Bahnbrechendes EuGH-Urteil hilft deutschen Spielern gegen Malta-Casinos

Bahnbrechendes EuGH-Urteil hilft deutschen Spielern gegen Malta-Casinos

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat am 15. Januar 2026 ein bahnbrechendes Urteil gefällt. Der maltesische iGaming-Industrie wird ein heftiger Schock verpasst. Dagegen dürfen sich viele deutsche Spieler freuen. In der Rechtssache C-77/24 hat der EuGH entschieden, dass Spieler, die bei Glücksspielanbietern ohne Lizenz Verluste erlitten haben, diese nach den Gesetzen ihres Wohnsitzlandes zurückfordern dürfen. Der Sitz des Glücksspielanbieters spielt keine Rolle.

EuGH stärkt Spielerrechte – maltesische Glücksspielanbieter unter Druck

Im konkreten Fall ging es um einen österreichischen Spieler, der in einem Online-Casino der Firma Titanium Brace Marketing Limited erhebliche Verluste erlitten hatte. Das Online-Casino hatte zwar eine Lizenz in Malta, aber keine Lizenz in Österreich. Deswegen forderte der Spieler Schadensersatz, und zwar nicht direkt vom Unternehmen, sondern von den Geschäftsführern des Unternehmens.

Der Anwalt des maltesischen Unternehmens argumentierte, dass maltesisches Recht gelte. Aber der EuGH folgte einer entgegengesetzten Logik. Demnach sei der Schaden in Österreich entstanden und somit müsse auch österreichisches Recht angewendet werden. Damit ist das lange propagierte Argument der Dienstleistungsfreiheit, nach der angeblich Glücksspielanbieter mit einer Lizenz in Malta überall in der EU Online-Glücksspiele anbieten dürfen, endgültig gescheitert.

Die Rome-II-Verordnung im Fokus

Als Grundlage für die EuGH-Entscheidung wird die Rome-II-Verordnung (Regulation (EC) No 864/2007) im Urteil genannt. In dieser Verordnung wird europaweit geregelt, welches nationale Recht bei außervertraglichen Schuldverhältnissen gilt. Der EuGH stellt im aktuellen Urteil klar fest, dass bei Schadensersatzklagen wegen illegaler Glücksspielangebote immer der gewöhnliche Aufenthaltsort des Spielers maßgeblich sei, nicht der Sitz des Anbieters.

Über mehr als zwei Jahrzehnte hat die maltesische Glücksspielindustrie in zahlreichen EU-Ländern Online-Glücksspiele angeboten, immer mit dem Verweis, dass die Angebote aufgrund der Dienstleistungsfreiheit legal seien. Das wird seit langem von Juristen angezweifelt. Aber es fehlte immer eine höchstrichterliche Entscheidung.

Mit dem EuGH-Urteil wird das Dienstleistungsfreiheits-Argument komplett zerstört. In Zukunft gilt: Anbieter mit Sitz in der EU, die in Deutschland, Österreich oder einem anderen Land Glücksspiele anbieten möchten, müssen eine entsprechende Lizenz im jeweiligen Land haben. Es genügt nicht, eine Lizenz im Firmensitzland zu haben.

Praktische Konsequenzen für deutsche Spieler

Alle deutschen Spieler, die bei Anbietern mit den früher propagierten EU-Lizenzen Geld verloren haben, können auf Basis des EuGH-Urteils auf Rückzahlungen hoffen. Dabei gilt der Grundsatz, dass nach deutschem Recht Zahlungen ohne rechtlichen Grund erstattet werden müssen (§ 812 BGB). Was bedeutet das konkret? Wenn die Anbieter zum Zeitpunkt des Spielens keine deutsche Lizenz hatten, gab es keinen gültigen Vertrag und die eingezahlten Beträge müssen zurückerstattet werden.

Viele deutsche Gerichte haben bereits ähnlich argumentiert und maltesische Unternehmen zu Rückforderungen verurteilt. Doch bis zuletzt gab es in Malta die Hoffnung, dass der EuGH die Schadenersatzklagen unwirksam machen würde. Doch das ist nicht geschehen. Ob dies dazu führen wird, dass tatsächlich mehr deutsche Spieler ihr Geld zurückbekommen, muss sich zeigen.

Ein positives Signal ist, dass der EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou bereits angeregt hat, dass europäische Gerichte Sperrverfahren einleiten könnten, um die Konten maltesischer Glücksspielanbieter einzufrieren, wenn sie sich weigern, rechtskräftige Schadensersatzzahlungen zu leisten. Dadurch könnte ein erheblicher Druck auf maltesische Unternehmen entstehen.

Auch Klagen gegen Geschäftsführer sind möglich

Das aktuelle EuGH-Urteil zeigt auch, dass nicht nur Klagen gegen Unternehmen, sondern auch Klagen gegen Geschäftsführer erfolgversprechend sein können. Ob dies am Ende dann zu den erwünschten Zahlungen führt, ist eine andere Frage. Da das Thema schon lange wie ein Damoklesschwert über der maltesischen Glücksspielindustrie schwebt, könnte es durchaus sein, dass viele Unternehmen und Verantwortliche ihr Vermögen längst in Sicherheit gebracht haben.

Bill 55 wird mit EuGH-Urteil ausgehebelt

Die berüchtigte Bill 55 soll maltesische Unternehmen vor Rückforderungen schützen. Auf Basis dieses Gesetzes konnten maltesische Glücksspielanbieter bislang Zahlungen an Spieler außerhalb Maltas verweigern, ohne dafür juristisch belangt zu werden. Doch das ändert sich mit dem EuGH-Urteil. Die Bill 55 wird auch noch vom EuGH näher begutachtet, aber schon das jetzige Urteil sorgt dafür, dass die Wirkung dieses umstrittenen Gesetzes komplett ausgehebelt wird. 

Der Weg zur Vollstreckung: Ein Milliardenspiel

In den nächsten Monaten muss sich zeigen, ob das EuGH-Urteil dazu führt, dass große Summen fließen. Es gibt Experten, die von Milliardenbeträgen ausgehen. Allerdings dürfte es schwierig sein, derart hohe Rückforderungen umzusetzen. Am Ende kommt es immer auch darauf an, ob entsprechende Beträge in den verklagten Unternehmen oder bei den verklagten Personen verfügbar sind. Daran dürfte es in der Praxis oft scheitern.

Auswirkungen auf die iGaming-Branche und den Ausblick

Beim EuGH-Urteil geht es um die Vergangenheit. Die sogenannten EU-Lizenzen waren über viele Jahre Standard in europäischen Online-Casinos. Doch in den vergangenen Jahren haben sich die internationalen Glücksspielanbieter in Richtung Offshore-Lizenzen bewegt.

Es ist positiv, dass auf Basis des EuGH-Urteils wahrscheinlich zahlreiche Spieler Geld zurückbekommen werden. Aber damit wird das aktuelle Schwarzmarkt-Problem nicht gelöst. Auch der EuGH kann nicht verhindern, dass in der Karibik oder auf pazifischen Inseln Glücksspielbehörden gegründet werden, die Glücksspielanbieter mit Lizenzen ausstatten.

Malta ist als wichtigster Standort der Glücksspielindustrie in Europa der große Verlierer dieser Entwicklung. Die maltesische Lizenz hat erheblich an Wert verloren und mit dem neuen EuGH-Urteil ist diese einst populäre Glücksspiel-Lizenz für Casino-Betreiber in Europa vollkommen uninteressant geworden.

Bemerkenswert am EuGH-Urteil ist auch, dass es ungefähr zwei Jahrzehnte zu spät kommt. Vor zwei Jahrzehnten hätte Europa mit klaren Regeln zum Online-Glücksspiel, nationalen Lizenzierungssystemen und einer generellen Technologie-Offenheit wesentlich mehr bewegen können.

Roman hat schon recht früh angefangen, Videospiele zu spielen. Wie früh? Nun, sagen wir mal, als die Nintendo 64 herauskam, und kurz darauf wurden GoldenEye 007 und Perfect Dark jahrelang zu einem Fixpunkt seines Alltags. Im Laufe der Jahre hat sich Romans Leidenschaft für Spiele auf anderen Konsolen und auch auf das Internet ausgeweitet, wo er die faszinierende Welt der Online Slots, Live Casinos, Poker und Wetten entdeckt hat. Seit über 6 Jahren arbeitet er nun schon mit den besten Plattformen und Software Anbietern zusammen und trägt dazu bei, dass die Branche auf verantwortungsvolle und respektvolle Weise weiterwächst. So ist er schlussendlich bei Gameshub gelandet.