Terminator 2D: No Fate Rezension – Ein hervorragender Retro-Throwback mit ernüchternd kurzer Spielzeit

Terminator 2D: No Fate kommt dem Retro-Erlebnis im aktuellen „Alles Alte ist wieder neu“-Trend so nahe wie nur wenige andere Spiele. Es ist in vielerlei Hinsicht eine Kuriosität: optisch und spielerisch fest in einer sehr spezifischen Ära verankert, inklusive all der Stärken, aber leider auch einiger typischer Schwächen dieser Zeit.

Es fühlt sich an, als sei das Spiel direkt aus dem Jahr 1991 gefallen, genau wie Arnold Schwarzenegger in Terminator 2. No Fate ist im Grunde ein verlorenes Amiga-Spiel, das seinen Weg in die Gegenwart gefunden hat. Mit seiner akribischen Liebe zum Detail, teils brutalen Schwierigkeitsspitzen und spürbarer Leidenschaft ist Terminator 2D ein echtes Vergnügen.

Allerdings ist es ein sehr kurzes Vergnügen. Dieses Spiel will nicht lange bei dir bleiben. Was du siehst, ist im Wesentlichen das, was du bekommst. Zwar gibt es ein paar Momente, in denen klassische Sidescroller-Shooter-Konventionen leicht variiert werden, doch das alles geschieht in hohem Tempo. Ob du nach den freigeschalteten alternativen Routen weiter spielst, hängt stark davon ab, wie sehr dir die ersten Durchläufe gefallen haben.

Ein Rückblick mit Licht und Schatten

Terminator 2D No Fate Rezension 3

Spielerisch ist Terminator 2D: No Fate zunächst einmal richtig stark. Es ist schnell, ohne übermäßig gnadenlos zu sein, und zwingt dich ständig in Bewegung zu bleiben. Du springst durch verschiedene Zeitperioden und übernimmst dabei unterschiedliche Figuren: Sarah Connor, den T-800 selbst und John Connor in der Zukunft.

Sarahs Abschnitte sind vergleichsweise bodenständig und drehen sich vor allem um Gefechte mit Wachen und der Polizei. Johns Level fühlen sich hingegen wie eine verfeinerte Version der klassischen Turrican-Spiele auf dem Amiga an.

Am deutlichsten unterscheidet sich der T-800 von den anderen Figuren. Statt einer klassischen Energieleiste kostet jeder Treffer wertvolle Zeit. Jeder Level verfügt über einen Countdown, was das ohnehin hohe Spieltempo zusätzlich antreibt. Die Frage ist hier weniger, ob du Schaden nimmst, sondern ob du schnell genug bist.

Viele Elemente folgen bewusst alten Designtraditionen: Muster merken, Bossmechaniken lernen, den einen richtigen Weg finden. Auf den Standard-Einstellungen ist das Spiel selten wirklich schwer, kippt stellenweise aber auch ins Gegenteil. Ein Boss, der sich kaum bewegt und lediglich Laser erzeugt, ließ sich etwa problemlos besiegen, indem ich sämtliche Granaten einsetzte, die ich im vorherigen Level nicht gebraucht hatte.

Bei wiederholten Durchläufen können einige Abschnitte jedoch eher nerven als fordern. Besonders in manchen John-Sequenzen zwingt dich das Spiel zu einem Deckungssystem, das sich nie ganz organisch anfühlt. Frustrierend wird es vor allem dann, wenn Gegner exakt in dem Moment feuern, in dem du die Deckung verlässt.

Viel zu kurze Spielzeit

Terminator 2D No Fate Rezension 2

Zu diesen kleineren mechanischen Erweiterungen zählen auch Passagen wie das Verstecken in der Anstalt mit Sarah Connor. Terminator 2D wechselt spielerisch immer wieder leicht das Genre, um möglichst viele ikonische Szenen aus Terminator 2 abzubilden. Das Team von Bitmap Bureau weiß sehr genau, welche Momente es adaptieren will, und gönnt uns zusätzlich etwas mehr Zeit in der düsteren Zukunftsvision.

Einige dieser Ideen bleiben jedoch einmalige Ausflüge, etwa die LKW-Verfolgungsjagd, deren Fahrmechanik kaum länger als zwei Minuten genutzt wird. Der Großteil des Spiels besteht weiterhin daraus, dich von links nach rechts zu bewegen und Gegner auszuschalten. Immer dann, wenn Terminator 2D seine kreativen Muskeln spielen lässt, wünsche ich mir schlicht mehr davon.

Die kompromisslose Fokussierung auf Terminator 2 verdient Respekt, schränkt das Spiel aber auch ein. Ja, der zweite Teil ist der beliebteste der Reihe – dennoch hätte ich mir gewünscht, dass Mechaniken wie die kurze Verfolgungsjagd stärker ausgebaut oder auf andere Filme angewendet worden wären. Ehrlich gesagt fehlt jede Spur von Terminator 1, und genau das fühlt sich wie eine verpasste Chance an.

Lohnt sich Terminator 2D: No Fate?

Terminator 2D: No Fate Rezension 1

Nachdem ich den Abspann gesehen und einen weiteren Durchlauf gestartet hatte, blieb vor allem ein Gefühl zurück: Ich wollte mehr. Gleichzeitig weiß ich, dass dieses Spiel dauerhaft auf meinem Steam Deck installiert bleiben wird. Es lässt sich extrem leicht aufgreifen und zwischendurch spielen. Mein Problem ist weniger das Spiel selbst, sondern das, was es bewusst sein will: eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion eines alten Videospiels – ohne Abstriche.

Liest du alte Amiga- oder 16-Bit-Tests, wirst du schnell merken, wie oft Themen wie Spielzeit, Wiederspielwert und Preis diskutiert wurden. Wenn das für dich heute noch zentrale Kaufkriterien sind, solltest du Terminator 2D: No Fate kritisch betrachten. Die Qualität stimmt, keine Frage – es geht ausschließlich darum, wie viel Spiel hier tatsächlich geboten wird.

Hoffentlich markiert No Fate den Beginn einer neuen Retro-Sidescroller-Welle. Als kurzer, intensiver Nostalgie-Kick funktioniert es hervorragend.

Das Spiel setzt stark darauf, dass du bereit bist, denselben Level-Ablauf immer wieder zu spielen. Genau deshalb fand ich den Story-Modus stellenweise frustrierend. Du musst das Spiel in einem Durchgang mit einer begrenzten Anzahl an Leben absolvieren. Es gibt keine Checkpoints im modernen Sinne – stirbst du, landest du wieder am Anfang. Das Arcade-Design ist hier kompromisslos.

Überraschend war für mich, wie sehr sich dieses Zurückwerfen an den Anfang wie ein echter Retro-Moment anfühlt. Dank der kurzen Spielzeit bleibt der Weg zurück zu späteren Levels aber überschaubar.

Mein Fazit

Terminator 2D: No Fate ist ein Liebesbrief an einen Film, den fast jeder mag. Von den ausgewählten Szenen bis hin zum Spielgefühl wirkt es so, als hätte dieses Spiel problemlos 1991 erscheinen können.

Das bringt jedoch die klare Einschränkung mit sich, dass es keinerlei Rücksicht auf moderne Komforterwartungen nimmt. Weitermachen nach dem Tod? Fehlanzeige. Augen zu und erneut versuchen.

Wenn du kein Interesse an einem Spiel hast, das du in etwa einer Stunde durchspielen kannst – und nur dann länger, wenn dir Wiederholungen und Highscores Spaß machen –, solltest du Abstand nehmen. Wenn du jedoch Lust auf eine Spielart hast, die heute kaum noch existiert, gibt es deutlich schlechtere Wege, einen Nachmittag zu verbringen.

Wertung: 3 / 5

ProsCons
Hervorragender Retro-ThrowbackExtrem kurze Spielzeit
Durchgehend starke PräsentationKaum Reiz ohne Interesse an Highscores und Wiederholungen
Fängt die ikonischen Momente des Films sehr gut einStellenweise frustrierendes Spieldesign

Plattformen: PC, PlayStation 4 & 5, Xbox One, Xbox Series X|S, Nintendo Switch
Entwickler: Bitmap Bureau
Publisher: Reef Entertainment
Release: 12. Dezember 2025

Josephine hat ihre Leidenschaft fürs Schreiben mit ihrer Liebe zum Online-Gaming verbunden. Von Browsergames bis hin zu MMORPGs erkundet sie digitale Welten voller Spielspaß und Kreativität. Daher sind Online Casinos für sie auch eine interessante Schnittstelle zwischen Spielspaß und technischen Innovationen. Besonders die riesige Auswahl an unterschiedlichen Slots mit ihren vielfältigen Features faszinieren sie. Wenn Josephine gerade nicht schreibt oder recherchiert, ist sie sehr aktiv in ihrer Kirchengemeinde unterwegs oder taucht in die Welt der handgemachten Musik ein.