Meta schließt VR-Studios: Ist damit das Ende des Metaverse-Traums eingeläutet?

In Metas Reality-Labs-Sparte rumort es derzeit gewaltig. Gleich drei VR-Studios sind geschlossen, damit fallen rund 1.500 Arbeitsplätze weg. Betroffen sind ausgerechnet jene Teams, die für einige der prägendsten Spiele auf der Meta Quest standen. Viele User fragen sich zurecht: Was bleibt von einer Plattform, wenn ihre wichtigsten internen Entwickler verschwinden? Und was sagen diese Schritte über Metas Kurs in der virtuellen Realität aus? Zeit für eine Einordnung der jüngsten Entwicklungen bei Meta.

Was ist bei Meta Reality Labs wirklich passiert?

Der Schnitt geht tiefer, als es nackte Zahlen vermuten lassen. Meta hat drei VR-Studios geschlossen, die für viele den Kern der Quest-Plattform ausgemacht haben. Es sind nicht nur Logos, die verschwinden, sondern gewachsene Entwicklungs-Teams, die mit ihren Ideen die Meta Quest maßgeblich geprägt haben.

Armature Studio war das Studio hinter Resident Evil 4 VR. Die Übernahme im Jahr 2021 galt damals als klares Bekenntnis zu hochwertigen VR-Produktionen. Der Port wurde zum Aushängeschild für Quest. Danach blieb es aber still und es gab keinen weiteren großen Wurf. In einem Umfeld mit ständig steigenden Kosten reicht ein einziger Meilenstein am Ende leider nicht mehr aus.

Sanzaru Games erzählte mit Asgard’s Wrath groß gedachte VR-Abenteuer. Die waren technisch beeindruckend und aufwändig produziert. Doch genau dieser Anspruch wurde zum Problem, denn der hohe Aufwand trifft auf einen Markt, der noch immer deutlich kleiner ist als klassische Spieleplattformen. Auch Asgard’s Wrath 2 änderte daran offenbar nichts.

Sanzaru Games

Twisted Pixel Games veröffentlichte mit Deadpool VR erst im Herbst 2025 einen neuen Titel. Dass selbst ein frisches Spiel kein Schutzschild mehr war, zeigt, wie kompromisslos Meta vorgeht.

Deadpool VR

Die gute Nachricht: Die Spiele bleiben spielbar und kein Titel wird sofort abgeschaltet oder entfernt. Der eigentliche Verlust liegt jedoch woanders, nämlich in den Menschen hinter diesen Projekten. Die VR-Entwicklerin Kristin Gelzinis brachte es auf LinkedIn nüchtern und eindringlich auf den Punkt: „Es ist verheerend für die Menschen, die ihre Jobs verloren haben.“

Warum Meta den Kurs so radikal ändert

Die Entscheidungen von Meta wirken hart, sind aber Teil eines größeren Kurswechsels. Bei Meta beschäftigt Reality Labs rund 15.000 Menschen. Etwa zehn Prozent davon müssen nun gehen. Rund 1.500 Jobs fallen vor allem dort weg, wo das Metaverse zuletzt fast nur Geld verbrannt hat.

Die nackten Zahlen erklären viel, denn allein in den ersten neun Monaten 2025 schrieb die Sparte einen Verlust von rund 13 Milliarden Dollar. Dem standen etwa 1,2 Milliarden Umsatz gegenüber. Seit 2020 summieren sich die Verluste auf mehr als 60 Milliarden Dollar. Intern kündigte Reality-Labs-Chef Andrew Bosworth die Umstrukturierung offen an. Neben den bereits vollzogenen Schließungen wird auch Horizon Workrooms noch im Februar 2026 eingestellt. Die Fitness-App Supernatural bleibt zwar online, erhält aber keine neuen Inhalte mehr.

Gleichzeitig verschiebt Meta den Fokus. Statt neuer VR-Headsets konzentrieren sich die Entwicklungen nun auf Künstliche Intelligenz und Wearables. Vor allem die Ray-Ban-AI-Brillen verkaufen sich besser als erwartet. Mark Zuckerberg setzt nun klar auf künstliche Intelligenz und massive Investitionen in Rechenzentren, auch als Antwort auf Konkurrenz wie OpenAI.

Ray-Ban Meta Wayfarer Gen 2

Der Oculus-Gründer Palmer Luckey sieht darin keineswegs einen Untergang. „Das ist keine Katastrophe. Meta beschäftigt noch immer das mit Abstand größte VR-Team der Welt“, sagt er. Und weiter: „Das Ende dieser Strategie wird der Branche langfristig gut tun. Das gesamte Ökosystem zu verdrängen, ergibt keinen Sinn.“

Das ist insgesamt wohl ein ziemlich nüchterner Blick auf ein Experiment, das größer gedacht war als es der Markt tragen konnte.

Wie die Branche auf Metas Kurs reagiert

Die Reaktionen auf die Entscheidungen von Meta fallen ziemlich deutlich aus. In Entwicklerforen, auf LinkedIn und auf Konferenzen überwiegt aber nicht die Wut, sondern eher Enttäuschung. Viele hatten sich einfach auf Meta als langfristigen Partner verlassen. Als Plattformbetreiber, der nicht nur Headsets verkauft, sondern mit eigenen Studios auch gezeigt hat, welche Inhalte auf Quest überhaupt möglich sind.

Für die Investoren ist der Schritt dagegen gut nachvollziehbar. Die Geduld für jahrelange Milliardenverluste ist begrenzt. Der Kurswechsel wirkt nun wie ein Versuch, die Kontrolle zurückzugewinnen. Für externe Studios eröffnet das auch neue Spielräume, denn weniger interne Konkurrenz bedeutet mehr Aufmerksamkeit für Third Party Projekte, mehr Verhandlungsmacht und vielleicht auch realistischere Budgets.

Der Vergleich mit Apple drängt sich auf. Dort fällt die VR-Sparte wesentlich kleiner und vorsichtiger aus. Meta geht voran, stolpert und korrigiert. Apple tastet sich langsam heran. Zwei sehr unterschiedliche Wege, beide mit offenem Ausgang. Beides hat seinen Preis. Verlässlichkeit bietet derzeit keiner von beiden.

Wie geht es jetzt weiter?

Ein kompletter Rückzug aus VR ist bei Meta nicht geplant, aber vieles bleibt offen. Ein neues Quest-Headset ist vorerst nicht in Sicht. Nach der Quest 3S aus dem Jahr 2024 gibt es keine Ankündigung für eine Quest 4, vieles deutet auf frühestens 2027 hin. Währenddessen fließt das Geld in AR-Brillen und AI-Themen.

Provokant gefragt: Sollen Quest-Nutzer ihre Headsets jetzt einmotten und zur Ray-Ban greifen? Schick sind die Brillen ja, für Gamer aber keine Alternative. Das eigentliche Nadelöhr bleibt die Produktion großer VR-Spiele. Die Kosten sind hoch und der Markt klein. Das lässt kaum Spielraum bei den Preisen.

In der Zeit, wo Meta sich neu sortiert, entsteht Platz für andere. Neben Apple gehören beispielsweise auch Sony und HTC zu jenen, die jetzt beweisen könnten, wie VR auch funktionieren kann.

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.