Als Mario Tennis Fever vorletzte Woche endlich für die Nintendo Switch 2 erschien, war ich neugierig, wie Nintendo die bekannte Sportserie weiterentwickeln würde – vor allem nach Mario Tennis Aces, das viele Fans zwiespältig sahen. Was ich am Ende erlebt habe, ist ein farbenfrohes, chaotisches und überraschend tiefes Arcade-Tennisspiel, das vor allem in Gesellschaft und im Mehrspielermodus brilliert, aber auch einige Ecken und Kanten hat, über die ich ehrlich sprechen möchte.
Das erste Match: gewohnt zugänglich, doch sofort anders
Was Mario Tennis Fever sofort ausmacht, ist das Spielgefühl: Der Einstieg gelingt schnell, die Steuerung ist intuitiv, du kannst praktisch sofort loslegen und hast Spaß, ohne stundenlange Tutorials. Gleichzeitig spürt man direkt, dass hier mehr steckt als „nur Tennis im Mario-Look“. Die klassischen Elemente – Topspin, Slice, Lobs, schnelle Reflexe – sitzen sofort, und darüber hinaus bringen die neuen Fever-Rackets eine kreative Tiefe ins Spiel, die ich so in kaum einem anderen Tennisspiel erlebt habe.

Die Grundidee: Während eines Matches füllst du eine Leiste, mit der du besondere Effekte auslösen kannst: mal wird dein Gegner verkleinert, mal fliegen ihm Feuerbälle entgegen, mal verwandelt sich der Platz in ein kleines Minimum-Chaos-Feld. Diese Effekte sind wild, unberechenbar und sorgen dafür, dass selbst ein standardmäßiger Ballwechsel nie ganz „normal“ bleibt.
Spielmodi: Vielfalt mit Höhen und Tiefen
Die Bandbreite an Modi ist beeindruckend, und in vielen Fällen auch wirklich unterhaltsam:
- Turniere und klassische Matches – hier fühlte ich mich schnell wie zu Hause, weil gespielt wird, ohne dass der Fokus verloren geht.
- Trial Towers – eine Art Herausforderungsturm, der dich mit immer schwieriger werdenden Aufgaben konfrontiert und für viele spannende Sessions sorgt.
- Mix It Up – kreative Varianten mit Special-Rules und Court-Effekten, die Mario Tennis einen Hauch von Party-Chaos verleihen.
Was nicht ganz so überzeugte, war die Adventure-/Story-Komponente. Hier übernimmt Nintendo zwar wieder eine charmante Präsentation mit bekannten Figuren und einer simplen Rahmenhandlung, aber in der Praxis fühlt sich dieser Modus eher wie eine verlängerte Tutorialzone an, als wie ein ernsthafter Einzelspieler-Storymodus. Viele Reviews beschreiben ihn als „nett, aber oberflächlich“ – und da kann ich mich anschließen: Er erfüllt seinen Zweck, aber bleibt recht bald farblos.
Multiplayer: Hier liegt die Stärke
Wo Mario Tennis Fever so richtig aufgeht, ist im Multiplayer. Ob lokal auf dem Sofa mit Freunden oder online gegen andere Spieler: Das Spiel schafft es, Tennis kombinationsreich, blitzschnell und so chaotisch zu machen, dass es richtig Laune bringt. Besonders das Balancing der Fever-Fähigkeiten hat mich positiv überrascht. Sie können sowohl Unentschieden ausgleichen als auch nerven. Gerade in Matches mit mehreren Spielern bauen sich so großartige Momente auf.

Allerdings berichten einige Spieler online auch von kleinen Problemen, etwa im Online-Matching, was aber stark von Verbindung und Zeitpunkt der Partie abhängt. Dennoch ist das Grundgerüst solide, und in meinen eigenen Online-Matches lief es flüssig und spannend.
Präsentation & Technische Seite
Visuell wirkt Mario Tennis Fever wie aus dem typischen Nintendo-Lehrbuch: farbig, sauber, charmant, mit vielen liebevollen Details und flüssigen Animationen, die selbst einfachen Ballwechseln etwas Spielerisches verleihen. Die Show der Charaktere, Courts und Effekte trägt stark zur Atmosphäre bei, auch wenn die Grafik technisch nicht spektakulär ist, passt sie perfekt zur Serie.
Ein kleiner Nebenaspekt ist, dass manche Animationen älter wirken oder wiederverwendet wurden, aber ehrlich gesagt hat mich das beim Spielen nie wirklich gestört; es ist eher eine Randnotiz für Fans, die tief in die Serie eintauchen wollen.
Mein Fazit: Fun mit Joker-Effekten
Mario Tennis Fever hat mich nicht völlig unkritisch zurückgelassen, aber in einem sehr guten Sinne. Es ist kein perfektes Sportspiel, und der Solo-Storymodus hätte mehr Liebe verdient. Doch dort, wo es zählt – im Gameplay, im Multiplayer, im spontanen Spaß mit anderen Menschen – liefert das Spiel konstant ab. Die Fever-Mechaniken sorgen für überraschende Wendungen und machen jeden Satz unvorhersehbar und oft herrlich chaotisch, was ich persönlich liebe.
| Meine Bewertung: 4,1 / 5 Sternen Mario Tennis Fever ist kein bloßes Update eines Klassikers. Es ist ein fröhlich chaotisches Arcade-Tennis, das besonders dann begeistert, wenn du es mit anderen spielst. Seine charmante Mischung aus leichter Zugänglichkeit, taktischer Tiefe und verrückten Spezialfähigkeiten macht es zu einem der unterhaltsamsten Tennis-Games der Serie, auch wenn es nicht jeden Anspruch befriedigt. |
| Pro | Con |
| Spaßiges, intuitives Gameplay mit vielen taktischen Möglichkeiten. | Adventure-Mode bleibt schwach und wirkt eher wie Tutorial. |
| Multiplayer überzeugt – lokal wie online. | Online-Optionen könnten Rundung vertragen – kleine Matching-Probleme. |
| Fever-Rackets bringen frischen Wind und kreative Momente. | Preis vs. Single-Player-Umfang – viele fühlen sich Solo etwas unterfordert. |
| Charmante Nintendo-Präsentation und viele Inhalte. |
Erscheinungsdatum: 12.2.2026
Plattformen: Nintendo Switch 2
