Digitale Spiele altern schneller als ihre Spieler. Die Betriebssysteme ändern sich, die Lizenzen verschwinden und die alten Klassiker werden dadurch unspielbar. GOG hat sich diesem Problem früh angenommen und den Erhalt von PC-Spielen zum festen Bestandteil seiner Plattform gemacht.
Mit GOG Patrons geht das Unternehmen nun noch einen Schritt weiter. Eine freiwillige monatliche Unterstützung der User soll dabei helfen, die alten Titel technisch und rechtlich am Leben zu halten.

GOG Patrons und die Idee dahinter
Mit GOG Patrons erweitert GOG sein bisheriges Business-Modell um eine freiwillige Unterstützungsoption. Im Kern geht es hier nicht mehr um bestimmte Inhalte oder exklusive Spiele, sondern um den Erhalt der gesamten Infrastruktur. Für einen monatlichen Beitrag von fünf US-Dollar können die User die Arbeit am sogenannten Preservation Program unterstützen. Das Geld fließt in Lizenzen, technische Anpassungen und in die Zusammenarbeit mit Entwicklern und Experten.
Der Schritt ist eine logische Weiterentwicklung der bisherigen Strategie. GOG hat sich früh darauf konzentriert, alte PC-Spiele lauffähig zu halten und dauerhaft zugänglich zu machen. DRM freie Versionen, angepasste Installer und wiederhergestellte Funktionen gehören seit Jahren zum Selbstverständnis der Plattform.
GOG Patrons setzt genau hier an und unterscheidet sich bewusst von klassischen Abos. Es gibt keine Spiele auf Zeit, keine gesperrten Inhalte und keine Pflicht mitzumachen. Zeitlich begrenzte Aktionen wie etwa das Medieval Festival bei Steam spielen hier keine Rolle. Der Kauf eines Spiels bleibt ein Kauf. Die Unterstützung ist ein Zusatz für alle, die den Ansatz von GOG generell mittragen wollen.
Warum der Erhalt alter Spiele immer aufwendiger wird
Alte PC-Spiele stoßen heute auf viele Hürden. Die Probleme beginnen oft dort, wo niemand hinschaut. Alte Spiele sind auf Annahmen gebaut, die heutzutage längst nicht mehr gelten. Fest verdrahtete Technik, starre Abhängigkeiten und fehlende Updates machen sie anfällig für die modernen Umgebungen.
Was früher problemlos lief, startet heute oft gar nicht mehr. Dazu kommen rechtliche Fragen. Die Rechte an Marken oder Musik sind oftmals unklar, die Studios existieren nicht mehr und die Quellcodes gelten als verloren. Jede Anpassung wird damit zu einer kleinen Detektivarbeit.
Digitale Spiele sind davon besonders betroffen. Anders als Module oder CDs lassen sie sich nicht einfach ins Regal stellen. Verschwindet ein Spiel aus einem Store oder wird es technisch nicht mehr gepflegt, ist es für die User de facto verloren.
Preservation greift genau an dieser Stelle ein. Es geht weniger um den Rückblick wie in einem Museum als vielmehr darum, die Spiele spielbar zu halten. Ohne diese Arbeit verschwinden selbst bekannte Titel langsam aus dem Alltag.
So funktioniert das Patron-Modell
Das Patron-Modell ist bewusst einfach gehalten. Laut der offiziellen Stellungnahme von GOG können Nutzer für fünf US Dollar pro Monat die Arbeit von GOG unterstützen, ohne dafür Spiele oder Inhalte zu erhalten. Es handelt sich nicht um eine Spielbindung und auch nicht um ein Abo. Wer nicht mitmacht, verliert nichts.
Die Einnahmen fließen gezielt in das Preservation Program. Dazu zählen Lizenzkosten für Rechteinhaber, Honorare für Entwickler und Fachleute sowie Werkzeuge, die alte Spiele an moderne Systeme anpassen. In manchen Fällen geht es auch darum, ursprüngliche Funktionen wiederherzustellen oder technische Probleme zu beheben, die erst über die Jahre entstanden sind.
GOG ist dabei die Transparenz besonders wichtig. Die Unterstützer erhalten deshalb regelmäßige Einblicke in laufende Projekte und können auch über Prioritäten abstimmen. Eine Garantie für einzelne Spiele gibt es aber nicht. Die Mittel sind zweckgebunden und werden nicht für neue Releases oder Marketingaktivitäten eingesetzt.
Was habe ich davon, wenn ich GOG Patrons unterstütze?
Die Frage liegt nahe und sie wird in der Community offen gestellt: Was springt konkret dabei für mich heraus? GOG beantwortet sie bewusst zurückhaltend, denn es gibt ja tatsächlich keine zusätzlichen Spiele, keine Rabatte und auch keinen exklusiven Zugriff auf Inhalte.

Die Unterstützer erhalten stattdessen Zugang zu einem eigenen Discord-Bereich. Dort teilt GOG Einblicke in laufende Preservation-Arbeiten anhand von Videos und Hintergrundberichten. Patrons können außerdem bei Abstimmungen mitentscheiden, welche Projekte oder Aufgaben Priorität bekommen. Als sichtbares Zeichen gibt es ein spezielles Profil-Badge sowie eine namentliche Erwähnung auf den Preservation-Seiten einzelner Spiele.
GOG Patrons richtet sich vor allem an Spieler, denen der Erhalt alter PC-Spiele ein wichtiges Anliegen ist. An Menschen, die möchten, dass die Klassiker auch in Zukunft noch spielbar bleiben, selbst wenn sich das für sie persönlich nicht direkt auszahlt. Weniger geeignet ist das Programm für alle, die konkrete Vorteile auf der Plattform erwarten. Oder anders ausgedrückt: GOG Patrons ist kein Deal, sondern eine Haltung.
GOG Patrons ist bewusst anders
GOG Patrons ist kein Gegenstück zu klassischen Abo-Modellen wie dem Game Pass oder PlayStation Plus. Diese setzen auf wechselnde Spielebibliotheken, die nur für die Dauer des Abos zugänglich sind. GOG Patrons hingegen schaltet keine Inhalte frei und ersetzt auch kein bestehendes Angebot. Es ergänzt den Store lediglich um eine freiwillige Unterstützungsoption, ohne Einfluss auf Käufe oder Verfügbarkeit.
Auch von Crowdfunding-Plattformen wie Patreon unterscheidet sich das Modell deutlich, denn hier wird kein einzelnes Projekt und kein Entwickler unterstützt, sondern eine laufende Infrastruktur für den Erhalt alter Spiele.
Das Modell richtet sich an eine engagierte Nische. Gerade in einem Markt, der stark auf Abos und Verwertung setzt, ist dieser Ansatz bemerkenswert mutig. Ob dieser Mut auch belohnt wird, werden die nächsten Monate zeigen.
