Schweden stellt seine Glücksspielpolitik neu auf – und für euch als Beobachter des europäischen Marktes deutet sich ein entscheidender Wendepunkt an. Mit der Ernennung von Erik Eldhagen zum neuen Staatssekretär für Glücksspiel positioniert sich die Regierung klar für die kommenden Reformen im Jahr 2026.
Eldhagen übernimmt die Rolle zum 1. Dezember 2025 und berichtet direkt an Finanzmarktminister Niklas Wykman. Damit liegt eines der sensibelsten politischen Themen des Landes künftig in seinen Händen.
Ein erfahrener Beamter übernimmt ein komplexes Aufgabenfeld
Erik Eldhagen bringt umfangreiche Erfahrung aus der Finanz- und Verwaltungspolitik mit. Zuletzt war er bei der schwedischen Zentralbank tätig, wo er das Internationale Sekretariat leitete. Zuvor arbeitete er in leitenden Funktionen im Finanzministerium und war auch als Berater für die Weltbank aktiv.
Für euch zeigt sich hier: Die Regierung setzt bewusst auf Erfahrung und internationale Perspektive – ein Hinweis darauf, wie ernst die anstehenden Reformen genommen werden.
Sein Aufgabenbereich geht dabei über das Glücksspiel hinaus. Eldhagen wird sich auch mit Finanzmärkten, staatlichen Vermögenswerten und der Finanzierung neuer Kernenergieprojekte befassen. Dennoch steht das Glücksspiel aktuell besonders im Fokus.
Reformen des Glücksspielgesetzes stehen bevor
Der Zeitpunkt der Ernennung ist kein Zufall. Schweden bereitet umfassende Änderungen am Glücksspielgesetz von 2018 vor, das damals den Online-Markt liberalisiert hatte.
Die neuen Reformen sollen vor allem zwei Ziele verfolgen: stärkeren Spielerschutz und konsequenteres Vorgehen gegen nicht lizenzierte Anbieter.
Für euch bedeutet das: Der Markt, wie ihr ihn kennt, könnte sich schon bald deutlich verändern.
2026 als Schlüsseljahr für den Markt
Die Glücksspielbehörde Spelinspektionen hat Lizenznehmer bereits darauf vorbereitet, dass 2026 ein Jahr tiefgreifender Veränderungen wird. Geplant ist unter anderem eine deutlich strengere Definition illegaler Glücksspielangebote. Künftig sollen auch Anbieter erfasst werden, die zwar nicht gezielt Schweden ansprechen, aber dennoch schwedische Spieler akzeptieren.
Ein zentraler Punkt ist dabei die Abschaffung des sogenannten „Richtungs-Kriteriums“. Bisher konnten Anbieter argumentieren, dass ihre Angebote nicht auf Schweden ausgerichtet seien. Diese Lücke soll geschlossen werden.
Für euch heißt das: Der regulatorische Rahmen wird deutlich schärfer – auch für internationale Anbieter.
Mehr Macht für die Behörden
Parallel dazu soll die Glücksspielaufsicht gestärkt werden. Spelinspektionen wird künftig mehr Befugnisse erhalten, um Verstöße zu ahnden. Dazu gehören:
- strengere Sanktionen
- erweiterte Ermittlungsrechte
- die Möglichkeit, Lizenzen schneller zu entziehen
Damit will die Regierung sicherstellen, dass Regeln nicht nur existieren, sondern auch konsequent durchgesetzt werden.
Kreditverbot als europäisches Novum
Ein besonders weitreichender Schritt ist das geplante Verbot von Glücksspiel auf Kredit. Ab dem 1. April 2026 sollen Anbieter keine Zahlungen mehr akzeptieren dürfen, die über:
- Kreditkarten
- Dispokredite
- Privatkredite
- „Buy now, pay later“-Modelle
finanziert werden.
Für euch ist das eine der strengsten Maßnahmen in Europa. Ziel ist es, Verschuldung durch Glücksspiel zu verhindern und den Spielerschutz deutlich zu erhöhen.
Führungswechsel auch bei der Aufsicht
Parallel zu den politischen Veränderungen hat sich auch die Spitze der Glücksspielbehörde verändert.
Nach acht Jahren im Amt ist Camilla Rosenberg zurückgetreten. Seit November 2025 führt Johan Röhr die Behörde als kommissarischer Generaldirektor.
Damit beginnt auch auf regulatorischer Ebene eine neue Phase – mit Fokus auf stärkere Kontrolle und konsequentere Umsetzung der Regeln.
Fazit: Schweden verschärft seinen Kurs deutlich
Mit der Ernennung von Erik Eldhagen und den geplanten Reformen stellt Schweden die Weichen für eine deutlich strengere Glücksspielpolitik. Für euch bedeutet das: Mehr Schutz für Spieler, aber auch mehr Druck auf Anbieter – insbesondere solche, die bisher Grauzonen genutzt haben.
Ob die Maßnahmen den Markt langfristig stabilisieren oder zu einer Verlagerung in weniger regulierte Bereiche führen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: 2026 wird ein entscheidendes Jahr für den schwedischen Glücksspielmarkt.
