Project AVA: Der Gaming-Partner für den Schreibtisch

Jedes Jahr im Januar richtet sich der Blick der Technikbranche nach Las Vegas. Auf der CES (Consumer Electronics Show) wird vorweggenommen, wie unser Alltag in den kommenden Jahren aussehen könnte. Zwischen zahlreichen Showeffekten und immer beweglicheren Robotern hat uns 2026 vor allem eine Idee fasziniert: Der kalifornische Hersteller Razer präsentierte keinen neuen Bildschirm und keine weitere PC-Ausstattung, sondern ein Gadget, das mehr sein will als nur Zubehör. Einen digitalen Schreibtischbegleiter, der das Gaming dauerhaft verändern könnte.

Project AVA und die Idee vom digitalen Schreibtischbegleiter

Project AVA Kira

Mit Project AVA stellt Razer ein KI-basiertes Desktop-Gerät vor, das dauerhaft am Schreibtisch platziert wird. AVA ist ein transparenter Zylinder mit einem integrierten Display, auf dem eine animierte 3D-Figur dargestellt wird. Diese Figur fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen dem Nutzer und der KI. Eine eingebaute Kamera, Mikrofon, Eye Tracking sowie Gestik und Lippenbewegungen sorgen dafür, dass AVA nicht als klassische Software, sondern als eigenständiges Gerät wahrgenommen wird.

Inhaltlich geht das Konzept über bisherige Sprachassistenten hinaus. AVA ist dafür ausgelegt, laufende Inhalte auf dem Bildschirm zu erkennen und kontextbezogen darauf zu reagieren. Über den sogenannten PC Vision Mode analysiert die KI, was gerade passiert. Beim Spielen erkennt sie Spielsituationen, bei der Arbeit Dokumente, Tabellen oder Anwendungen. Auf dieser Basis gibt sie Hinweise, Informationen oder Vorschläge aus.

Ursprünglich war AVA als reiner E-Sports Coach gedacht, doch nun wurde das System weiterentwickelt und auf mehrere Anwendungsbereiche ausgelegt. Gaming, Produktivität und Organisation sollen in einem Gerät zusammenlaufen. Project AVA ist damit kein Zubehör im klassischen Sinn, sondern ein KI-gestütztes Desktop-System, das dauerhaft aktiv ist und situationsabhängig unterstützt.

So unterstützt AVA beim Spielen

Im Gaming Umfeld zeigt Project AVA am deutlichsten, wofür das System gedacht ist. Die KI ist als Echtzeit-Coach konzipiert, der laufende Spiele analysiert und situativ unterstützt. Grundlage dafür ist die permanente Auswertung des Bildschirmgeschehens. AVA erkennt Spielphase, Spielsituation und wiederkehrende Muster und leitet daraus konkrete Hinweise ab. Dabei geht es nicht um allgemeine Tipps, sondern um konkrete Entscheidungen im richtigen Moment.

Besonders gut lässt sich das an League of Legends erklären. AVA erkennt Champion Picks, Power Spikes und die aktuelle Map-Situation. Verliert ein Spieler etwa einen frühen Trade auf der Toplane, kann die Empfehlung lauten, das nächste Risiko zu vermeiden und die Wave defensiv zu spielen. Steht ein Drachenkampf an, weist AVA unter Umständen darauf hin, lieber Druck auf der Midlane aufzubauen, statt einen Fight ohne ausreichende Vision zu erzwingen. Solche Hinweise entstehen aus der Kombination von Cooldowns, Positionen und Spieltempo.

Dieses Prinzip lässt sich auch auf andere Genres übertragen. In Shootern analysiert AVA Positioning und Bewegungsmuster, in Action-RPGs erkennt sie Boss-Mechaniken und wiederkehrende Fehler. Nach Matches erstellt das System kurze Auswertungen, die zeigen, wo sich Abläufe verbessert haben und wo es noch hakt.

Der größte Unterschied zu klassischen Guides liegt im Timing. AVA greift nicht erst im Nachhinein ein, sondern begleitet das Spiel in Echtzeit.

Mehr als nur ein kleines Gaming-Helferlein

Project AVA Kira mit Gamer

Der Ursprung von Project AVA liegt im Gaming, der geplante Einsatzbereich geht jedoch weit darüber hinaus. Razer positioniert AVA bewusst nicht als reinen Spiele-Assistenten, sondern als Desktop-System, das auch im Arbeitsalltag eine Rolle spielen soll. Das Ziel dabei ist es, verschiedene Nutzungsszenarien in einem Gerät zu bündeln, ohne zwischen Anwendungen oder Modi wechseln zu müssen.

AVA soll nicht nur Spiele analysieren, sondern auch Arbeitsabläufe, Inhalte und Bildschirmkontexte erfassen. Über den PC Vision Mode erkennt die KI geöffnete Dokumente, Tabellen oder Präsentationen und ordnet diese ein.

In einer Tabellenkalkulation kann AVA etwa auf einen fehlerhaften Zellbezug oder eine inkonsistente Formel hinweisen, bevor sich der Fehler weiterzieht. Auch das Zusammenfassen umfangreicher Texte oder das Einblenden kontextbezogener Hinweise ist vorgesehen, ohne dass der laufende Arbeitsprozess unterbrochen werden muss. Hinzu kommen Basisfunktionen wie Termine, Erinnerungen und Recherchen.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die visuelle Darstellung. Für AVA stehen mehrere vorgefertigte Avatare mit unterschiedlichen Erscheinungsbildern und Verhaltensprofilen zur Auswahl, wie etwa Kira oder Zane. Je nach Avatar verändern sich Auftreten, Tonfall und Reaktionsweise. Zusätzlich können User die Avatare nach ihren Vorstellungen anpassen oder eigene Charaktere erstellen. Diese Personalisierung soll AVA klar von klassischen Assistenten abgrenzen und den Einsatz über längere Zeit hinweg attraktiver machen.

Betrachtet man den aktuellen Stand, positioniert sich AVA als zentrale Schnittstelle für verschiedene Aufgaben am Schreibtisch. Sollte sich dieser Ansatz durchsetzen, könnte AVA mittelfristig nicht nur das Spielen begleiten, sondern auch unseren Arbeitsalltag spürbar verändern.

Marktstart mit Fragezeichen

Project AVA Charaktere

Razer führt Project AVA derzeit noch als Konzept. Ein Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant, zunächst ausschließlich in den USA. Dort ist bereits eine Reservierung möglich, die mit einer Anzahlung von rund 20 US-Dollar verbunden ist. Konkrete Angaben zum finalen Preis oder zum vollständigen Funktionsumfang liegen derzeit noch nicht vor.

Für Europa zeichnen sich mehrere Hürden ab. Regulatorische Vorgaben rund um den Einsatz von KI sowie dauerhafte Kamera- und Mikrofonzugriffe könnten die Einführung verzögern oder einschränken. Auch der permanente Zugriff auf Bildschirminhalte steht in einem widersprüchlichen Verhältnis zu den geltenden Datenschutzbestimmungen. Ob und wann Project AVA in Europa verfügbar sein wird, hängt deshalb weniger von der technischen Umsetzung ab als von rechtlichen und regulatorischen Fragen.

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.