El Gordo Skandal: Wenn das Weihnachtsmärchen zum 4-Millionen-Euro-Albtraum wird

El Gordo Skandal

Es gibt Geschichten, die nur das Leben schreibt. In diesem Fall hat allerdings auch die spanische Lotterietradition eine wichtige Rolle gespielt. In Villamanín, einem pittoresken 1.000-Seelen-Dorf in der Provinz León wäre ein Weihnachtswunder der berühmten Lotterie El Gordo (Sorteo Extraordinario de Navidad) beinahe zu einem spektakulären Fiasko geworden. Durch einen 4-Millionen-Euro-Rechenfehler, der durch eine Schwachstelle im „Participaciones“-System entstand, wäre Weihnachten fast zu einem großen Albtraum für viele Spieler geworden. Aber zum Glück fand sich eine Lösung.

4-Millionen-Euro-Rechenfehler in El Gordo Lotterie

In Spanien ist es üblich, dass offizielle Komitees lokal Lose für die El Gordo Lotterie verkaufen. Die sogenannten „Décimos“ sind begehrt, da riesige Gewinne möglich sind. Es handelt sich bei den „Décimos“ um Anteile an Lotterielosen. Auf diesem Weg sollen auch Spieler mit kleinem Budget die Möglichkeit haben, an der Lotterie teilzunehmen und einen großen Gewinn zu erzielen.

Die privaten Stückelungen, die sogenannten „Participaciones“, haben sich im Laufe der Jahrzehnte etabliert. Viele Vereine und Bars kaufen offizielle Lose und verteilen diese meist mit einem kleinen Aufschlag als Spende an ihre Kunden. Dieses System hat sich bewährt und wird von vielen Spaniern genutzt.

Allerdings kam es in diesem Jahr zu einem spektakulären Problem. Das zuständige Komitee verkaufte deutlich mehr „Participaciones“ an der Gewinnnummer 79432 als es physische „Décimos“ bei der staatlichen Lotteriegesellschaft SELAE (Sociedad Estatal Loterías y Apuestas del Estado) erworben hatte.

Das wäre alles nicht aufgefallen, wenn nicht gerade diese Nummer tatsächlich gezogen worden wäre. Plötzlich gab es eine Deckungslücke in Höhe von 4 Millionen Euro. Hunderte Dorfbewohner hatten gültige Gewinnansprüche in ihren Händen, für die es allerdings keine Deckung durch die staatliche Lotterie gab.Das ist ein absolutes Fiasko für einen Glücksspielanbieter. Ein wichtiger Teil der Lizenzbedingungen seriöser Online-Casinos ist es etwa, die Auszahlung von Gewinnen unter allen Umständen sicherzustellen. Dieses Prinzip gilt natürlich auch für Lotterien.

Die Anatomie des El Gordo Desasters

Um die Dimension zu verstehen, hilft ein Blick auf die Zahlen:

  • Einsatz: Ein offizieller „Décimo“ kostet 20 Euro. Die „Participaciones“ wurden oft für 5 Euro verkauft (4 Euro Einsatz + 1 Euro Spende).
  • Gewinn: Auf den Hauptpreis entfallen pro Décimo 400.000 Euro. Ein 4-Euro-Anteil hätte somit einen Anspruch auf 80.000 Euro.
  • Der entscheidende Fehler: Das Komitee hatte schlichtweg vergessen, für 50 verkaufte Anteile die entsprechenden Deckungslose nachzukaufen.

In einem Online Casino oder bei einem anderen regulierten Glücksspielanbieter würde man an dieser Stelle von einer „Uncovered Bet“ oder einem „Incentive Mismatch“ sprechen. Der sofortige Lizenzentzug wäre die logische Folge. Wenn ein Glücksspielanbieter einen Gewinn nicht auszahlen kann, wirkt sich das negativ auf die gesamte Branche und die zuständige Glücksspielbehörde aus.

Pragmatische Lösung besser als juristische Auseinandersetzung

Es ist davon auszugehen, dass sich die Betroffenen persönlich kennen. Nach aktuellem Erkenntnisstand hat niemand absichtsvoll gehandelt. Das zuständige Komitee hat einen folgenschweren Fehler gemacht und die Mitglieder des Komitees bezahlen durch den kompletten Verzicht auf private Gewinne einen erheblichen Preis.

Die Gewinner müssen zwar auf einen Teil der Auszahlungssumme verzichten, aber es bleibt immer noch eine ordentliche Summe übrig. Insgesamt dürften damit alle zufrieden sein. Allerdings gibt es immer noch das Risiko, dass einer der Gewinner doch noch den juristischen Weg einschlägt und damit den gefundenen Kompromiss torpediert.

Allerdings ist das nicht unbedingt zu erwarten, denn am Ende ginge es für die einzelnen Gewinner nur um etwa 8000 Euro. Die Anwaltskosten dürften bei einem derartigen Verfahren wahrscheinlich diesen Betrag erheblich übersteigen. Vielleicht wäre eine Sammelklage eine Möglichkeit, aber die Optionen für diese juristische Variante sind in Spanien begrenzt.

Wahrscheinlich würden die Mitglieder des Komitees mit ihrem gesamten Privatvermögen für die Auszahlung haften, nicht die staatliche Lotterie. Auch das dürfte dazu beitragen, dass es nicht zu einer juristischen Auseinandersetzung kommt. Angesichts der Summen, um die es geht, würden die Mitglieder des Komitees wahrscheinlich in die Privatinsolvenz rutschen.Genau das wäre aber ein triftiger Grund, auf eine Klage zu verzichten. Ein insolventes Komitee-Mitglied kann kein Geld auszahlen. Anders wäre die Situation nur, wenn der Lotterieveranstalter haftbar wäre. Das ist aber nach spanischem Recht wohl nicht der Fall.

Versöhnlicher Abschluss des El Gordo Weihnachtsdramas

El Gordo ist eine Lotterie, die schon das eine oder andere Weihnachtswunder kreiert hat. Die meisten Gewinner in Villamanín dürften nach der ersten Aufregung damit zufrieden sein, dass sie überhaupt gewonnen haben. Wenn am Ende ein Betrag von etwa 72.000 Euro statt 80.000 Euro auf dem Konto landet, ist das definitiv ein Grund zu feiern und kein Grund für Klagen.

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.