Als Mewgenics endlich am 10. Februar 2026 erschien, war meine Erwartungshaltung riesig, und das nicht ohne Grund. Dieses Spiel hat über ein Jahrzehnt Entwicklungszeit hinter sich, wurde immer wieder überarbeitet und galt lange als „verlorenes“ Projekt. Nachdem ich für mein Mewgenics Review nun selbst viele Stunden in dieses verrückte Katzen-Roguelike versenkt habe, kann ich sagen: Das Warten hat sich absolut gelohnt.
Erste Stunde: Chaos mit Herz

Beim ersten Start von Mewgenics fühlte sich das Spiel völlig anders an als alles, was ich zuvor gespielt habe. Die grundlegende Prämisse – genetische Katzenzucht trifft taktische RPG-Kämpfe auf einem rundenbasierten Spielfeld – wirkt auf den ersten Blick verrückt. Und doch schafft es das Spiel, genau dieses Konzept nicht nur zu rechtfertigen, sondern in ein unglaublich tiefes, süchtig machendes Erlebnis zu verwandeln.
Die Idee, dass jede Katze, die du züchtest, einzigartige genetische Merkmale, Fähigkeiten und sogar Makel haben kann, führt zu Situationen, die gleichzeitig absurd, herausfordernd und irgendwie herzerwärmend sind. Und genau diese Mischung ist eine der größten Stärken von Mewgenics.
Gameplay: Tiefe trifft Chaos

Mewgenics kombiniert taktische Kämpfe auf Gittern, genetische Optimierung über Generationen und Roguelike-Elemente zu einem dichten, verzweigten Erlebnis. Du stellst Katzen-Teams zusammen, wählst Fähigkeiten, kombinierst Items und beobachtest ihre Entwicklung durch zurückkehrende Runs. Jeder Durchgang fühlt sich anders an, und oft wirst du direkt am Anfang vor Entscheidungen gestellt, deren Konsequenzen dich Stunden später noch überraschen.
Was mir besonders gefällt: Dieses Spiel wirkt organisch verzahnt. Die Kämpfe sind niemals bloß Randnotizen, sie sind Kern des Spaßes, aber sie stehen nie isoliert. Deine Entscheidungen in der Zucht, wie du genetische Eigenschaften weitergibst, beeinflussen den Erfolg deiner Katzen im Feld enorm. Das schafft eine starke emotionale Bindung zu deinem Team.
Humor und Ton: Skurril bis makaber

Mewgenics ist selbstironisch, voll schwarzem Humor und oft schlicht verrückt. Katzen sterben, mutieren zu bizarren Kreaturen, bringen gleichzeitig Vorteile und Nachteile mit sich, und genau das macht einen großen Teil des Erlebnisses aus. Wer hier ernste, klassische Fantasy-Erzählungen erwartet, wird vermutlich überrascht sein. Aber genau diese einzigartige Tonlage verleiht dem Spiel Charakter und das hat mich immer wieder zum Grinsen, Kopfschütteln oder lautem Lachen gebracht.
Natürlich ist dieser Humor nicht jedermanns Sache. Ich habe bereits einige Kritikpunkte aus der Community und anderen Rezensionen vernommen, dass nicht jeder Witz trifft und manche Elemente eher bizarr als witzig wirken. Aber für mich gehört genau diese Dosis Absurdität zum großen Reiz des Spiels.
Langzeitspielspaß: Mehr als nur ein Gimmick
Ich habe Mewgenics inzwischen weit über 30 Stunden gespielt und entdecke noch immer neue Mechaniken, Hintergrundsysteme und taktische Optionen. Die Vielfalt der Fähigkeiten, Items und genetischen Kombinationen führt dazu, dass nie zwei Runs gleich sind. Selbst nach einem langen Spieltag hat man immer das Gefühl, noch etwas zu entdecken. Diese Art von Tiefe ist unglaublich selten und trägt für mich massiv zur Langzeitmotivation bei.
Kritikpunkte: Nicht alles perfekt
Natürlich ist Mewgenics nicht ohne Schwächen:
- Chaos und Zufall: Durch die riesige Menge an Fähigkeiten und Gegenständen kann das Spielgefühl manchmal überladen wirken. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Zufall stärker wirkt als strategische Entscheidungen, was zwar zum Roguelike-Charakter gehört, aber nicht immer befriedigend ist.
- Schwierige Zugänglichkeit: Für Einsteiger oder Spieler, die weniger Geduld für komplexe Systeme haben, kann der Einstieg zunächst überwältigend wirken.
- UI und Steuerung: Ich habe gehört, dass es zu kleineren Problemen bei der Navigation durch große Katzen-Gruppen oder bei Maus/Controller-Einsatz kommen kann, besonders auf portablen Geräten wie der Steam Deck.
Diese Kritikpunkte haben mich selten aus dem Erlebnis gerissen, aber sie sind erwähnenswert, vor allem wenn du Spiele bevorzugst, die dich sofort „an der Hand nehmen“.
Präsentation: Stilvoll und eigenwillig

Visuell ist Mewgenics alles andere als sanft. Der Stil ist eigen, manchmal grob, aber immer bewusst gewählt. Er passt zur irren Welt, in der genetische Katzenkriege stattfinden, und verstärkt das einzigartige Flair des Spiels.
Der Soundtrack und die akustische Untermalung unterstreichen diese Stimmung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Genau wie das Spiel selbst: skurril, eigenständig, und unvergesslich.
Mein Fazit
Mewgenics ist eines dieser Spiele, die mutig andere Wege gehen und damit belohnen, dass du dich auf sie einlässt. Es ist vielseitig, strategisch clever, extrem variabel und dabei durchweg unterhaltsam, auch wenn manche Entscheidungen vielleicht etwas zu experimentell wirken. Für mich ist es ein Highlight des Jahres und ein echtes Beispiel dafür, wie viel kreative Energie in der Indie-Szene steckt.
| Meine Bewertung: 4,7 / 5 Sternen Mewgenics ist ein unkonventionelles Meisterwerk. Es balanciert seinen eigenwilligen Humor mit tiefer, taktischer Spielmechanik und einer Menge Chaos, das sich keineswegs bloß zufällig anfühlt. Wenn du kreative, herausfordernde Indie-Games liebst, ist Mewgenics ein absolutes Must-Play und für mich eines der spannendsten Spiele des Jahres 2026. |
| Pro | Con |
| Unglaublich große Vielfalt und Wiederspielbarkeit | Chaos und Zufall können Entscheidungen überlagern |
| Tief verknüpftes Taktik- und Zuchtsystem | Einstieg kann komplex sein |
| Eigenwilliger Humor und Stil, der hängen bleibt | Einige UI/Steuerungsprobleme, vor allem auf Portables |
| Enorme Langzeitmotivation und Entdeckungsfreude | |
| Kritisch gefeiertes Indie-Werk mit Top-Metascore |
Erscheinungsdatum: 10.2.2026
Plattformen: PC & Steam Deck
