Komfortfunktionen.

Gleichzeitig liegt genau darin ein Teil der Faszination. No Fate fordert eure volle Aufmerksamkeit, euren Ehrgeiz und eure Bereitschaft, euch auf seine Regeln einzulassen. Es fragt nicht, ob euch das passt, sondern es setzt es voraus. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein Spiel, das seine Identität nie verwässert und genau weiß, was es sein will.

Für moderne Spielgewohnheiten ist das nicht immer bequem. Aber es ist ehrlich. Terminator 2D: No Fate ist kein Produkt für alle, sondern ein bewusst zugespitztes Erlebnis für diejenigen unter euch, die genau diese Art von kompromissloser Rückschau schätzen. Und das macht es, trotz aller Kritikpunkte, bemerkenswert konsequent.

Solltet ihr Terminator 2D: No Fate kaufen?

Nachdem ich die Credits einmal gesehen und direkt eine zweite Runde gestartet hatte, blieb vor allem ein Gefühl zurück: Ich wollte einfach noch ein bisschen mehr. Gleichzeitig weiß ich jetzt schon, dass dieses Spiel dauerhaft auf meinem Steam Deck installiert bleiben wird, weil es sich perfekt für kurze Sessions zwischendurch eignet.

Terminator 2D: No Fate ist kompromisslos das, was es sein will, und zwar eine extrem reduzierte, knallharte Rekonstruktion eines alten 16-Bit Spiels. Wer alte Amiga- oder Mega Drive-Rezensionen kennt, wird die bekannten Diskussionen über Spielzeit, Wiederspielwert und Preis sofort wiedererkennen.

Wenn ihr euch beim Kauf von Spielen stark an Umfang und „Wert pro Stunde“ orientiert, solltet ihr hier wirklich kurz innehalten. Das ist keine Frage der Qualität, denn die stimmt absolut. Es geht vielmehr darum, ob ihr bereit seid, für ein sehr kurzes, aber intensiv fokussiertes Erlebnis Geld auszugeben. Terminator 2D setzt voll auf Wiederholungen, Highscores und das Verbessern eurer eigenen Leistung.

Gerade der Story Modus verlangt euch einiges ab: Ihr müsst das Spiel in einem Rutsch mit begrenzten Leben durchspielen, ohne Checkpoints. Das kann frustrierend sein, fühlt sich aber bewusst wie ein Relikt aus der Arcade Zeit an. Immerhin ist das Spiel kurz genug, dass ein erneuter Anlauf nicht zur Geduldsprobe wird.

Unterm Strich ist Terminator 2D: No Fate ein großartiger Nostalgie Kick, der kurz, kompromisslos und vielleicht der Startschuss für eine echte Retro Sidescroller Renaissance ist.

Fazit

Terminator 2D: No Fate ist ein Spiel, das ganz bewusst keine Kompromisse eingeht. Es will kein modernes Update sein, kein sanftes Retro Erlebnis mit Komfortfunktionen und Checkpoints an jeder Ecke. Stattdessen ist es eine fast schon sture Liebeserklärung an die 16-Bit Ära mit all ihren Stärken und Schwächen. Genau das macht den Reiz aus, ist aber auch der Grund, warum dieses Spiel nicht für alle funktioniert.

Auf der Habenseite stehen eine herausragende Präsentation, großartige Pixelkunst, eine exzellente Nutzung des ikonischen Soundtracks und ein Spielgefühl, das sich erstaunlich präzise und wertig anfühlt. Die Entwickler wussten genau, welche Szenen aus Terminator 2 sie umsetzen wollten, und trafen diese Momente mit viel Gespür für Timing, Atmosphäre und Fanservice.

Wenn ihr euch durch das dunkle Krankenhaus schleicht oder im zerstörten Zukunftsszenario kämpft, fühlt sich No Fate genau so an, wie ein verlorenes Amiga- oder Mega Drive-Spiel hätte sein sollen.

Gleichzeitig ist das Spiel extrem kurz, gnadenlos in seiner Struktur und wenig nachsichtig. Continues sind begrenzt, Fortschritt wird nicht gespeichert, und wer scheitert, beginnt von vorne. Zusatzmodi und alternative Pfade ändern daran nur wenig. Auch die vergleichsweise geringe Spielzeit und die begrenzte Nutzung des T-800 fühlen sich wie verpasste Chancen an.

Am Ende ist Terminator 2D: No Fate ein Spiel für euch, wenn ihr genau wisst, worauf ihr euch einlasst. Es ist ein konzentriertes, nostalgisches Erlebnis, das lieber aneckt, als sich anzupassen. Für ein paar intensive Stunden ist es fantastisch, und danach bleibt vor allem das Gefühl, etwas Besonderes erlebt zu haben.

VorteileNachteile
Hervorragender Retro ThrowbackExtrem kurze Spielzeit
Sieht durchgehend großartig ausWenn ihr keine Lust auf Highscores und wiederholte Level habt, ist das nichts für euch
Fängt die ikonischen Momente des Films sehr gut einKann an einigen Stellen frustrierend sein


  • Plattformen: PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Xbox One, Xbox Series X|S, Nintendo Switch
  • Entwickler: Bitmap Bureau
  • Publisher: Reef Entertainment
  • Release-Datum: 12. Dezember 2025

Roman hat schon recht früh angefangen, Videospiele zu spielen. Wie früh? Nun, sagen wir mal, als die Nintendo 64 herauskam, und kurz darauf wurden GoldenEye 007 und Perfect Dark jahrelang zu einem Fixpunkt seines Alltags. Im Laufe der Jahre hat sich Romans Leidenschaft für Spiele auf anderen Konsolen und auch auf das Internet ausgeweitet, wo er die faszinierende Welt der Online Slots, Live Casinos, Poker und Wetten entdeckt hat. Seit über 6 Jahren arbeitet er nun schon mit den besten Plattformen und Software Anbietern zusammen und trägt dazu bei, dass die Branche auf verantwortungsvolle und respektvolle Weise weiterwächst. So ist er schlussendlich bei Gameshub gelandet.