Nach der Ankündigung zu Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection war ich neugierig, aber auch vorsichtig. Die Reihe hat schon in der Vergangenheit gezeigt, dass sie das Monster Hunter-Universum auf eine ganz andere Art interpretieren kann. Statt harter Actionjagd gibt es hier schließlich rundenbasierte Kämpfe, Storyfokus und das Sammeln von Monstern.
Und genau diese Mischung hat mich auch diesmal wieder überrascht. Denn während viele Spin-Offs schnell wie Nebenprodukte wirken, fühlt sich dieses Spiel für mich wie ein echtes Abenteuer an – mit einer eigenen Identität, viel Charme und einem Gameplay-Loop, der mich deutlich länger beschäftigt hat, als ich erwartet hätte.
Eine Geschichte mit mehr Gewicht
Was mir sofort positiv aufgefallen ist: Die Story nimmt sich Zeit. Du spielst erneut einen Rider – also jemanden, der Monster nicht jagt, sondern sich mit ihnen verbündet. Schon früh wird klar, dass diesmal mehr auf dem Spiel steht. Ein mysteriöses Phänomen verändert das Verhalten vieler Monster, und du wirst mitten in diese Entwicklung hineingezogen.
Ich hatte schnell das Gefühl, dass die Geschichte ernster erzählt wird als in manchen früheren Teilen. Es gibt mehr Charaktermomente, mehr Dialoge und auch einige überraschend emotionale Szenen. Das Ganze bleibt natürlich zugänglich und teilweise auch humorvoll, aber insgesamt wirkt das Abenteuer reifer.
Gerade Fans der Welt von Capcom dürften hier einiges entdecken, das bekannte Monster und Orte in einem neuen Kontext zeigt.
Monster sammeln bleibt der große Motivator
Der Kern des Spiels ist natürlich weiterhin das Sammeln und Aufziehen von Monstern, den sogenannten Monsties. Und genau hier entfaltet das Spiel seinen größten Reiz.
Ich habe schnell gemerkt, wie motivierend es ist, neue Eier zu finden, sie auszubrüten und zu sehen, welches Monster am Ende daraus schlüpft. Jedes Monster hat eigene Fähigkeiten, Elemente und Angriffsmuster, wodurch sich dein Team ständig weiterentwickelt.

Besonders spannend fand ich, dass ich immer wieder mein Team umgestellt habe. Manche Monster sind perfekt für Kämpfe, andere helfen bei der Erkundung oder haben spezielle Feldfähigkeiten. Dadurch entsteht ein schönes Gleichgewicht zwischen Sammeln, Experimentieren und strategischer Planung.
Rundenkämpfe mit mehr Tiefe
Die Kämpfe bleiben rundenbasiert und folgen weiterhin dem bekannten System aus Kraft-, Technik- und Geschwindigkeitsangriffen. Dieses Schere-Stein-Papier-Prinzip klingt simpel, aber im Spiel entfaltet es überraschend viel taktische Tiefe.
Ich musste oft genau überlegen, welchen Angriff ich nutze und wie mein Monster reagiert. Dazu kommen Kombos mit deinem Monstie, Spezialfähigkeiten und Teamangriffe, die besonders spektakulär inszeniert sind.
Im Vergleich zu früheren Teilen wirken die Kämpfe etwas dynamischer und flüssiger. Animationen sind schneller, Effekte wuchtiger, und besonders größere Bosskämpfe bleiben lange im Gedächtnis.
Eine Welt, die zum Erkunden einlädt
Ein weiterer Punkt, der mir gefallen hat, ist die Spielwelt. Sie ist nicht komplett offen, aber groß genug, um echte Entdeckungslust zu wecken.
Ich habe regelmäßig kleine Umwege gemacht, um neue Monsterhöhlen zu finden oder seltene Materialien zu sammeln. Dabei stößt man immer wieder auf versteckte Bereiche oder besondere Begegnungen.

Die verschiedenen Regionen unterscheiden sich optisch deutlich voneinander – von dichten Wäldern über karge Felsenlandschaften bis hin zu mysteriösen Ruinen. Das sorgt dafür, dass sich das Abenteuer abwechslungsreich anfühlt.
Technik und Präsentation
Optisch bleibt das Spiel seinem Anime-inspirierten Stil treu. Charaktere wirken farbenfroh, Monster detailreich und die Welt lebendig. Es ist kein grafischer Overkill, aber der Look passt perfekt zur Atmosphäre.
Die Performance lief in meinen Sessions stabil, Ladezeiten halten sich in Grenzen und auch größere Kämpfe bleiben flüssig. Besonders die Monsteranimationen sind gelungen – sie geben den Kreaturen viel Persönlichkeit.
Auch musikalisch macht das Spiel einiges richtig. Der Soundtrack begleitet das Abenteuer angenehm, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu drängen.
Kleine Schwächen bleiben
So viel Spaß ich auch hatte, perfekt ist das Spiel nicht. Gerade zu Beginn wirkt das Tempo etwas gemächlich. Einige Tutorials ziehen sich länger als nötig, und das Spiel erklärt viele Systeme sehr ausführlich. Neue Spieler profitieren davon, aber erfahrene Fans könnten sich etwas mehr Tempo wünschen.

Außerdem wiederholen sich einige Nebenquests mit der Zeit. Wer alles erledigen will, merkt irgendwann, dass sich bestimmte Aufgaben ähneln. Das sind keine großen Probleme, aber sie fallen im längeren Spielverlauf auf.
Mein Fazit
Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection zeigt eindrucksvoll, wie gut das Monster-Hunter-Universum auch als JRPG funktioniert. Das Spiel verbindet Sammelfieber, taktische Kämpfe und eine charmante Welt zu einem Abenteuer, das mich lange motiviert hat.
Es ist vielleicht kein revolutionärer Schritt für die Reihe, aber ein sehr gelungener. Wer Monster sammeln, strategisch kämpfen und eine farbenfrohe Welt erkunden möchte, bekommt hier ein rundes und unterhaltsames Rollenspiel.
⭐ Meine Bewertung: 4,4 von 5 Sternen
Am Ende bleibt kurz und knapp zu sagen: Für mich ist Monster Hunter Stories 3 ein Spiel, das ich immer wieder gerne starte, einfach, um noch ein weiteres Monster zu finden.
| Pro | Con |
| Motivierendes Sammeln und Aufziehen von Monstern | Storytempo am Anfang etwas langsam |
| Strategische, zugängliche rundenbasierte Kämpfe | Nebenquests teilweise repetitiv |
| Charmante Präsentation und starke Monsterdesigns | Tutorials etwas lang |
| Große, abwechslungsreiche Spielwelt | |
| Viele Team- und Build-Möglichkeiten |
Erscheinungsdatum: 13.3.2026
Plattformen: PC (Microsoft Windows), PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2
