Mehrere europäische Glücksspielaufsichtsbehörden haben ihre Zusammenarbeit verstärkt, um illegalem Online-Glücksspiel entschlossener entgegenzutreten. In einer gemeinsamen Erklärung vom 25. November 2025 warnten Regulierer aus sieben Ländern vor der wachsenden Präsenz nicht lizenzierter Anbieter, die Verbraucher gezielt über soziale Medien, Video-Plattformen und Affiliate-Netzwerke ansprechen.
Für euch als User bedeutet das: Der Kampf gegen illegale Angebote wird künftig stärker koordiniert und sichtbarer geführt.
Gemeinsame Strategie gegen illegale Anbieter
Die Behörden aus Österreich, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Portugal und Spanien haben sich auf konkrete Maßnahmen verständigt. Dazu gehören intensiver Informationsaustausch über illegale Betreiber, engerer Dialog mit Plattformen sowie gemeinsame Standards bei Ermittlungen und Sanktionen.
Ziel ist es, Werbung nicht lizenzierter Anbieter schneller zu erkennen und zu entfernen. Gleichzeitig sollen digitale Plattformen stärker in die Verantwortung genommen werden, damit illegale Glücksspielinhalte nicht mehr ungehindert verbreitet werden können.
Zahlen zeigen das Ausmaß des Problems
Auslöser der gemeinsamen Initiative war ein Bericht zu illegalem Glücksspiel in der EU. Die Analyse zeigt deutlich, wie groß der Markt bereits ist. Ein erheblicher Teil der Online-Glücksspielumsätze entfällt auf Anbieter ohne Lizenz, während Millionen europäische Nutzer mit Plattformen interagieren, die kaum Verbraucherschutz bieten.
Besonders alarmierend ist der Anstieg der gezielten Ansprache europäischer Spieler über digitale Kanäle. Social Media, Influencer-Marketing und Affiliate-Strukturen gelten als zentrale Treiber. Für euch bedeutet das: Inhalte, die wie normale Werbung wirken, können oft Teil illegaler Vertriebsstrategien sein.
Branchenvertreter warnen deshalb, dass illegales Glücksspiel nicht nur ein wirtschaftliches Problem ist, sondern auch Risiken für Spielerschutz, öffentliche Gesundheit und Marktintegrität mit sich bringt.
Unterschiedliche nationale Ansätze – gemeinsames Ziel
Obwohl die Länder unterschiedliche Regulierungssysteme nutzen, verfolgen sie ähnliche Strategien. Deutschland setzt stark auf Lizenzkontrolle, Werbebeschränkungen und Payment-Blocking. Großbritannien kombiniert Strafverfolgung mit technischer Durchsetzung und umfangreichen Marktanalysen. Italien gilt als besonders strikt durch Werbeverbote sowie konsequente Website- und Zahlungsblockaden.
Portugal nutzt straf- und verwaltungsrechtliche Maßnahmen, während Spanien hohe Geldstrafen und Domain-Sperren einsetzt. Österreich arbeitet aktuell an Reformen, die den Behörden künftig mehr Durchsetzungsmöglichkeiten geben könnten.
Für euch zeigt sich: Trotz verschiedener Modelle entsteht zunehmend ein gemeinsamer europäischer Rahmen.
Plattformen, Werbung und Infrastruktur im Fokus
Ein zentraler Punkt der Initiative ist die Rolle digitaler Plattformen. Regulierer sehen sie als Schlüssel, weil illegale Anbieter stark von Reichweite und technischer Infrastruktur abhängen.
Im Fokus stehen vor allem:
- Social-Media-Werbung und Influencer-Kooperationen
- Affiliate-Netzwerke und White-Label-Marken
- Zahlungsdienstleister und Hosting-Services
- Domains und Weiterleitungsseiten
Die Strategie verschiebt sich damit von der reinen Strafverfolgung hin zu einem „Ökosystem-Ansatz“. Ziel ist es, illegale Angebote entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erschweren.
Fazit
Die gemeinsame Erklärung markiert einen wichtigen Schritt hin zu stärker koordinierter Regulierung in Europa. Für euch bedeutet das langfristig mehr Verbraucherschutz, strengere Kontrolle digitaler Werbung und wahrscheinlich häufiger gesperrte illegale Plattformen.
Ob diese Zusammenarbeit den illegalen Markt spürbar verkleinert, hängt vor allem davon ab, wie effektiv technische Maßnahmen und internationale Kooperation umgesetzt werden. Klar ist jedoch: Der Druck auf nicht lizenzierte Anbieter steigt deutlich.
