Clair Obscur: Expedition 33 – Der lange Weg zum Game des Jahres 2025

Jedes Jahr im Dezember richtet sich der Blick der Spielebranche auf die Game Awards im Peacock Theater. Kaum eine andere Auszeichnung hat international vergleichbares Gewicht. Vergeben werden Preise in zahlreichen Kategorien, doch eine steht stets über allen anderen: Das „Game of the Year“ nimmt eine Sonderrolle ein und zeigt, welche Titel ein Spielejahr besonders geprägt haben. 2025 fiel diese Wahl auf Clair Obscur: Expedition 33. Wie jedes Jahr wurde daraufhin in den sozialen Medien wieder heftig diskutiert, ob die Auszeichnung verdient war. Doch wie kommt ein Spiel eigentlich an diesen Punkt und wer entscheidet darüber?

Ein außergewöhnliches Spiel

Das rundenbasierte Rollenspiel Clair Obscur: Expedition 33 stammt vom Studio Sandfall Interactive, das erst 2020 in Frankreich gegründet wurde. Ein Name, der auch vielen Branchen-Insidern vor diesem Projekt kaum bekannt war. Genau das macht den Erfolg so bemerkenswert.

Das kleine Team rund um Creative Director Guillaume Broche setzte von Beginn an auf eine klare künstlerische Handschrift statt auf etablierte Markenlogik. Die Handlung spielt in einer düsteren Fantasiewelt, die sichtbar vom Frankreich der Belle Epoque geprägt ist. Im Zentrum steht dabei eine Welt, die von Vergänglichkeit geprägt ist. Erzählerisch bleibt vieles bewusst zurückhaltend. Die Figuren werden nicht erklärt, sondern beobachtet.

Das Kampfsystem ist rundenbasiert, fordert aber durch Echtzeit­momente ständige Konzentration. Diese Mischung sorgt für eine besondere Wirkung. Das Spiel entfaltet seine Stärke nicht im ersten Moment, sondern wächst über Stunden. Genau dieser Ansatz brachte dem Titel früh Aufmerksamkeit, Nominierungen und schließlich die höchste Auszeichnung ein.

Zum „Game of the Year“ war es für die Entwickler allerdings ein langer Weg. Alles beginnt dabei mit der Einreichung für die Awards.

Schritt 1: Die Einreichung

Der Weg zu den The Game Awards beginnt bereits lange vor der Show. Bevor ein Spiel überhaupt gewinnen kann, muss es offiziell eingereicht werden. Diese Aufgabe liegt bei den Studios und Publishern. Sie melden ihre Titel fristgerecht für jene Kategorien an, in denen sie eine Chance sehen. Die Deadlines sind klar definiert und liegen Wochen vor der eigentlichen Veranstaltung. Später eingereichte Spiele haben keine Chance mehr auf einen Gewinn.

Schon hier zeigt sich die erste Hürde, denn nicht jedes veröffentlichte Spiel wird angemeldet und nicht jedes eingereichte Spiel fällt auf. Vor allem kleinere Produktionen gehen in dieser frühen Phase oft unter. Entsprechend wichtig ist es für Studios, bereits im Vorfeld Aufmerksamkeit für ihr Spiel zu erzeugen, noch bevor Jury und Öffentlichkeit genauer hinschauen.

Schritt 2: Die Nominierungsphase

Nach der Einreichung folgt der entscheidende Filter. In der Nominierungsphase wählen Jurys von mehr als 100 internationalen Gaming-Medien jene Spiele aus, die offiziell ins Rennen gehen. Jedes beteiligte Outlet reicht dafür vertraulich seine persönlichen Top 5 pro Kategorie ein. Es gibt hier noch keine Punkte und Ranglisten. Entscheidend ist allein, welche Titel am häufigsten genannt werden.

Dieses Häufigkeitsprinzip sorgt dafür, dass sich genau jene Spiele durchsetzen, die bei vielen Redaktionen präsent sind. Die Nominierungen werden bereits Wochen vor der Show bekanntgegeben und markieren den Moment, in dem aus einer Auszeichnung ein öffentliches Thema wird. Ab hier beginnt die breite Diskussion. Einschlägige Medien greifen die Auswahl auf, ordnen sie ein, vergleichen die Favoriten und sprechen erstmals offen über mögliche Gewinner.

Schritt 3: Die Jury entscheidet

Wenn die Nominierungen abgeschlossen sind, liegt die Verantwortung erneut bei der Jury. In einer finalen Abstimmung tragen ihre Stimmen 90 Prozent des Gesamtgewichts. Ein öffentlicher Fan-Vote ergänzt das Ergebnis, bleibt aber dabei bewusst auf einen kleinen Anteil begrenzt.

Diese Struktur soll sicherstellen, dass die Erfahrung und die fachliche Einordnung der Experten im Mittelpunkt stehen. Bewertet wird hier nicht nach Verkaufszahlen oder Reichweite, sondern ausschließlich nach den individuellen Einschätzungen der beteiligten Redaktionen.

Genau diese Gewichtung wird jedoch regelmäßig kritisiert. Der Vorwurf lautet, dass große Medienhäuser oder bestimmte Regionen stärker vertreten sind als andere. Die Game Awards selbst verweisen darauf, dass die Jury jährlich angepasst und erweitert wird.

Schritt 4: Die Stimme der Fans

Neben der Jury spielt auch das Publikum eine Rolle. Der öffentliche Vote fließt mit zehn Prozent in das Gesamtergebnis ein. Wer abstimmen möchte, muss sich jedoch vorher dafür anmelden. Pro Person und Runde ist immer nur eine Stimme möglich. Dieses System soll Mehrfachabstimmungen verhindern und die Fairness wahren.

Zehn Prozent mögen auf den ersten Blick gering wirken, sind aber nicht bedeutungslos. In engen Entscheidungen können sie den Ausschlag geben oder Trends verstärken, die sich bereits abzeichnen.

Zudem gibt es bei den Awards auch die Kategorie „Players Voice“, in der ausschließlich das Publikum über den Sieger entscheidet. Beim „Game of the Year“ bleibt der Fan-Einfluss jedoch bewusst begrenzt, damit nicht das populärste, sondern das objektiv beste Game gewinnt.

Schritt 5: Der Moment der Entscheidung

Clair Obscur: Expedition 33 - Der lange Weg zum Game des Jahres 2025

Nach Abschluss der öffentlichen Abstimmung folgt die finale Auswertung. Die Jury gibt ihre Stimmen geheim über ein geschlossenes Online-System ab. Die Ergebnisse werden zentral gesammelt und erst kurz vor der Show ausgewertet. Zugriff darauf hat nur der Veranstalter sowie ein externer Prüfpartner.

Die Enthüllung erfolgt dann jeweils live während der The Game Awards im Dezember im Peacock Theater. Weder Jury noch Moderation kennen das Ergebnis im Vorfeld. Genau so soll sichergestellt werden, dass nichts vorzeitig durchsickert. Der Moment der Entscheidung gehört bewusst auf die Bühne und nicht in die Tage davor.

So lässt sich auch die spontane Freude der Verantwortlichen von Sandfall Interactive erklären, als der Sieg ihres Spiels verkündet wurde. Für ein junges Studio ist dieser Moment mehr als eine Trophäe. Er steht für Jahre der Arbeit, für sehr viel finanzielles Risiko und für einen Augenblick, der wahrscheinlich so kein zweites Mal zurückkommt.

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.