Die Faszination von Indie-Games entzündet sich an ihrer puren Freiheit. Ohne Publisher-Zwänge setzen kleine Teams auf radikale Kreativität, die die Gaming-Welt immer wieder mit unvergesslichen Ideen bereichert. Genau hier kommt das IndieCade-Festival ins Spiel. Jedes Jahr rückt es Spiele in den Mittelpunkt, die nicht glattpoliert sein wollen, sondern lieber etwas Neues ausprobieren. Viele dieser Titel sind aktuell auch auf Steam im Angebot. Eine gute Gelegenheit, einen Blick auf preisgekrönte Indie-Games zu werfen, die abseits des Mainstreams überzeugen.
IndieCade: Das Festival für mutige Spiele
Das IndieCade Festival läuft dieses Jahr vom 16. bis zum 30. Jänner und gilt seit vielen Jahren als wichtiger Treffpunkt für unabhängige Spiele, die bewusst neue Wege einschlagen. Nicht ohne Grund fällt dabei oft der Vergleich mit dem Sundance Film Festival. Ähnlich wie dort stehen auch bei IndieCade nicht große Budgets oder bekannte Namen im Vordergrund, sondern Ideen, die etwas wagen und sich nicht am Mainstream orientieren.
IndieCade ist kein Trubel mit Terminkalendern und Verkaufsgesprächen, wie man es von anderen Festivals und Messen dieser Art kennt. Hier geht es vielmehr um Experimente, ungewöhnliche Perspektiven und Formate, die man auf den großen Bühnen selten sieht. Entwickler, Studierende, Künstler und Spieler treffen hier aufeinander, um zu zeigen, was möglich ist, wenn man nicht zuerst an Marktanteile denkt, sondern einfach seinen neuen Gedanken freien Lauf lässt.
Entstanden ist IndieCade Mitte der 2000er Jahre rund um die Electronic Entertainment Expo in Los Angeles. Der erste eigenständige Festivaljahrgang fand dann 2008 in Bellevue statt. Seit 2020 läuft das Event überwiegend online unter dem Namen „IndieCade Anywhere & Everywhere“. Ergänzt wird das Programm durch Showcases, Talks, spielbare Demos und spezielle Ableger wie IndieCade Europe.
Für viele Entwickler ist IndieCade der Ort, an dem eine Spielidee zum ersten Mal außerhalb des eigenen Teams bestehen muss. Und genau darin liegt seine Bedeutung für die Szene.
So ehrt IndieCade kreative Spielideen
Die Preisstruktur von IndieCade ist fast so breit angelegt wie die Szene selbst. Grundsätzlich werden die Auszeichnungen in drei Gruppen unterteilt.
Die Universal Awards stehen für übergreifende Qualität. Hier geht es um Spiele, die in mehreren Bereichen überzeugen und eine klare Vision zeigen. Preise wie der Grand Jury Award oder Innovation in Interaction Design gehören in diese Kategorie.
Daneben gibt es die Spotlight Awards. Sie rücken gezielt besondere Leistungen ins Licht. Erzählerische Stärke, visuelle Gestaltung oder Tabletop-Konzepte bekommen hier ihren eigenen Raum. Gerade diese Preise zeigen, wie offen IndieCade für unterschiedliche Spielformen ist, abseits der klassischen Games.
Ergänzt wird das Ganze durch Honorary Awards. Sie gehen an Personen oder Teams, die die Szene über Jahre geprägt haben und neue Wege erst möglich gemacht haben.
Zahlreiche Spiele, die heute zu den meistverkauften Indie-Spielen aller Zeiten zählen, standen bei IndieCade früh im Rampenlicht. Terraria wurde bereits 2011 mit einem Innovation Award ausgezeichnet und machte damit lange vor dem Massenerfolg auf sein Sandbox-Konzept aufmerksam. Stardew Valley erhielt 2016 den Preis für Excellence in Narrative und war zusätzlich für den Grand Jury Award nominiert. Auch Phasmophobia tauchte 2020 in den IndieCade-Listen auf und war damals für Innovation in Interaction Design nominiert, noch bevor es zum internationalen Koop-Phänomen wurde.

Der wichtigste Preis bleibt jedoch der Grand Jury Award. Er zeichnet das Spiel aus, das aus allen Einreichungen herausragt und genau das verkörpert, wofür IndieCade steht.
Cairn gewinnt den Grand Jury Award 2025
Die Entscheidung für 2025 ist bereits gefallen. Bei der diesjährigen Verleihung setzte sich Cairn von The Game Bakers gegen hunderte Einreichungen durch. Wer die vollständige Zeremonie sehen möchte, kann sie auf dem YouTube-Channel von Indiecode abrufen. Dort ist gut ersichtlich, wie bewusst diese Wahl getroffen wurde.
Cairn folgt auf Keep Driving, das 2024 den Grand Jury Award holte und später vor allem für seinen ruhigen Roadtrip-Ansatz viel Aufmerksamkeit bekam. Auch diesmal ging der Preis an ein Spiel, das nicht laut auftritt, sondern konsequent bleibt.

Cairn ist eine realistische Klettersimulation. Jeder Griff muss gesetzt, jede Bewegung bedacht werden. Die Spieler schlüpfen dabei in die Rolle der Kletterin Aava, die einen bislang unbestiegenen Berg erklimmen will. Das Spiel fordert viel Konzentration und verzeiht keine Eile. Eine Demo ist bereits spielbar, der Release auf Steam ist für den 29. Januar 2026 geplant.
Preisgekrönte Indie-Games jetzt günstiger bei Steam
Zum IndieCade Festival gehören nicht nur Awards und Diskussionen, sondern auch passende Angebote. Viele Indie-Games sind ohnehin von Haus aus leistbar. Rund um das Festival sind einige prämierte und nominierte Titel bei Steam aber nochmals reduziert. Das macht den Einstieg besonders leicht, vor allem für alle, die bestimmte Indie-Perlen bisher nur vom Namen kannten.
Ein gutes Beispiel ist Psychroma. Der psychologische Horror Side Scroller ist aktuell um 50 Prozent reduziert und kostet 7,39 € statt 14,79 €. Das Spiel setzt auf Atmosphäre, Erinnerungsfragmente und eine dichte Cyberpunk-Umgebung. Keine Hektik, dafür ein langsames Entfalten seiner Geschichte.

Im Angebot findet sich auch eine kleine Rückschau auf frühere Festivaljahre. Dazu zählt Expect You To Die 2, das für 11,49 € statt 22,99 € zu haben ist. Die VR-Rätselreihe verbindet klassische Escape Room-Ideen mit Spionage-Humor und cleverem Design.

Ein Blick in die Festival Angebote auf Steam lohnt sich jedenfalls. Die meisten Deals laufen noch bis Ende des Monats.
